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Winsen Umweltminister in Winsen: „Der Wolf ist hier und bleibt hier“
Celler Land Winsen Umweltminister in Winsen: „Der Wolf ist hier und bleibt hier“
15:59 21.03.2018
Quelle: Oliver Knoblich
Winsen (Aller)

„Auf ein Wort“ heißt die Veranstaltungsreihe, die Lies auf Einladung von Maximilian Schmidt, Vorsitzender der SPD im Landkreis Celle, nach Winsen geführt hatte – wohl nicht zuletzt deshalb, weil das Land Niedersachsen derzeit mit Nachdruck an einem neuen Wolfsmanagement arbeitet. Und die rund 50 Bürger hatten jede Menge Fragen: Gut eineinhalb Stunden wurde am Dienstagabend – trotz der großen Emotionalität des Themas – überwiegend sachlich diskutiert.

Er erhalte jeden Tag ein bis zwei Meldungen über Nutztierrisse in Niedersachsen, berichtete Lies, darunter viele Schafe, aber auch ausgewachsene Rinder. „Wir leben hier in einem Bundesland mit Weidetierhaltung, die Deichschäferei zum Beispiel muss schon allein aus Küstenschutzgründen erhalten bleiben.“ Wenn Schäfer sich aber aufgrund von Wolfsrissen gegen die Deichhaltung entscheiden würden, sei das nicht nur ein wirtschaftlicher Schaden, sondern auch ein Schaden für die Gesellschaft. „Das ist dann schon ein Problem – ich würde in dem Zusammenhang aber nicht von Dramatisierung sprechen, sondern vielleicht von einer frühen Sensibilisierung.“

Insgesamt 15 Wolfsrudel gebe es aktuell in Niedersachsen, mit etwa 150 Tieren. „Der Wolf ist zwar ein Raubtier, aber auch eine durch verschiedene Gesetze sehr geschützte Art“, erklärte Lies. Jegliches Handeln müsse daher auf eine einwandfreie rechtliche Grundlage gestellt werden. „Wir müssen eine Lösung auf allen Ebenen finden, nicht nur niedersachsen-, sondern auch bundes- sowie europaweit.“

Am Ende jedoch werde man darüber reden müssen, falsch habituierte Wölfe, die nicht mehr die nötige Distanz zu Mensch und Nutzvieh einhalten, zu töten. Besenderung und Vergrämung des Tieres seien hier die ersten Schritte. „Wenn ein Wolf sich dem Menschen aber immer wieder stark nähert oder für wiederkehrende Nutztierrisse sorgt, dann hilft keine Vergrämung mehr“, sagte Lies, „dann muss er entnommen werden.“

Er habe Verständnis dafür, dass sich vor allem Nutztierhalter allein gelassen fühlten, betonte er. „Unser Ziel ist folgendes: Ein Riss wird gemeldet, es geht ein Veterinär raus, der zumindest in 80 Prozent der Fälle schon einmal feststellen kann, ob es ein Wolfsriss war – und wenn das feststeht, wird die Zahlung veranlasst.“ Die heutige Vorgehensweise, bei der erst auf die Ergebnisse der DNA-Probe gewartet werden müsse, sei absurd. „Und auch die Kosten für den Herdenschutz müssten zu 100 Prozent übernommen werden.“

Als Minister für Umwelt, Energie, Klimaschutz und Bauen ist Lies mit einer Vielzahl von Themen befasst, und so wurden am Rande des Bürgerdialogs beispielsweise auch die Dieseldebatte, das Insektensterben und das Klimaschutzziel 2020 gestreift. Zentrales Thema aber war und blieb der Wolf.

Von Christina Matthies

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