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Winsen „Neue“ Häuser für Winser Museumshof
Celler Land Winsen „Neue“ Häuser für Winser Museumshof
16:39 15.07.2011
Von Simon Ziegler
Zwei neue Gebäude für Winser Museumshof Quelle: nicht zugewiesen
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Winsen (Aller)

Zwölf historische Häuser stehen auf dem Gelände des Winser Heimatvereins rund um das Groode Hus. Bald kommen zwei neue hinzu. Der steinerne Grundriss eines 9,44 Meter langen und 6,14 Meter breiten Eichenfachwerk-Gebäudes ist bereits erkennbar.

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Mit dem Projekt will der Verein einen weiteren Schritt Richtung Professionalisierung machen. Seit Oktober des vergangenen Jahres arbeitet die wissenschaftliche Mitarbeiterin Felicitas Bergner an einer Art Kataster für den Museumshof. Alle Gebäude, Exponate, Programme und Publikationen werden penibel dokumentiert. „Ziel ist eine Registrierung beim Museumsverband des Landes Niedersachsen“, erklärt Bergner. Von der Aufnahme in den Verband verspricht sich der Verein in den kommenden Jahren erhebliche Fördermittel. „Wir machen das nicht aus Langeweile, das ist Bestandschutz für den Heimatverein“, sagt der Vereinsvorsitzende Heinrich Lindhorst.

Denn um im Museumsverband registriert zu werden, müssen die Winser ein Kernproblem lösen: die bislang fehlende Möglichkeit, Textilien fachgerecht zu lagern. Der Heimatverein ist im Besitz etlicher Kleidungsstücke, besonders aus dem 19. Jahrhundert. Mit dem Aufbau des Gebäudes aus Materialien der Scheune, Baujahr 1858, soll genau diese Lücke geschlossen werden. Das neue Textillager werde künftig gleichmäßig temperiert, um die historischen Kleider zu schützen. Zudem sollen dort die Flößerstube und im Obergeschoss der Arbeitskreis Sammlung und Archiv unterkommen.

Es sind gewissermaßen zwei Fliegen, die in Winsen mit einer Klappe geschlagen werden: Der Erhalt eines Dreiständerhauses, für das Landwirt Carsten Hüner in Thören keine Verwendung mehr hatte und das er dem Verein kostenlos zur Verfügung stellte. Und die Möglichkeit, den Heimatverein für die Zukunft aufzustellen. Den Impuls für die Umbettung des Dreiständerhauses gab die Untere Denkmalschutzbehörde des Landkreises Celle, die den Heimatverein auf das Baudenkmal von Thören aufmerksam machte. Wie schon beim Wielingschen Haus sorgte der Verein für den Abbau und die Sanierung des Eichenfachwerks, das allerdings nicht eins zu eins aufgebaut wird. Aus der Scheune werden nämlich zwei Gebäude. Das kleinere - 8,70 mal 5,32 Meter groß - soll hinter dem Grooden Hus aufgebaut und vor allem als Lager genutzt werden.

Das aufwendige Vorhaben - für den 72-jährigen Lindhorst das definitiv letzte große Projekt als Vereinsvorsitzender, wie er sagt - kostet rund 180.000 Euro. Einen hohen fünfstelligen Betrag schießt die Sparkassen-Stiftung dazu, der Rest ist Eigenleistung des Vereins.