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Winsen So kann man Schwalben beim Nestbau helfen
Celler Land Winsen So kann man Schwalben beim Nestbau helfen
15:22 12.04.2019
Von Marie Nehrenberg
Schwalben stehen unter Artenschutz. Wer eine Brutstätte zerstört, macht sich strafbar und muss ein Bußgeld zahlen. Quelle: Patrick Pleul
Winsen/Aller

Mitte April beginnt hierzulande die Schwalben-Zeit. Jedes Jahr kommen die Zugvögel aus Afrika zu ihren Stamm-Brutstätten zurück, um ihre Nester zu reparieren und sich auf die anstehende Nistzeit vorzubereiten. Bis zum vergangenen Herbst hatten die gefährdeten Mehlschwalben in Winsen ihren vertrauten Anlaufpunkt, zu dem die kleine Kolonie regelmäßig zurückkehrte. Anfang Februar dann der Schock: Sämtliche Nester auf dem Gelände der ehemaligen Hauptschule sind beschädigt und nicht mehr zu retten.

Auf der Suche nach geeigneten Orten

"Das ist natürlich eine Katastrophe", meint Heinrich Lammers, Vorsitzender der BUND-Kreisgruppe. Er hatte Tierfreunde im Umkreis dazu aufgerufen, sich nach geeigneten Orten für Neubauten umzusehen. "Sechs Parteien haben sich gemeldet und Vorschläge unterbreitet." Nun müsse noch abschließend geprüft werden, welche Gebäude geeignet sind.

Schwalbenexperte Uwe Vahldieck (mit Mütze) und Heiner Lammers vom BUND Kreisgruppe Celle betrachten die zerstörten Schwalbennester an der alten Schule in Winsen. Quelle: Marte Michaelis

Schwalbenhotel ist geplant

Schwalben gelten als standorttreue Tiere. "Es wird nicht leicht, sie umzusiedeln", äußert Lammers seine Bedenken. "Andere Alternativen haben wir aber einfach nicht." Die ehemals bewohnten Gebäude werden in absehbarer Zeit abgerissen, weil Aldi einen neuen Discountermarkt an eben dieser Stelle plant. Zwar ist der Konzern dazu verpflichtet, an gleicher Stelle neue Nistmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen, allerdings ist in diesem Fall die Zeit das Problem. "Das geplante Schwalbenhotel auf dem zukünftigen Parkplatz kann erst errichtet werden, wenn der Bau des Markts abgeschlossen ist", sagt der Naturschützer. Bei Baulärm würden sich die Schwalben nicht niederlassen. Die Fertigstellung ist allerdings erst für Ende 2019 geplant.

Haesler-Bau als Übergangslösung?

Um die Zeit bis dahin zu überbrücken, planen Lammers und seine Kollegen eine Übergangslösung. "Wir möchten am Haesler-Bau auf dem Hauptschulgelände acht Doppelnester aufbauen", berichtet er. Der Haesler-Bau muss dem Aldi-Neubau nicht weichen, deswegen "wäre das eine gute Möglichkeit, die Schwalben gemächlich umzusiedeln". Aktuell warte man allerdings noch auf die Genehmigung des Landkreises.

Von den Nestern ist nicht mehr viel übrig.  Quelle: Marte Michaelis

Lehmpfützen können helfen

Neben den künstlichen Nestern gibt es noch weitere Möglichkeiten, um die Schwalben beim Neuaufbau ihrer Brutstätten zu unterstützen. "Wir werden an geeigneten Stellen Lehmpfützen anlegen", beginnt Lammers zu erzählen. Lehm ist ein wichtiger Baustoff für die Vögel. Die Pfütze sollte auf einer offenen Fläche angelegt werden, so dass Katzen und andere Feinde keine Deckung haben. Auch sollte sie nicht mehr als 300 Meter vom Niststandort entfernt sein. Ansonsten trockne der Lehm bereits auf dem Hinflug aus und kann nicht mehr so gut verwendet werden.

Tipp gegen Verschmutzung

Damit sich niemand an der Verschmutzung durch Kot stören muss, bietet es sich an, sogenannte "Kotbretter" an der Hauswand anzubringen. Darüber hinaus können schon ganz simple Nisthilfen ausreichen: Sie geben Halt an glatten Wänden und verhindern das Abbrechen des Nestes.

Ein Schwalbennest hält durchschnittlich sieben Jahren. Dieses hier scheint zerstört worden zu sein. Quelle: Marte Michaelis

Zerstören steht unter Strafe

Das Zerstören und Beseitigen von Schwalbennestern ist strafbar, da die Vögel, die einst als Glücksbringer galten, unter Naturschutz stehen. "Die Vermutung liegt nahe, dass die Brutstätten mutwilig zerstört wurden", glaubt Lammers. Es sei enorm unwahrscheinlich, dass plötzlich alle auf einmal abfallen. Außerdem würden abgefallene Nester weniger zerstört aussehen. "Anzeige erstattet haben wir nicht, aber wir hoffen, dass die Menschen in Zukunft genauer hinsehen, damit uns unsere Winser Kolonie erhalten bleibt."

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