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Winsen Kreis-Politik offen für Winser Abi
Celler Land Winsen Kreis-Politik offen für Winser Abi
16:38 29.03.2019
Von Simon Ziegler
Bisher hat Winsen eine Oberschule mit 1000 Schülern. Gibt es bald ein Gymnasium?
Winsen

Innerhalb weniger Tage hat die Debatte um ein Gymnasium im Westkreis mächtig Fahrt aufgenommen. Nach dem klaren Votum des Winser Rates haben sich die Fraktionsvorsitzenden von CDU und SPD im Kreistag offen für eine Lösung gezeigt. Und auch Landrat Klaus Wiswe äußert sich gesprächsbereit.

CDU hält Forderung für realistisch

"Ein gymnasiales Angebot im Westkreis ist aus Sicht der CDU-Kreistagsfraktion eine berechtigte und realistische Forderung", sagt Fraktionschef Torsten Harms. Für die CDU sei eine Lösung richtig, "die kein Celler Gymnasium in Frage stellt und gleichzeitig eine sinnvolle Investition für die Zukunft unserer Kinder bedeutet", so der Christdemokrat, der dem Vorstoß aus Winsen Erfolgschancen einräumt, wie er sagt. Auf einen Ort werde sich die CDU erst festlegen, wenn konkrete Zahlen auf dem Tisch liegen. Zunächst sei es kurzfristig erforderlich, für den 13. Jahrgang zusätzliche Schulräume zu schaffen.

SPD favorisiert Gesamtschule

Von SPD-Fraktionschef Mathias Pauls kommt grundsätzliche Zustimmung. "Wir unterstützen das Winser Anliegen, den Schülern im Westkreis die Möglichkeit zu eröffnen, wohnortnah das Abitur ablegen zu können", sagt er und bringt eine Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe ins Spiel. "Es ist kein Geheimnis, dass die Kreistags-SPD die Umwandlung der Oberschule in eine Gesamtschule bevorzugen würde. Damit ließen sich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Zum ersten könnten in einer Gesamtschule alle Abschlüsse der Sekundarstufe I und II erreicht werden. Zum zweiten wäre es nicht nötig, eine neue Schule zu errichten, es müssten nur genügend Räume für die Oberstufe geschaffen werden", so Pauls. Beim Bau eines neuen Gymnasiums sei mit Kosten von 18 bis 20 Millionen Euro zu rechnen. Die SPD habe schon im September 2018 beantragt, dass in Winsen eine gymnasiale Oberstufe eingerichtet wird.

Landrat: Westkreis-Gymnasium in Überlegungen einbeziehen

"Die Kreisverwaltung ist dabei, für die Entwicklung der Schulen die nötigen Veränderungen zu ermitteln", sagt Landrat Klaus Wiswe. "Ein zusätzliches gymnasiales Angebot im Westen des Landkreises ist nicht kurzfristig einzurichten, gleichwohl ist das durchaus etwas, was wir in unsere Überlegungen mit einbeziehen", so Wiswe. Wichtig sei aber, dadurch die bestehenden Gymnasien nicht zu gefährden. "Wo im Westen ein neues Gymnasium entstehen könnte, ist auch offen. Hier müssten die Vor- und Nachteile der einzelnen Standorte sowie die Kosten gegeneinander abgewogen werden", sagt der Landrat. Und: Ein neues Gymnasium wäre erst in vier bis fünf Jahren fertig. "Das heißt, wir müssen auch überlegen, was in den nächsten zwei bis drei Jahren nötig ist."

Oberschulleiter übt Kritik

Bodo Theel, Leiter der Winser Oberschule kritisiert, dass "politische Abstimmungen durchgeführt und Forderungen aufgestellt werden, ohne dass man mit uns als Schule im Allertal an einem 'Runden Tisch' mal intensiv gesprochen hat. Wenn man das getan hätte, würden sich manche 'Irrungen und Wirrungen' nicht ergeben." Theel bot den Politikern Gespräche an, "um eine sachliche Diskussion zu führen".

Ein gymnasiales Angebot in Winsen sei für den Westkreis dringend erforderlich. "Aber warum soll es gleich ein eigenständiges Gymnasium mit all seinen Anfangsproblemen sein?", fragt der Schulleiter. Aus seiner Sicht mache es mehr Sinn, auf die vorhandenen Strukturen wie den vorhandenen gymnasialen Zweig mit 70 Schülern, dem Schulbusverkehr, dem neuen Busbahnhof und den neuen Sportanlagen an der Schule im Allertal aufzubauen. Theel: "Wir arbeiten intern zurzeit intensiv daran, unser gymnasiales Angebot zu stärken. Zum 1. August 2020 wird es Veränderungen geben." Außerdem wäre Platz für weitere Gebäude vorhanden. Ein eigenständiges Gymnasium im Westkreis sei aktuell weder nötig noch finanziell darstellbar, so Theel.

Er macht sich derzeit mit einer Gruppe von Oberschulleitern bei den Regierungsparteien in Hannover dafür stark, dass im Schulgesetz auch den Oberschulen die Möglichkeit gegeben wird, eine Oberstufe einzuführen. Außerdem beschäftigt er sich mit der Idee, dass das Fachabitur in Winsen abgelegt werden kann.

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