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Winsen "Wir bleiben auf der Strecke"
Celler Land Winsen "Wir bleiben auf der Strecke"
17:21 04.09.2018
Von Simon Ziegler
Winser Tagesmütter haben noch Plätze frei. Quelle: Julian Stratenschulte
Winsen

Tagesmütter in Winsen sorgen sich um ihre Zukunft. Mehrere Tagespflegepersonen hätten noch Betreuungsplätze frei, sagte Monika Hoppenstedt, Tagesmutter aus Wolthausen. Sie übt Kritik an der Gemeinde: "Anstatt im Familienbüro über die Möglichkeit ausreichend aufzuklären, wird eine neue Notkrippengruppe im Galgenberg geöffnet und wir bleiben auf der Strecke.“ Sie wisse von Eltern aus dem Freundes- und Bekanntenkreis, dass im Winser Familienbüro "teilweise nicht im Ansatz auf die Kindertagespflege hingewiesen wird". Hoppenstedt vermutet, dass "anscheinend erst einmal die kommunalen Einrichtungen gefüllt werden sollen".

In Winsen gibt es nach ihren Angaben 14 Tagesmütter. Eine von ihnen ist Sandra Freitag, die wie Monika Hoppenstedt aus Wolthausen kommt. Freitag hat sich mit ihrer Mäusestube einen Traum verwirklicht. „Mit einem Bungalow nur für die Kindertagespflege fallen hohe Kosten an, die durch die Belegung gedeckt werden müssen. Ich liebe meine Arbeit mit den Kindern und möchte sie nicht missen", sagte sie. In den letzten acht Jahren seien alle Plätze belegt gewesen. "Im Jahr 2019, wenn vier Kinder in den Kindergarten wechseln, weiß ich derzeit nicht, wie es weitergeht, wenn in Winsen eine neue Superkita mit Krippe gebaut wird", so Freitag. Die Tagesmütter seien auf die Vermittlung durch das Familienbüro angewiesen. "Ich finde, dass Kindertagespflege ein Baustein in der ganzheitlichen Kindesbetreuung einer Gemeinde sein sollte und die Plätze anteilig bei den Planungen von Großprojekten Berücksichtigung finden müssen. Hier können Steuergelder gespart werden“, erklärte Freitag weiter.

Beide Tagesmütter betonen, dass es ihnen nicht darum geht, die gesamten Planungen der Gemeinde in Frage zu stellen. "Wir wollen aber fair behandelt und wertgeschätzt werden, denn wir leisten einen wesentlichen Beitrag zur frühkindlichen Erziehung", sagen sie.

Die Diskussion ist ungewöhnlich, schließlich werden in fast allen Gemeinden Kita- und Krippenplätze händeringend gesucht. Bürgermeister Dirk Oelmann kann die Kritik nicht nachvollziehen. Sowohl das Familienbüro als auch die Kita-Verwaltung würden Eltern über Plätze in den Kitas und bei den Tagespflegepersonen "unvoreingenommen beraten". Oelmann: "Der Hinweis auf Tagespflegepersonen erfolgt immer. Wenn allerdings von Eltern abgeblockt wird, weil sie diese Form der Betreuung nicht wünschen, dann wird dieser Bereich auch als erledigt angesehen."

Er bestreitet, dass die Gemeinde versuche, erst die eigenen Kindergärten zu füllen, ehe auf andere Betreuungsformen hingewiesen werde. "Es kommt vielmehr darauf an, welche Form der Betreuung Sinn macht. Wir arbeiten in den Kitas derzeit unter Vollauslastung und wären froh, wenn wir einige Plätze frei hätten, um auch Anfragen, die im Laufe des Jahres reinkommen, bedienen zu können", erklärte Oelmann. Auch die kritischen Äußerungen zur Wiedereröffnung des Galgenbergs hält der Verwaltungschef für unbegründet. "Hätten wir die Einrichtung am Galgenberg nicht eröffnet, dann wäre genau die Situation eingetreten, die wir nicht wollen, denn wir hätten Eltern ein Betreuungsmodell aufgezwungen, das sie in ihrem individuellen Fall nicht gewollt haben. Außerdem hätten die Kapazitäten bei den Tagespflegepersonen gar nicht ausgereicht", so Oelmann. Derzeit seien nur acht Plätze bei der Tagespflege frei. Er glaubt, dass in den kommenden Wochen noch Plätze an Tagesmütter vermittelt werden.

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