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Winsen Wenig Zuneigung für neuen Dorfplatz
Celler Land Winsen Wenig Zuneigung für neuen Dorfplatz
18:34 27.06.2010
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Winsen (Aller)

Es wird sicher nicht der erste Dorfplatz sein, der aus Mitteln der Europäischen Union gefördert und dann von den Bürgern nicht angenommen wird: Ein flaches Wasserspiel in der Mitte und acht Sitzbänke am Rande sollen Atmosphäre auf einen Platz bringen, der in dieser Form von niemandem gewollt ist. Um ein Rondell mit einem Durchmesser von rund 36 Metern sollen 80 Parkplätze mit Zu- und Abfahrten entstehen. Ein Fußweg zum Busbahnhof am Küsterdamm ist zwar geplant, stößt aber auf Widerstand von Anliegern.

Einfach nur Parkplätze, auf denen auch mal ein großes Veranstaltungszelt aufgebaut werden kann, wünschen sich die einen. Andere träumen von einem zentralen Platz mit viel Grün und schattigen Bäumen, auf den man gern kommt, an dem man sich wohl fühlt, wo Kinder ungestört spielen können. Ein Platz mit Atmosphäre.

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Dieser Spagat unterschiedlicher Nutzungsarten soll jetzt in Winsen gelingen, denn 492208,36 Euro wurden inzwischen für den „multifunktionalen Ortsmittelpunkt“ aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung bewilligt.

Zu unterschiedlich sind allerdings die Interessen der Gewerbetreibenden, der Bürger, der Naturbewussten und der Planer, als dass ein mühsam erarbeiteter Kompromiss die optimale Lösung sein könnte. Das Gesprächsforum „Winser Dialog“ gab im Vorfeld die Möglichkeit der Mitwirkung. „Wir Bürger müssen lernen, mit dem Platz umzugehen“, appellierte Dialog-Sprecher Bernd Skoda, sparsam mit Möblierung und Gestaltung des Platzes anzufangen. Der Platz solle sich entwickeln.

„Die Aufenthaltsqualität des Platzes ist zu gering“, bemerkte Rainer Wauer, der dringend mehr Grün forderte. Außerdem sollte Solarenergie genutzt und die Nachhaltigkeit des Projektes mehr betont werden. Es müsse etwas gefunden werden, was den Platz attraktiv macht, meinte ein anderer der rund 50 Zuhörer: „Da muss etwas herkommen, wo die Leute hingehen!“ Denn wer sitze gern zwischen parkenden Autos?

Ein geplantes Ärztezentrum auf der Westseite und der Frisiersalon auf der Ostseite des Platzes seien direkte Anlieger. Bauamtsleiter Berthold Walter betonte, dass auch auf den anderen Nachbargrundstücken des rund 5000 Quadratmeter großen Platzes weitere Nutzungsmöglichkeiten bestehen. „Ein Café wäre ideal.“

Die Ausschreibung soll demnächst erfolgen, da die bauliche Realisierung noch für dieses Jahr geplant ist. Erst im kommenden Jahr soll die Poststraße erneuert werden.

Von Lothar H. Bluhm