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Hintergrund Technik mit allen Sinnen erleben
Mehr Hintergrund Technik mit allen Sinnen erleben
13:24 13.06.2010
Realschule Burgstrasse auf Ideen-Expo: Kämpfen gegen das Gummiband: Sportliche Aktivitäten locken Schüler wie Janina Hermann und Nadine Schaveina auf den Platz vor der Halle. Quelle: Isabel Christian
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Hannover

Von Isabel Christian

HANNOVER. Der Tatort zieht sie sofort in ihren Bann. Die „Leiche“ ist mit einer Wärmefolie zugedeckt und überall stehen Leute von der Pathologie und der Spurensicherung herum. Die haben die Beweise schon markiert: fünf kleine Kärtchen mit Nummern sind auf dem Waldboden verteilt. Schmunzelnd steht der Landeskriminalamts-Mitarbeiter Jörg Aehnlich an der Absperrung. „Wollt ihr wissen, wie man mithilfe der Spuren den Täter ermitteln kann?“, fragt er die fünf Mädchen.

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Mit Schaufensterpuppen haben Aehnlich und seine Kollegen auf der Ideen-Expo in Hannover einen Tatort nachgestellt, um interessierten Schülern zu zeigen, wie die echte Spurensicherung arbeitet. Neugierig folgen die fünf Schülerinnen aus der Klasse 6c der Realschule Burgstraße dem LKA-Mann um den Tatort herum. „Zuerst untersuchen wir den Zigarettenstummel, der nahe der Leiche gefunden wurde. Welchen Hinweis gibt uns dieser auf den Täter?“, fragt er. Doro Scharch weiß die Antwort: „Damit kann man die DNA des Täters feststellen. Das ist wie ein Bauplan des Menschen, der zum Beispiel vorgibt, wie er aussieht.“ Aehnlich zeigt ihnen vier weitere Arten von Spuren und die Mädchen bekommen eine Visitenkarte mit ihrem eigenen Fingerabdruck als Erinnerung.

Auch Biologen kommen

voll auf ihre Kosten

Nicht nur das LKA zeigt auf der Ideen-Expo die neueste Technik aus ihrem Alltag, auch Firmen wie Volkswagen und Siemens sind vertreten. Aber auch Schülergruppen zeigen ihre kreativen Ideen in der Messehalle neun.

Unterdessen hat Nadine Schaveina der Stand der Stiftung Tiermedizinische Hochschule Hannover entdeckt, bei dem mutige Schüler das Innere einer Kuh ertasten können. „Was ihr hier seht, ist ein Trainingsgerät für angehende Tierärzte“, erklärt einer der ausstellenden Studenten.

Hochschulen zeigen hier auch Projekte aus dem Universitätsalltag. Neben der naturwissenschaftlichen Aufklärung können sich die Schüler auch über die Hochschulen und ihr Fächerangebot informieren.

Vorsichtig streift Nadine den riesigen grünen Plastikhandschuh über und fasst in das simulierte Hinterteil der Kuh. „Ich möchte später Landtierärztin werden“, sagt sie, „Da darf man sich davor auch nicht ekeln.“

Vier Bereiche informieren

über Forschung und Technik

Vor den technisch-künstlerischen Werken der Renata-Schule Hildesheim bleiben Larissa Scholtz und Jana Kneisel stehen und amüsieren sich über die Teddy-Version von Star Wars mit Computerleuchten als Laserschwertern. Jetzt wollen die Mädchen selbst basteln und betreten neugierig den mit orangenen Wänden gekennzeichneten Bereich der Produktion. Hier dreht sich alles rund um die Technik.

Die Halle neun ist in vier Bereiche zu Natur und Technik aufgeteilt. Neben dem Produktionsbereich markieren gelbe Wände die Energiezone. Im blauen Bereich können sich die Schüler rund um das Thema Mobilität informieren. Der Tatort und die Plastikkuh sind Teile der Ausstellung zu Leben und Umwelt, die grün gekennzeichnet ist.

Erneuerbare Energien

als zentrales Thema

Papierwindmühlen falten ist gar nicht so leicht, stellen die Schülerinnen am Stand des Fachgymnasiums Technik fest. Während Janina Hermann noch die Windmühlenflügel zusammensteckt, pustet Doro leicht gegen ihre fertige Windmühle. „Funktioniert“, grinst sie, als sich das Papier zu drehen anfängt.

Auch um die Messehalle herum ist viel los. Neben den Mitmachaktionen der Energiefirmen zum Thema „Energie sparen“ können sich die Schüler an Sportparcouren und Klettertürmen so richtig austoben.

Beim Stand der Firma E-on müssen Doro und Nadine kräftig in die Pedale treten, um mit dem Fahrrad die aufgestellten Glühbirnen zum Leuchten zu bringen. Währenddessen lässt sich Larissa mit einer Wärmebildkamera ihr Gesicht fotografieren. „Am liebsten würden wir alles ausprobieren, nur leider reicht die Zeit dafür nicht aus“, berichtet Janina. „Auf jeden Fall macht die Expo Lust auf mehr Experimentieren. Ich finde es toll, dass es hier so viel zum Mitmachen gibt“, ergänzt Jana.

Mittlerweile ist es Mittag und es wird warm auf dem Platz vor der Messehalle. Überall wuseln Schüler aller Altersklassen herum. Doro lässt sich schläfrig von der Wärme auf die kleine Bank vor dem aufblasbaren RWE-Haus fallen, wärend sich die anderen Vier durch die Schülergruppen drängeln, um das Quiz der Energiefirma zu lösen.

„Lasst uns jetzt mal was mit Bewegung machen“, schlägt Nadine vor, nachdem sie ihren Teilnahmeschein in die bereitstehende Box geworfen hat. „Sonst schläft Doro hier noch ein.“ Auf dem gesamten Platz bieten Messehostessen in knallorangenen „Ideen-Expo“ T-Shirts Aktivitäten wie Seilklettern oder Torwandschießen an.

„Das sieht ja lustig aus“, meint Janina begeistert, „das will ich unbedingt auch mal probieren.“ Sie zeigt auf eine Art Hüpfburg, in der je zwei Schüler um die Wette versuchen, ein kleines Päckchen so nahe wie möglich auf die gegenüberliegende Seite zu befördern. Der Haken an der Sache: die Wettkämpfer sind mit einem Gummiband angebunden, das sie immer wieder zurückzieht.

Larissa und Jana feuern Janina und Nadine an, die sich abmühen, so weit wie möglich vorwärts zu gelangen und dem Gummiband zu trotzen, welches sie aber stets von den Füßen reißt.

Ideen-Expo-Party-Bus

sorgt für gute Stimmung

Ein am Rand einer großen Bühne geparkter Wohnwagen erregt sofort die Aufmerksamkeit der Schülerinnen. „Herzlich Willkommen hier am Ideen-Expo-Party-Bus“, brüllt einer der Animateure über die Mallorcamusik hinweg in sein Mikrofon, „Wer will mit uns eine Runde Quiz spielen?“ Doro, Janina und Nadine melden sich sofort. Die Fragen beantworten sie mühelos und sind schnell stolze Besitzer zweier Expo-Taschen und eines Sonnenhuts.

Jana und Larissa haben in der Messehalle noch einige Experimente entdeckt. Konzentriert setzen sie einen Handfeger und diverse elektrische Teile zu einem Solarkrabbler zusammen. Und siehe da: der Handfeger rutscht tatsächlich von selbst über den Tisch.

Eine süße Überraschung erwartet die Schülerinnen zum Schluss: Auf dem Rückweg kommen sie an einem Stand vorbei, an dem eine Mischmaschine flüssige Schokolade umrührt. Mit vollen Backen kauend sind sich alle einig: Das war ein toller Schultag.

Von Isabel Christian