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Der Norden Großteil der Bevölkerung hielt Corona-Regeln am Vatertag ein
Der Norden

Großteil der Bevölkerung hielt Corona-Regeln am Vatertag ein

15:40 22.05.2020
Boris Pistorius (SPD), Innenminister von Niedersachsen. Foto: Peter Steffen/dpa/Archivbild Quelle: Peter Steffen
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Hannover (dpa/lni) - Der Großteil der Menschen in Niedersachsen hat nach Angaben des Innenministeriums auch an Christi Himmelfahrt die Abstands- und Hygieneregeln befolgt. «Das zeigt, dass die Gefahr durch das Coronavirus den Menschen sehr bewusst ist», sagte Innenminister Boris Pistorius (SPD) am Freitag. «Ich bin sehr froh, dass wir so ein positives Fazit ziehen können und bedanke mich auch im Namen der Einsatzkräfte für dieses besonnene Verhalten.» Nach Beobachtung der Polizei zogen am Donnerstag nur vereinzelt Gruppen mit den für den Vatertag üblichen Bollerwagen durch die Gegend.

Dem Innenministerium zufolge waren landesweit knapp 2000 Beamtinnen und Beamte im Einsatz, davon rund 1200 von den Polizeidirektionen und mehr als 700 von der Bereitschaftspolizei. Sie leiteten 31 Strafverfahren und 69 Ordnungswidrigkeitsverfahren ein, darunter waren 63 Ordnungswidrigkeiten nach dem Infektionsschutzgesetz. Es gab fünf Körperverletzungsdelikte und sieben Widerstände gegen Beamte, ein Beamter wurde leicht verletzt. Im Vergleich zum Himmelfahrts- und Vatertag 2019 sind die Zahlen deutlich zurückgegangen. Damals wurden acht Polizeibeamtinnen und -beamte verletzt und 140 Körperverletzungsdelikte registriert.

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«In den Naherholungsgebieten und Parkanlagen, die dieses Jahr im polizeilichen Fokus standen, kam es zu keinen besonderen Vorkommnissen», hieß es. Demnach waren dort vor allem Kleinstgruppen und Familien mit Fahrrädern unterwegs, die sich größtenteils an die Regeln hielten.

Niedersachsens Küstenorte verzeichneten viele Gäste, das sommerliche Wetter lockte die Menschen an den Strand. «Es war eine unheimlich tolle Stimmung», sagte der Geschäftsführer für Tourismus und Bäder in Norddeich, Armin Korok. Die Erleichterung, endlich wieder raus an den Strand zu dürfen, sei spürbar gewesen. «Jeder, der Zeit hatte, ist zum Strand gekommen. Es war der erste Sommertag. Es haben sogar Leute gebadet», erzählte er. Zwischenfälle hat es demnach in Norddeich, einem Stadtteil der Stadt Norden, nicht gegeben. Die Menschen hätten Abstand gehalten und das schöne Wetter genossen. «Bollerwagentouren sind ausgeblieben, von daher gab es auch keine alkoholbedingten Exzesse.»

In der Stadt Cuxhaven an der Nordseeküste hielten sich nach Einschätzung des Stadtsprechers fast alle Gäste an die Abstandsregeln. «Die Leute haben versucht, aufeinander Rücksicht zu nehmen - das ist zumindest unser Eindruck», sagte Marcel Kolbenstetter. Manche Gäste hätten auch an der frischen Luft einen Mundschutz getragen, sagte er. «Die Vatertagstouren waren überschaubar.» Nach Einschätzung der Gastronomen sei weniger Alkohol als in den Vorjahren getrunken worden. Dem Stadtsprecher zufolge gab es am Donnerstag zwei kleinere Einsätze der Polizei. Einmal wegen der Missachtung des Mindestabstands und einmal wegen einer Drohne. «Alles in allem ist es hier sehr friedlich», so der Stadtsprecher.