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Winsen So sorgt ein Hahn für Zoff in Wolthausen
Celler Land Winsen So sorgt ein Hahn für Zoff in Wolthausen
08:00 14.09.2019
Von Oliver Gatz
Wann und wie oft darf ein Hahn im Dorf krähen? Der Wolthäuser Ingo Schmidt liegt im Clinch mit seinen Nachbarn. Quelle: Ingo Wagner
Wolthausen

Ein Nachbarschaftsstreit kann viele Gründe haben. In Wolthausen ist es ein Hahn, den sich Ingo Schmidt samt einer Schar Hühner angeschafft hat. Und wie es nun mal bei Hähnen ist: Sie krähen in aller Herrgottsfrühe. Das passt einigen Anwohnern am Faßweg nicht. Sie fühlen sich von dem Lärm belästigt. Der Streit droht zu eskalieren – ein Schiedsverfahren brachte keine Einigung.

Vorwürfe und Anschuldigungen

Der Ärger dreht sich zwar im Wesentlichen um einen krähenden Hahn – doch wie es so bei Nachbarschaftsstreitigkeiten ist: Es gibt Vorwürfe, Anschuldigungen und Behauptungen, die das Verhältnis zwischen den Anwohnern belasten.

Schmidt erzählt, dass er seiner Frau den Wunsch erfüllen wollte, Hühner anzuschaffen. „Wir wollten eigene Eier haben.“ Er habe im Garten jedoch zunächst nur einen provisorischen Stall für rund zehn Hühner errichten können. Dann kam der Hahn – und dessen lautstarkes Gekrähe habe die Nachbarn auf die Palme gebracht.

Federvieh "entführt"?

Am Schützenfestwochenende in Wolthausen Anfang Juli ereignete sich schließlich ein rätselhafter Vorfall. Am Sonntagvormittag stellten die Schmidts mit Erschrecken fest: Der Hahn ist weg. „Da waren Dreckspuren am Zaun. Dahinter lag eine Leiter. Und die Plane lag nicht so, wie wir es normalerweise machen“, erinnert sich der 46-Jährige. Schmidt meldete die „Entführung“ der Polizei, erstattete aber keine Anzeige.

Kameras installiert und Wache gehalten

Bereits am darauffolgenden Montag hatten die Schmidts einen neuen Hahn. Der 46-Jährige installierte vorsorglich mehrere Überwachungskameras und hielt in der ersten Nacht Wache. Kurze Zeit später trudelte ein Brief eines Schiedsmannes ein – die Lage spitzte sich zu. Schmidt fühlte sich von lauter Musik des Nachbarn gestört, schrieb E-Mails an die Polizei und das Ordnungsamt. Er spricht von angeblichen Drohungen, die er bei einer Party des Nachbarn gehört haben will („allen Hühnern müsste man mit der Kettensäge den Kopf abschneiden“) und von einer beabsichtigten Klage wegen Ruhestörung gegen ihn.

Hahn Nummer zwei gestorben

Ihren Sommerurlaub verbrachten die Schmidts in Bulgarien. Währenddessen kümmerte sich ein Freund um die Tiere. Traurige Nachricht bei der Rückkehr: Hahn Nummer zwei ist weg. Er sei leider an Altersschwäche gestorben, sagt Schmidt. Damit hat der Streit mit den Nachbarn offenbar vorerst ein Ende.

Vorwürfe zurückgewiesen

„Schade, dass ein relativ gutes Verhältnis kaputtgeht“, sagt Schmidts Nachbar Marc Köslin, der auch Vorsitzender des Schützenvereins Wolthausen ist. Er weist alle gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurück: „Ich habe definitiv den ersten Hahn nicht gestohlen.“ Auch habe er keine Drohungen gegen seinen Nachbarn ausgesprochen. „Das ist totaler Blödsinn.“

"Normales Gespräch nicht mehr möglich"

Er habe sich zu dem Gang zum Schiedsamt entschieden, „weil ein normales Gespräch am Gartenzaun nicht mehr möglich war“, sagt Köslin. „Wir wollen erreichen, dass der Hahn zu bestimmten Zeiten nicht kräht.“ Früh morgens und abends ab 19 Uhr sollte Ruhe herrschen. Er hoffe, dass sich das nachbarschaftliche Verhältnis wieder bessert. Dazu müssten beide Seiten aber zu einem Kompromiss bereit sein.

Geht Gekrähe bald wieder los?

Letztlich führte der Termin beim Schiedsmann in Winsen zu keiner Einigung. Laut Schmidt sollte nicht nur morgens und abends, sondern auch mittags Ruhe herrschen. „Das geht nicht“, sagt er. Ob sich die Schmidts eines Tages einen dritten Hahn anschaffen, ist offen. Sollte es dazu kommen, dürften die Auseinandersetzungen zwischen den „Streithähnen“ weiter eskalieren.

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