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Interview Abschied beim Onko-Forum: "Hoffnung gibt Menschen Kraft"
Mehr Interview Abschied beim Onko-Forum: "Hoffnung gibt Menschen Kraft"
16:21 27.04.2018
Von Dagny Siebke
Dem Mediziner und Theologen Manfred Lux fiel der Abschied nicht leicht. Seine Kollegen beschrieben ihn als „guten Hirten“. Quelle: David Borghoff
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Celle Stadt

Wie hat sich das Onko-Forum während der vergangenen zehn Jahre verändert?

2009 arbeiteten zwei Psychoonkologinnen in der Krebsberatungsstelle und fünf Fachkrankenpfleger im Ambulanten Palliativ-Dienst. Aktuell beschäftigt der gemeinnützige Verein 17 Fachkräfte auf elf Vollzeitstellen. Sie kümmern sich jährlich um rund 1000 schwer erkrankte Menschen in und um Celle. Unter den direkt Betroffenen befinden sich auch etwa 100 Kinder mit an Krebs erkrankten Angehörigen, die der Verein in therapeutisch begleiteten Einzel- und Gruppentreffen auffängt.

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Die finanzielle Lage des Onko-Forums ist aktuell sehr angespannt...

Der Jahresetat beläuft sich auf rund 700.000 Euro, von denen 2017 90 Prozent durch Spenden, Mitgliedsbeiträge, Nachlässe und andere private Mittel aufgebracht wurden. Dank einer großen Erbschaft haben wir hohe Rücklagen. Darauf konnten wir die vergangenen drei Jahre zurückgreifen, um unser Defizit ausgleichen. Dies ist durch strukturelle Veränderungen bei der „Spezialisierten Ambulanten Palliativ-Versorgung” entstanden. Momentan ist der neue Vorstand sehr intensiv damit beschäftigt, an Unternehmen heranzutreten und sie für eine Mitgliedschaft zu gewinnen.

Um die Arbeit zu sichern, sind im Laufe der Jahre immer mehr Benefiz-Veranstaltungen entstanden.

Jüngstes Beispiel ist „Schlag den Krebs“. Zudem haben wir die Regatta „Rudern gegen Krebs“ nach Celle geholt und gemeinsam mit den Rudervereinen aus dem Stand heraus die bundesweit größte Veranstaltung dieser Art auf die Beine stellen können. Uns ist es gelungen, hierfür 150 Ehrenamtliche zu mobilisieren. Am 25. August geht es in die dritte Runde und wir hoffen wieder auf gute Beteiligung.

Worauf beruht der große Rückhalt in der Bevölkerung?

An Krebs erkrankte Menschen bekommen bei Fachkräften des Onko-Forums die Zeit geschenkt, die sie brauchen. Gerade in der letzten Phase ihres Lebensweges passt eine oft betriebswirtschaftlich gebotene zeitliche Taktung nicht. Die schwer Erkrankten und ihre Angehörigen sind sehr dankbar, weil sie spüren, wie engagiert unsere Mitarbeiter sind. Das Besondere im Onko-Forum war immer der gute Teamgeist, denn zwischen der Krebsberatungsstelle und der ambulanten Palliativversorgung gibt es eine enge Verzahnung. Es gibt wöchentlich eine Teamsitzung und darüber hinaus Supervision, damit unsere Mitarbeiter mit belastenden Situationen umgehen zu können.

Was hat sich beim Thema Krebs in 18 Jahren verändert?

Früher bedeutete die Diagnose für viele das Todesurteil. Doch inzwischen gibt es immer bessere Behandlungsverfahren. Heutzutage spricht man bei Brustkrebs eher von einer chronischen Erkrankung. Es ist wichtig, die Betroffenen in ihrer Hoffnung zu stabilisieren. Denn diese Hoffnung gibt den Menschen Kraft. Es gibt wissenschaftliche Studien, die bestätigen, dass Krebspatienten eine längere Lebenszeit haben, wenn sie psychoonkologisch begleitet werden. Dabei lernen sie, die bösartige Erkrankung in ein größeres Sinngefüge einzubetten.

Wie wurden Sie von den Kollegen verabschiedet?

Bei der Mitgliederversammlung war schon ein Stück Wehmut dabei. Ich war sehr gerührt, weil die Mitarbeiter und Vorstandkollegen mich so wahrgenommen haben, wie es meiner Motivation entsprach. Sie haben gesagt, ich sei ein guter Hirte gewesen. Die Mitarbeiter sind sehr engagiert und ich bin stolz, dass ich sie ein Stück begleiten durfte. Doch irgendwann muss eine Zäsur gesetzt werden. Nach so vielen Jahren muss im Vorstand jemand ran, der jünger ist. Ich verlasse die Familie nicht und bin weiterhin Mitglied. Gerd Molsen ist ein hoch motivierter und sehr kompetenter Nachfolger. Auch er hat ein christlich fundiertes Menschenbild und ein ähnliches Harmoniebedürfnis.

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