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Der Norden Weil rechtfertigt Beschränkungen für Urlauber
Der Norden

Weil rechtfertigt Beschränkungen für Urlauber

13:40 25.06.2020
Stephan Weil (SPD), Ministerpräsident Niedersachsen, spricht im Landtag. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Archivbild Quelle: Julian Stratenschulte
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Warendorf

Berlin/Hannover (dpa) - Nach dem Corona-Ausbruch im Kreis Gütersloh in Nordrhein-Westfalen hat Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) die beschlossenen Beschränkungen für Urlauber aus dieser Region gerechtfertigt. «Das sind schon Zahlen, die sprengen die sonstigen Verhältnisse deutlich», sagte der Regierungschef über die hohen Infektionszahlen in den nordrhein-westfälischen Kreisen Gütersloh und Warendorf am Donnerstag im ARD-«Morgenmagazin».

In Niedersachsen dürfen Touristen aus den beiden Kreisen ab Freitag nur mit ärztlichem Attest in Hotels, Ferienwohnungen oder auf Campingplätzen übernachten. Der Kreis Gütersloh überschreitet den von Bund und Ländern vereinbarten Grenzwert von 50 Neuinfektionen binnen einer Woche je 100 000 Einwohner derzeit klar, der Kreis Warendorf lag am Donnerstag genau bei dieser Grenze.

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«Das, was bis jetzt geschieht, lässt sich aus meiner Sicht sehr, sehr gut begründen», sagte Weil. Mit den Beschränkungen folge Niedersachsen der Beurteilung der nordrhein-westfälischen Landesregierung. Die Umstellung von einem allgemeinen Lockdown hin zu einer konzentrierten regionalen Bekämpfung habe sich aus seiner Sicht bewährt, sagte Weil.

Der Tourismusverband Niedersachsen begrüßte, dass die Landesregierung die Touristenregionen vor einer Einschleppung des Virus schütze. «Viele Betriebe der Tourismuswirtschaft würden einen zweiten Lockdown nicht überleben», sagte der Vorsitzende Sven Ambrosy der Deutschen Presse-Agentur. Er plädierte aber für eine allgemeine Regel, die nicht nur für Bewohner zweier Landkreise im Nachbarbundesland gelte. «Es geht nicht um Stigmatisierung», sagte Ambrosy, der auch Landrat des Kreises Friesland ist.

Touristen aus allen belasteten Regionen sollten sich vor Anreise an ihr Urlaubsziel ein Attest besorgen und so bestätigen, dass sie nicht infiziert sind. Maßstab der Belastung sollte die Grenze von 50 Neuinfektionen binnen einer Woche auf 100 000 Einwohner sein. Als Beispiel nannte Ambrosy die Regelungen in Mecklenburg-Vorpommern oder Bayern. Wie viele Gäste aus Gütersloh und Warendorf bereits in Niedersachsen sind oder dort Urlaub machen wollen, lässt sich nach Verbandsangaben nicht feststellen.

In Niedersachsen bewegt sich die Corona-Verbreitung in der Region Göttingen seit Tagen um den Grenzwert von 50 Fällen. Am Donnerstag wurde ein Wert von 48,8 Fällen angegeben, nach 51,2 Fällen am Mittwoch. Die Infektionen konzentrieren sich auf einen Hochhauskomplex, der am vergangenen Donnerstag für eine Woche unter Quarantäne gestellt worden war. Deshalb ist die Lage nach Einschätzung der Stadt beherrschbar. Ambrosy pflichtete dem bei. Außerdem sei in Niedersachsen noch nicht wie in Nordrhein-Westfalen an diesem Wochenende Ferienbeginn, sagte er.

Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) erinnerte in der Sendung «NDR Info» an den Schutzauftrag der Landesregierung: «Und wir müssen dafür sorgen, dass das Coronavirus sich nicht verbreitet. Wir müssen weiterhin vorsichtig bleiben.» Althusmann warnte insbesondere vor einem Corona-Ausbruch in den touristischen Regionen des Bundeslandes, der das gesamte touristische Leben dort zum Erliegen bringen könnte.