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Winsen Abriss nach Sanierung
Celler Land Winsen Abriss nach Sanierung
17:15 15.01.2019
Von Simon Ziegler
Wolthausen

Die geplanten Arbeiten an der Örtzebrücke in Wolthausen sorgen für Irritationen. Nachdem im vergangenen Sommer an der Brücke Sanierungsarbeiten stattgefunden hatten, hat die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Verden jetzt mitgeteilt, dass das Bauwerk abgerissen werden muss. Die Brücke ist zunächst nur noch einspurig befahrbar, eine Behelfsbrücke wird errichtet. Eine Ampel regelt den Verkehr, Staus sind unweigerlich die Folge.

Hätte sich Behörde Sanierung 2018 sparen können?

Eine Frage steht im Raum: Hätte sich die Behörde die Sanierungsarbeiten im vergangenen Jahr sparen können, weil das Bauwerk ja ohnehin abgerissen wird? In Winsen hat jedenfalls nicht jeder Verständnis. "Ich decke ja auch nicht mein Dach neu, wenn ich im nächsten Jahr den Dachstuhl sanieren muss", sagt ein Bürger.

"Man kann den Eindruck gewinnen, dass es nicht optimal gelaufen ist", räumt Gisela Schütt, Leiterin der Behörde in Verden, ein. Es habe sich aber erst später herausgestellt, dass die Tragfähigkeit der Brücke nicht mehr gegeben sei.

Komplexe Berechnung der Tragfähigkeit

Nach ihren Angaben sei es sehr komplex, die Tragfähigkeit einer Brücke zu überprüfen. Dazu seien nur sehr wenige Fachbüros in der Lage. Diese Arbeiten dauerten mitunter ein Jahr lang. Bauliche Mängel hingegen zu erkennen, sei im Verhältnis deutlich weniger aufwendig. Im Klartext: Zwei völlig unterschiedliche Büros waren mit der Örtzebrücke in Wolthausen beschäftigt – ein ganz normaler Vorgang, wie es in Verden heißt. Mehr noch: Es käme häufiger vor, dass Geld in Brücken gesteckt werde, von denen man sogar wisse, dass sie abgerissen werden müssten, sagt Schütt. Anders ginge es nicht, um die Überquerungen bis zum Neubau befahrbar zu halten.

Bei den Arbeiten im vergangenen Sommer waren der Belag und die darunter befindliche Abdichtung erneuert worden. Die Sanierungsarbeiten hatten 130.000 Euro gekostet – Steuergelder.

Oelmann: Oberstes Gebot ist Sicherheit

Winsens Bürgermeister Dirk Oelmann äußerte sich zurückhaltend. "Ich maße mir kein Urteil an, ob hier Fehler gemacht worden sind", kommentierte er die angekündigte Großbaustelle in Wolthausen. Oberstes Gebot sei für ihn die Sicherheit.

Die Berechnungen für die Wolthäuser Örtzebrücke haben nach Angaben der Landesbehörde ergeben, dass es nicht möglich sei, das Bauwerk zu verstärken. Einzige Möglichkeit sei ein Neubau. Dass viele Brücken in Niedersachsen in einem schlechten Zustand sind, liegt unter anderem daran, dass immer mehr Schwerlasttransporte eingesetzt werden. Zuletzt gingen die Zahlen der Schwerlaster jedes Jahr um zehn Prozent nach oben. Dazu kommt, dass immer mehr Laster unterwegs sind. Die Brücken – viele stammen aus den 70er Jahren – sind für diese Lasten gar nicht gebaut worden.

Jahrelange Verkehrsbehinderungen?

Autofahrer zwischen Bergen und Celle müssen sich in jedem Fall auf lange Verkehrsbehinderungen einstellen. "Wir hoffen, dass die Arbeiten für die Behelfsbrücke noch in diesem Jahr beginnen, damit sie 2020 steht", sagt Behörden-Leiterin Schütt. Es folgt der Abriss der alten und der Bau der neuen Brücke. Jahrelange Verkehrsbehinderungen auf der Bundesstraße dürften die Folge sein.

Mindestens bis ins nächste Jahr wird es zu Verkehrsbehinderungen auf der B3 kommen. Die Örtzebrücke in Wolthausen wird einseitig gesperrt.

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