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Der Norden Krisenmodus: Niedersachsen beklagt erste Coronavirus-Tote
Der Norden

Krisenmodus: Niedersachsen beklagt erste Coronavirus-Tote

18:50 22.03.2020
Stephan Weil (SPD), Ministerpräsident von Niedersachsen. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa/Archivbild Quelle: Hauke-Christian Dittrich
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Hannover

Hannover (dpa/lni) - Das am Sonntag von Bund und Ländern beschlossene Kontaktverbot verbietet Ansammlungen von mehr als zwei Menschen - ausgenommen sind Familien und Personen, die im gleichen Haushalt wohnen. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil warb am Abend für die neue Vorgabe. «Es ist wichtig und auch medizinisch geboten, dass wir uns an der frischen Luft bewegen.» Riskant aber sei jeder unmittelbare Kontakt mit anderen Menschen.

TODESFÄLLE: In Niedersachsen sind die ersten Todesfälle nach einer Infektion mit dem Coronavirus gemeldet worden: Zwei Männer im Alter von 70 und 84 Jahren starben am Freitag in Kliniken der Region Hannover. Nähere Angaben machten die Behörden zu ihnen nicht. Im Landkreis Harburg starb ein 87-Jähriger im Krankenhaus Winsen, der unter einer Vorerkrankung gelitten hatte. Im Landkreis Leer starb ein 66-Jähriger, der ebenfalls eine schwere Vorerkrankung hatte. Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sprach den Angehörigen sein Beileid aus. Nach Angaben des Landesgesundheitsamtes vom Sonntag (Stand 14.00 Uhr) wurden bisher 1586 Infektionen mit dem Coronavirus bestätigt, im Vergleich zum Vortag ein Zuwachs um 134. Im Bundesland Bremen waren es am Sonntag nach Angaben des Gesundheitssenats 173 Fälle, davon 18 in Bremerhaven.

LEERE IN DEN STÄDTEN: Seit Samstagabend sind auch Cafés und Restaurants in Niedersachsen dicht, nur Lieferdienste bleiben erlaubt. Am Wochenende kontrollierte die Polizei Plätze, Fußgängerzonen oder Erholungsgebiete wie Hannovers Maschsee. «In der ganzen Stadt sind die Straßen und Plätze leer», sagte ein Polizeisprecher in Hannover am Samstag. «Wir haben anders als in den vergangenen Tagen bislang kein unvernünftiges Verhalten beobachten können, auch nicht auf den Wochenmärkten.» Ähnliches wurde aus Göttingen berichtet. In der sonst belebten Altstadt von Lüneburg waren am Sonntag kaum Menschen unterwegs. Nach dem Beschluss von Bund und Ländern müssen jetzt auch Friseurgeschäfte, Kosmetikstudios und Massagepraxen schließen.

POLIZEI GREIFT DURCH: Im Landkreis Osnabrück löste die Polizei eine Grillparty und ein spätabendliches Kneipentreffen auf und schrieb erste Strafanzeigen, wie der Landkreis mitteilte. In Papenburg (Emsland) stoppte die Polizei am Freitagabend ein geplantes «Corona Midnight Meeting» von Auto-Tunern.

AUFSCHREI DER KLINIKEN: Die Krankenhäuser in Niedersachsen befürchten, auf den Kosten zur Bewältigung der Coronakrise sitzenzubleiben. Ein erster Gesetzentwurf aus dem Bundesgesundheitsministerium sorgte für einen Aufschrei bei der niedersächsischen Krankenhausgesellschaft und dem Verband der Privatkliniken Niedersachsen und Bremen. Die Privatkliniken befürchteten Kurzarbeit, betriebsbedingte Kündigungen und sogar Insolvenzen.

URLAUBER VERLASSEN INSELN: Seit Sonntag unterstützen Polizeibeamte vom Festland die Inselpolizei von Norderney bei der angeordneten Räumung der Nordsee-Insel. «Auf Norderney hat ein Großteil der Besucher unsere Insel verlassen», sagte Bürgermeister Frank Ulrichs (parteilos). «Die eindringlichen Appelle haben offenbar geholfen.» Urlaubsgäste müssen den Landkreis Aurich und seine Inseln Norderney, Juist und Baltrum spätestens am Sonntag verlassen, drei Tage früher als zunächst geplant. Gästen droht ein Strafverfahren, wenn sie noch am Montag von der Polizei auf der Insel erwischt werden. Sie würden dann kostenpflichtig von der Insel verwiesen, sagte eine Polizeisprecherin. Damit sollen medizinische Kapazitäten für Covid-19-Erkrankungen auf den Inseln freigehalten werden.

KRIMINELLE SCHLAGEN KAPITAL: Niedersachsens Landeskriminalamt (LKA) warnt vor Kriminellen, die aus der Corona-Krise Profit schlagen wollen. Die Betrüger suchten nach Ängsten in der Bevölkerung», sagte LKA-Sprecherin Katrin Gladitz der «Braunschweiger Zeitung». «Corona löst derzeit natürlich die größten Sorgen aus. Die Betrüger sind kreativ.» So habe das LKA einen Fakeshop im Internet im Blick, der angebliche Schutzmasken verkaufe. In Buxtehude klingelten am Freitagabend drei bisher unbekannte Männer in weißen Anzügen an mindestens einer Haustür und gaben sich als Mitarbeiter des Gesundheitsamtes aus, wie die Polizei am Sonntag mitteilte.

Aurich (dpa/lni) - Der Landkreis Aurich schränkt den Zugang von den Inseln Norderney, Juist und Baltrum zum Festland ein.

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Hannover (dpa/lni) - Unbekannte haben aus der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) am Sonntag nach Angaben des Wissenschaftsministeriums große Mengen an Schutzmasken und Desinfektionsmitteln gestohlen.

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Bremerhaven (dpa/lni) - Die Fischtown Pinguins Bremerhaven haben den ersten Neuzugang für die kommende Saison perfekt gemacht.

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