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Der Norden Corona: Schon rund 47.000 Betriebe zeigen Kurzarbeit an
Der Norden

Corona: Schon rund 47.000 Betriebe zeigen Kurzarbeit an

15:11 31.03.2020
Zwei Kugelschreiber liegen auf einem Antragsformular für Kurzarbeitergeld. Foto: Jens Büttner/dpa/Illustration Quelle: Jens Büttner
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Bremen

Die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit (BA) sprach am Dienstag von rund 47 000 Betrieben, die den Schritt bis zum vergangenen Freitag gemacht hätten - darunter 41 400 in Niedersachsen und 5600 in Bremen. Dies entspreche in etwa einer Verzehnfachung gegenüber der Finanz- und Wirtschaftskrise 2009/2010.

BA-Regionalchefin Bärbel Höltzen-Schoh erklärte die «historisch hohe Zahl» damit, dass so gut wie alle Branchen betroffen seien: «Wir sind in einem Ausnahmemodus, in dem wir von 100 auf 0 heruntergecrasht sind. Dem Wirtschaftsleben wurde praktisch der Stecker gezogen.»

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Die Summe der insgesamt betroffenen Beschäftigten sei noch nicht bekannt - zunächst müsse man eine vollständige Übersicht über die konkreten Anträge auf die Lohnersatzleistung haben. Ziel sei es, die Anzeigen aus dem März bis Ostern bearbeitet zu haben. 2009/2010 hätten bis zu 100 000 Arbeitnehmer Kurzarbeitergeld bezogen. «Das, was jetzt auf uns zukommt, ist ein Vielfaches», meinte Höltzen-Schoh.

Zur Lage bei einzelnen großen Firmen wie Volkswagen äußerte sich die BA nicht. Man sei aber in engem Kontakt mit der gesamten Wirtschaft. Ein positives Zeichen sei, dass viele Betriebe schon «sehr schnell auf Kurzarbeit umgestellt» hätten, um Beschäftigung über die Krise hinaus zu halten. Regulär bekommen Arbeitnehmer 60 beziehungsweise 67 Prozent (mit Kindern) des letzten Nettolohns, teils gibt es tarifliche Aufstockungen. Die BA hat ihrerseits das Personal für den Bereich Kurzarbeit aufgestockt, um dem «Ansturm» gerecht zu werden.