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Der Norden Theater und Kinos könnten öffnen
Der Norden

Lockerungen zum 22. Juni in Niedersachsen: Theater und Kinos könnten öffnen

16:42 16.06.2020
Symbolbild Quelle: Claudio Furlan
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Hannover

Der Kulturbetrieb in Niedersachsen soll nach Monaten der Corona-Pause von Montag an wieder in Schwung kommen. Der Entwurf der Landesregierung für die nächste Corona-Verordnung sieht nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur wichtige Lockerungen für die Branche vor. Auch die Zwei-Haushalte-Regel für Treffen in der Öffentlichkeit könnten demnach gelockert werden.

Die neue Corona-Verordnung soll der letzte Schritt im landesweiten Fünf-Stufen-Plan sein. In den kommenden Tagen soll sie final abgestimmt und am Freitag der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

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KULTUR: Theater- und Kinobetreiber dürfen demnach aufatmen - dem neuen Entwurf zufolge soll der Besuch kultureller Veranstaltungen vom 22. Juni an zulässig sein, wenn die Zuschauer einen Mindestabstand von eineinhalb Metern wahren. Die Veranstalter müssen dabei jedoch sicherstellen, dass die Besucher eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Bisher sind Kulturevents mit bis zu 250 Teilnehmern in Niedersachsen nur im Freien erlaubt, obwohl in anderen Ländern auch Theater und Kinos bereits geöffnet haben.

KONTAKTE: Der Aufenthalt in der Öffentlichkeit soll künftig in Gruppen von bis zu zehn Personen erlaubt sein. Wenn die Gruppen aus Angehörigen bestehen, sollen sich sogar mehr als zehn Menschen draußen treffen können. Bisher sind die Kontakte ohne Mindestabstand auf Menschen aus maximal zwei Haushalten beschränkt.

SPORT: Sportvereine könnten von Montag an wieder Zuschauer empfangen. Allerdings müssen die Besucher einen Mindestabstand von eineinhalb Metern zu Menschen aus einem anderen Haushalt einhalten. Kommen mehr als 50 Zuschauer, müssen sie Sitzplätze einnehmen. Die Veranstalter müssen außerdem die Kontaktdaten der Zuschauer erfassen, um mögliche Infektionsketten später nachvollziehen zu können. Die Änderungen für Zuschauer gelten aber nur für den Amateursport. Veranstaltungen mit mehr als 1000 Menschen sollen zudem bis Ende August verboten bleiben.

APP: Um das Coronavirus weiter einzudämmen, wirbt auch die Landespolitik für die Installation der Corona-Warn-App des Bundes. In den sozialen Netzwerken verkündeten unter anderem Ministerpräsident Stephan Weil und Innenminister Boris Pistorius (beide SPD), dass sie die Software auf ihrem Smartphone installiert hätten. Dem Leiter des Corona-Krisenstabs, Heiger Scholz, gelang das dagegen nach eigenen Worten am Dienstag noch nicht - womöglich wegen des großen Andrangs aus der Bevölkerung, wie er in einer Pressekonferenz sagte.

AUSBLICK: Die neue Verordnung soll - dem bisherigen Rhythmus folgend - zwei Wochen lang gültig sein, also bis zum 6. Juli. Danach sollen die verbleibenden Grundregeln dann in einer kompakten und leichter verständlichen Neufassung dargestellt werden. Das kündigte Krisenstabschef Scholz am Dienstag an. Eine Rückkehr zu einem Alltagsleben ohne Corona-Einschränkungen werde es allerdings erst im Sommer 2021 geben. Wenn Ende 2020 oder Anfang 2021 ein Impfstoff zur Verfügung stehe, benötige die Produktion und Impfung größerer Teile der Bevölkerung noch entsprechend Zeit, so Scholz. Außerdem könne es im Winter wieder zu einem Anstieg der Neuinfektionen kommen.