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Winsen Schnucken-Einsatz auf Winser Heidefläche
Celler Land Winsen

Schnucken-Einsatz auf Winser Heidefläche

05:53 15.06.2020
Von Simon Ziegler
Idyllisches Bild: 120 Heidschnucken von Schäfer Michael Kaufmann weiden auf der Heidefläche. Quelle: Gemeinde Winsen
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Winsen

Spaziergängern bietet die Winser Heidefläche derzeit einen reizvollen Anblick: Eine Herde Heidschnucken weidet seit der ersten Juniwoche auf dem Areal im Osten der Gemeinde. Es handelt sich um 120 graue gehörnte Heidschnucken, 100 Lämmer sowie etwa 20 Ziegen.

Tiere aus Amelinghausen

Die Winser Gemeindeverwaltung setzt die Tiere einer Schäferei aus Amelinghausen ein, um das Biotop dauerhaft zu erhalten. Schäfermeister Michael Kaufmann hat die Schnucken nach Winsen transportiert und überwacht ihren Einsatz. Bürgermeister Dirk Oelmann hat die Fläche gemeinsam mit Benjamin von Ahlen, Fachdienstleiter für Gemeindeplanung, angeschaut. Dabei zeigte er sich zufrieden: „Die Heidschnucken hier in dieser schönen Landschaft – das ist ein wunderbares Bild. Wichtiger ist aber, dass diese Beweidung eine natürliche und nachhaltige Maßnahme der Landschaftspflege darstellt.“ Das Schnucken-Spektakel endete am Samstag.

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Zaun als Schutz vor dem Wolf

Einem Erfolg entgegenstehen könnte alles, was die Heidschnucken in Unruhe versetzt. Als Fluchttiere geraten die Schafe schnell in Panik – nicht nur vor dem Wolf. Deshalb weist die Gemeinde Hundehalter darauf hin, dass sie ihre Tiere nicht frei laufen lassen dürfen. Zur Erinnerung an die Leinenpflicht, die während der Brut- und Setzzeit ohnehin auf allen Gemeindeflächen gilt, hat die Verwaltung entsprechende Schilder aufgestellt. Um die Heidschnucken zu schützen, wurde zudem ein mobiler Zaun aufgestellt.

Schlechter Zustand der Heidefläche

Derzeit befindet sich die fast sieben Hektar große Sandheidefläche in einem schlechten Zustand, heißt es. Sie leidet unter Vermoosung und einer dicken Rohhumusschicht. Der unerwünschte Aufwuchs von Kiefern und Birken belastet das Gelände am Ende von Brauckmanns Kerkstieg ebenso wie die Vergrasung der Fläche. Um das Gebiet wieder in Stand zu setzen, ist intensive Pflege erforderlich. Die Tiere leisten eine schonende Abhilfe, weil sie die jungen Baumpflanzen verbeißen und dadurch eine Ausdehnung des Waldes verhindern. Indem sie sich von den Gräsern auf der Fläche ernähren, sorgen die Heidschnucken zudem dafür, dass sich die Heidepflanzen besser mit Nährstoffen versorgen können. Die Winser Verwaltung hatte bereits 2016 ein Pflege- und Entwicklungskonzept in Auftrag gegeben, das als Grundlage für eine Revitalisierung der Heidefläche dient. Die Aktion soll vermutlich im kommenden Jahr wiederholt werden.

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