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Der Norden Clan-Mitglied wird ausgewiesen
Der Norden Clan-Mitglied wird ausgewiesen
11:50 20.02.2020
In der MHH wird ein mutmaßliches Clan-Mitglied mit Schussverletzungen behandelt. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Archivbild Quelle: Julian Stratenschulte
Montenegro

Hannover (dpa/lni) - Im Streit um die Behandlung eines mutmaßlichen Clan-Mitglieds an der Medizinischen Hochschule Hannover hat die Stadt beschlossen, den Mann ausweisen zu lassen. Der Schwerverletzte aus Montenegro sei verpflichtet, die Bundesrepublik sofort zu verlassen, teilte das niedersächsische Innenministerium am Donnerstag mit. Ob seine Anwälte versuchen, die Ausweisung noch zu verhindern, blieb am Donnerstag zunächst unklar. Von dem Aufenthalt des Patienten in der MHH gehe eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit aus, hieß es zur Begründung. Sollte der 35-Jährige nicht freiwillig ausreisen, werde er abgeschoben.

Die Stadt Hannover habe dem Mann «auf Bitten und in enger Abstimmung mit dem Innenministerium» am Mittwochabend eine entsprechende Verfügung zugestellt. Dabei sei auch der Sofortvollzug der Ausweisung angeordnet worden. Vom Anwalt des Mannes gab es dazu auf Anfrage zunächst keine Stellungnahme.

Um den Aufenthalt des Montenegriners, der seit Tagen von zahlreichen Polizisten in der Klinik bewacht wird, hatte es heftigen Streit gegeben. Der Steuerzahlerbund verlangte etwa, die immensen Kosten für den Einsatz dem Privatpatienten beziehungsweise seiner Familie in Rechnung zu stellen. Auch die Ehefrau des 35-Jährigen, die in einem Hotel in der Nähe wohnt, wurde dem Vernehmen nach bewacht. Abgeordnete in Hannover verlangten Aufklärung von der rot-schwarzen Landesregierung. Selbst vom Verdacht der Geldwäsche war die Rede.

«Der Ausländer ist verpflichtet, das Bundesgebiet umgehend zu verlassen», hieß es nun aus dem Innenministerium. «Die Ausweisungsverfügung wurde notwendig, da von dem Aufenthalt des Patienten in der MHH eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung ausgeht.»

An der MHH hatten sich seit Tagen Szenen wie aus einem Kinothriller abgespielt. Der Patient soll etwa in eine blutige Clan-Fehde um Drogengeschäfte verwickelt sein. Bereits am 7. Februar war das mutmaßliche Mafia-Mitglied aus Montenegro eingeflogen, um Ende Januar erlittenen Schussverletzungen behandeln zu lassen.

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