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Hintergrund Schaut! Mich! An!
Mehr Hintergrund Schaut! Mich! An!
17:49 05.09.2018
Eva Hanel ist Medienreferentin der Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen. Quelle: REFillis
Celle

Eva Hanel schaut in ratlose Gesichter. Die Referentin des Vortrages „Schaut! Mich! An! Das Medienhandeln von Mädchen“, hat auf die Frage, wer Dagi Bee, Bibis Beauty Palace, Gronkh und DieLochis sind, keine Antwort bekommen. Nur wenige der 30 Teilnehmer können erklären, dass es sich bei ihnen um YouTube-Stars handelt. Sie beschreiben den anderen, womit sich die YouTuber in den Videos, die sie auf der beliebten Plattform hochladen, beschäftigen. Es folgen einige Ausschnitte aus hochgeladenen Videos der beliebtesten YouTube-Stars.

Nach diesem Schema verläuft auch der restliche Vortrag. Immer wieder werden die Teilnehmer mit einbezogen, schildern eigene Erfahrungen, diskutieren miteinander, stellen Fragen. Eine Teilnehmerin fragt: „Gibt es überhaupt YouTube-Kanäle, die bei Mädchen beliebt sind, in denen es nicht um den Körper geht?“ So richtig beantworten, kann auch Hanel diese Frage nicht – schließlich sind die YouTuber bei den Mädchen am beliebtesten, die sich mit Schönheit, Konsum, Mode und Lifestyle beschäftigen. Diese Präferenz beschränkt sich nicht nur auf YouTube, auch bei Instagram stehen diese Themen im Vordergrund.

Werbung ist nur
schwer zu erkennen

Gemeinsam betrachten Referentin und Teilnehmer Profile von bekannten Influencern auf Instagram, betrachten sie kritisch, verweisen auf Probleme. Als Influencer werden Personen bezeichnet, die aufgrund ihrer starken Präsenz und ihres hohen Ansehens in sozialen Netzwerken für Werbung und Vermarktung in Frage kommen. „Influencer dienen rund um die Uhr als Werbefigur, für Kinder ist es jedoch schwer zu erkennen, dass es sich um Werbung handelt“, erklärt Hanel. Die Beliebtheit der Influencer verändert auch die Berufswünsche der Jugendlichen – Influencer ist schon lange ein erstrebenswerter Beruf geworden.

Hanel beschränkt sich nicht nur auf ein Thema, sondern fasst viele relevante und aktuelle Themen auf. So geht es nicht nur um die Influencer und YouTube-Stars, sondern auch um Datenschutz und Sexting. Egal, um welches Thema es sich handelt, deutlich wird vor allem: für Mädchen geht es viel um den eigenen Körper, um Selbstoptimierung.

Immer wieder werfen die Teilnehmer eigene Erfahrungen ein, erzählen von Kindern, die bereits einen eigenen YouTube-Kanal besitzen, Videos von sich im Bikini hochladen, ihr Haus und ihr Zimmer bereitwillig zeigen. Die Privatsphäre schützen viele nicht. „Kinder können nicht abschätzen, wer die Videos sieht“, erklärt Hanel das Verhalten. Es läge an den Eltern, die Kinder darüber aufzuklären.

Julia Frenking gehört zu den Teilnehmern des Vortrages. Sie ist im Fachdienst Jugendarbeit bei der Stadt Celle tätig, arbeitet viel mit Jugendlichen zusammen. „Es ist wichtig, auf dem neuesten Stand zu sein, um mitreden und auch reagieren zu können“, erklärt sie ihre Teilnahme, „das ist eine ganz andere Generation“.

Organisiert wurde der Vortrag vom Mädchenarbeitskreis (MAK). Seit mehr als 20 Jahren setzt dieser sich für Mädchen und junge Frauen ein, um sie zu stärken und Benachteiligungen aufzudecken sowie abzubauen. Dem MAK gehören unter anderem Jugendpflegerinnen, Lehrerinnen, Sozialarbeiterinnen und das Jugendamt aus Stadt und Landkreis Celle an. Die Mitglieder haben gemeinsam, dass sie mit Mädchen und jungen Frauen arbeiten.

Informationen
an Zielgruppe vermitteln

Mehrmals im Jahr organisiert die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Bianka Lawin Vorträge zu verschiedenen Themen, immer wieder sind diese auch öffentlich. Als Koordinatorin kann sie alle Institutionen im Landkreis erreichen, damit die Informationen an eine möglichst breite Zielgruppe vermittelt werden. „Heute sind besonders viele Jugendpflegerinnen dabei“, resümiert sie mit Blick auf die verschiedenen Teilnehmer des Vortrages. Je nach Thema wird auch eine andere Zielgruppe erreicht.

Da Mädchen mit den Medien anders umgehen als Jungen, stehen diese im Fokus des Vortrages. Der Vortrag ist öffentlich, richtet sich also nicht ausschließlich an Mitglieder des Mädchenarbeitskreises. So sollen Multiplikatoren erreicht werden. Das durch den Vortrag erworbene Wissen sollen die anwesenden Lehrerinnen, Sozialarbeiterinnen und Jugendpflegerinnen weitergeben, um so auch Mädchen und Jungs gleichermaßen aufzuklären.

Von Vanessa Fillis

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