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Winsen Winsen: Der Abschied vom Luftkurort
Celler Land Winsen Winsen: Der Abschied vom Luftkurort
13:37 13.06.2010
Von Simon Ziegler
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Winsen (Aller)

„Der Imagefaktor des Luftkurortes ist nicht zu unterschätzen“, sagt Winsens Bürgermeister Wilfried Hemme. Zwar könne die Gemeinde „den Nutzen nicht in Mark und Pfennig greifen“, der Titel sei aber wichtig. Hemme hat die Hoffnung nicht aufgegeben, dass Winsen sich weiterhin als „Staatlich anerkannter Luftkurort“ präsentieren darf. Er kündigte Gespräche mit dem Niedersächsischen Wirtschaftsministerium und der Regierungsvertretung in Lüneburg an, um eine Lösung zu finden.

In der vergangenen Woche hat sich der Winser Ausschuss für Wirtschaft und Tourismus mit dem Thema befasst. Der Stand der Dinge: Ende April 2010 läuft der Titel aus. Eine Kurverordnung aus dem Jahr 2005 fordert höhere Anforderungen an einen „Staatlich anerkannten Luftkurort“. Neben dem Nachweis von bestimmten Klima-Daten muss ein Kurpark vorhanden sein. Zudem verlangt die Verordnung, dass 50 Prozent der Hotelbetten im Kernort Winsen mindestens der Drei-Sterne-Kategorie entsprechen. Während letzteres laut Hemme durch die Modernisierung des Jann Hinsch Hofes mit dann 29 Doppelzimmern erreicht wird, ist ein Kurpark weit und breit nicht in Sicht, der geplante Marktplatz wird es kaum sein: „Ein Kurpark würde mehrere hunderttausend Euro kosten“, sagt CDU-Fraktionschef Friedrich-Wilhelm Falke. Und fügt ehrlich hinzu: „Jeder, der die finanzielle Lage kennt, weiß, dass wir den Titel nicht halten können.“ Das sieht auch die SPD ähnlich: „Aus unserer Sicht wird es schwierig. Einen Kurpark werden wir nicht bewerkstelligen können“, so Fraktionssprecher Wolfgang Hoffmann.

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Boris Jacobi, Leiter der TRC in Winsen, unterstreicht aber die Wichtigkeit der Auszeichnung aus Sicht des Tourismus. „Winsen ist der einzige Luftkurort im Landkreis Celle. Das ist ein Alleinstellungsmerkmal“, sagt Jacobi. Die entscheidende Frage ist indes, wieviel die Gemeinde bereit ist dafür zu bezahlen. Und in Winsen wird gegenwärtig über eine Menge nachgedacht: Neubau eines Kindergartens, Neubau des Rathauses, Umgestaltung des Dorfzentrums, Errichtung von Krippe und Ganztagsschulen. Hemme: „Oberste Priorität hat der Status Luftkurort nicht.“