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Der Norden Abwasser zerstört ökologisch wertvolle Seegraswiesen
Der Norden

Abwasser zerstört ökologisch wertvolle Seegraswiesen

07:10 22.06.2020
Eine Seegraswiese. Foto: Dieuwke Hoeijmakers/Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung/dpa/Symbolbild Quelle: Dieuwke Hoeijmakers
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Bremen

Doch der ständige Zufluss ungeklärter Abwässer zerstört die ökologisch wertvollen Wiesen. Wissenschaftler aus Bremen forschen dazu seit über zehn Jahren vor der chinesischen Tropeninsel Hainan. Nun haben sie ermittelt, ab welcher Belastung die Seegraswiesen absterben und verschwinden, wie das Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT) in Bremen mitteilte.

Die Insel Hainan im südchinesischen Meer ist bei Touristen beliebt. Es gibt dort auch viele Fischzuchtanlagen, vor allem für Garnelen und Zackenbarsche. Überschüssiges Futter und die Ausscheidungen der Tiere belasten das Abwasser der Aquakulturen stark mit anorganischem Stickstoff. Das Abwasser gelangt meist ungefiltert ins Meer.

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«Es gelang uns erstmalig, einen Grenzwert der Stickstoffbelastung zu ermitteln, ab dem der Lebensraum Seegraswiese sich nicht mehr von diesem Umweltstress erholen kann und stirbt», sagte der Biogeochemiker Tim Jennerjahn vom ZMT. Diese Konzentration liege bei 112 Mikrogramm gelöstem anorganischen Stickstoff pro Liter Wasser, der über einen Zeitraum von mindestens zehn Jahren einwirkt.

Über kurze Zeit vertrage das Seegras auch eine höhere Konzentration, erläuterte Jennerjahn der Deutschen Presse-Agentur. Der Schaden werde durch eine dauerhaft hohe Stickstoffbelastung angerichtet. Durch den Stickstoff wachsen kleine Algen auf dem Seegras und stören dessen Photosynthese.

Unter der chronischen Belastung hätten die Seegraswiesen in nur zehn Jahren 87 Prozent ihrer Biomasse verloren, erklärte die Biologin Esther Thomsen. Der Artenreichtum habe abgenommen.

Seegras kommt auch an Nord- und Ostsee im Flachwasser vor. Weltweit sind den Angaben nach etwa 180 000 Quadratkilometer Meeresboden mit Seegras bedeckt. Die Wiesen reichern das Wasser mit Sauerstoff an und binden große Mengen des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2).