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Winsen Millionen-Auftrag für Celler Firmen
Celler Land Winsen Millionen-Auftrag für Celler Firmen
17:07 22.07.2011
Von Simon Ziegler
DOC Soltau Firmen in Winsen und Bergen bauen DOC Soltau Quelle: Peter Müller
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Winsen (Aller)

Während der Celler Einzelhandel die Konkurrenz des Designer Outlet Centers in Soltau fürchtet, profitieren andere heimische Unternehmen von seinem Bau. Die Mutschler-Gruppe setzt als Investor auf eine Arbeitsgemeinschaft aus vier regionalen Unternehmen. Den Bauauftrag erhielten der Tischlereifachbetrieb Marwede aus Winsen, Borchardt Bauunternehmung aus Bergen, Metallbau Burckhardt aus Isernhagen sowie Tessmer & Sohn Straßenbau aus Wunstorf, teilte der Investor mit.

Dem Vernehmen nach umfasst der Auftrag für die Arbeitsgemeinschaft ein finanzielles Volumen von 23 Millionen Euro. „Das ist ein großes Ding“, sagte Heinrich Borchardt, Geschäftsführer des Berger Unternehmens, der Celleschen Zeitung. Seine Firma ist „in der Spitze mit 15 Mann“ vor Ort in Soltau. Den Stahlbau übernimmt Burckhardt, Tessmer ist für Tiefbau und die Außenanlagen zuständig, Borchardt macht den Rohbau und Marwede übernimmt Trockenbau und Tischlerarbeiten.

Nach Angaben von Sylvie Mutschler, Geschäftsführerin der Mutschler-Gruppe, laufen die Arbeiten in Soltau planmäßig. Bislang ist dort von dem neuen Fabrikzentrum indes noch kaum etwas zu sehen. Viel mehr als die Erschließungsstraße ist auf dem Baugelände noch nicht fertiggestellt. Die Eröffnung ist im Spätsommer 2012 geplant, so die Mutschler-Gruppe.

Das Fabrikverkaufszentrum wird direkt an der Autobahn 7 in Nachbarschaft des Heide-Parks Soltau gebaut. Geplant ist ein 9900 Quadratmeter großes Verkaufszentrum für Markenwaren. Schnäppchenjäger sollen dort bis zu 70 Prozent reduzierte Markenware kaufen können. Die Stadt Celle hatte laut Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende eine Klage gegen das DOC im vergangenen Jahr wegen mangelnder Aussicht auf Erfolg fallen gelassen. Er kritisierte zuletzt dennoch, dass das Land eine solche „künstliche Verkaufswelt auf der grünen Wiese“ zugelassen habe: „Wir halten die Ansiedlung für eine Fehlentwicklung. Sie ist raumordnerisch und städtebaulich fragwürdig und wird negative Auswirkungen auf die Städte im Einzugsbereich haben“, so der Oberbürgermeister.

Das Fabrikzentrum an der A7 ist rund eine Autostunde von der Residenzstadt entfernt. Nach Einschätzung der Regierungsvertretung Lüneburg liegt der durch das DOC für Celle zu erwartende Kaufkraftabfluss unter zwei Prozent – bis zu zehn Prozent gelten als verkraftbar.