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Interview Celles Oberbürgermeister Jörg Nigge im Interview: Politik, Projekte und, na klar: das Pony
Mehr Interview Celles Oberbürgermeister Jörg Nigge im Interview: Politik, Projekte und, na klar: das Pony
18:12 12.01.2018
Von Michael Ende
Quelle: Michael Schäfer
Celle Stadt

Wie würden Sie das abgelaufene Jahr charakterisieren?

Für mich war 2017 ein Express-Jahr. Ich habe mich mitten hinein ins Vergnügen gestürzt und jede Menge angefangene Projekte übernehmen müssen. Da wollte ich von null auf hundert durchstarten, aber das ging nicht so schnell. Erst einmal musste ich versuchen, möglichst viele Protagonisten in der Stadt kennen zu lernen. Dazu kamen noch die Einflüsse der Politik – ein großes Konglomerat von Inhalten und Beziehungen.

Gab es für Sie ein Highlight 2017?

Das ganze Jahr war ein Highlight. Es macht unheimlich Spaß, hier zu arbeiten. Man kann viel bewegen.

Wo haben Sie etwas bewegt?

Zentrales Thema ist der Etat. Wir müssen alles vom Haushalt her denken – und zwar ganz anders als in den vergangenen Jahren. Wir wollen nicht nur sparen, sondern auch investieren – und zwar dort, wo wir auch einen Return bekommen. Zum Beispiel beim Bauland, das lange vernachlässigt wurde. Gerade erst haben wir Land in Groß Hehlen gekauft, das wir als Baugrundstücke ausweisen werden. So holen wir junge Familien nach Celle. Dieses Feld darf man nicht den Landgemeinden überlassen. Die Anstrengungen, die wir jetzt unternehmen, werden sich in ein paar Jahren auszahlen.

Was ist Ihnen besonders wichtig?

Ich habe es bereits erwähnt: Familien. Hier wurde es jahrelang unterlassen, ein positives Umfeld zu schaffen. Wenn wie heute häufig beide Elternteile berufstätig sind, dann muss die Ganztagsbetreuung für Kinder exzellent organisiert sein. Derzeit haben wir im ganzen Stadtgebiet nur noch 14 freie Kita-Plätze – das ist ja wohl alles andere als attraktiv und zukunftsträchtig. Hier müssen wir dringend was tun.

Manche Sport-Funktionäre bewerten Ihren Tatendrang eher negativ, sprechen vom Kaputtsparen.

Das kann niemand wollen. Was wir aber wollen, ist, diesen ganzen Bereich auf ein neues Fundament zu stellen und zukunftsträchtige Strukturen zu schaffen. Alle Vereine sollen gerecht und gleich behandelt werden. Da müssen viele umdenken – nicht nur wir im Rathaus.

Dazu sind Sie auch bereit, wie auf der Herrenwiese Sportflächen in Wohnmobil-Stellplätze umzuwandeln.

Genau. Denn der Tourismus ist ein Gebiet, auf dem wir noch viel mehr punkten können. Er bringt Kaufkraft und Leben in die Stadt. Mit CTM-Geschäftsführer Klaus Lohmann haben wir uns einen internationalen Hochkaräter in die Stadt geholt, der Potenziale heben wird.

Wollen Sie sich weiter auf die Altstadt konzentrieren?

Auf jeden Fall. Die Innenstadt ist die wesentliche DNA einer Stadt. Unsere personell verstärkte Wirtschaftsförderung ist dort jetzt ganz anders unterwegs als früher. Wir wollen aktiv helfen. Nicht nur Dinge zulassen. Dazu gehört auch ein Kulturwandel innerhalb der Verwaltung: Wir werfen viele selbst auferlegte Regularien über Bord, um Dienstleister im besten Sinne zu sein.

Muss heute zum Beispiel niemand mehr in den Knast, weil er in der Altstadt ohne Erlaubnis Blumen pflanzt?

Ganz im Gegenteil: In diesem Jahr wird die Altstadt begrünt wie noch nie – und zwar komplett mit Fremdmitteln. Es ist toll, zu sehen, wie sich Menschen engagieren, um gemeinsam die Stadt nach vorn zu bringen. Dabei liefern die Bürger mehr Ideen als einzelne Ratsfraktionen.

Was ist das Kernthema in diesem Jahr?

Wir haben 2017 belastbare Strukturen aufgebaut, mit denen wir 2018 Projekte, bei denen es jahrelang nicht voran ging, auf die Spur bringen. Und zwar mit dem Ziel, sie auch wirklich zu realisieren. Stichworte und Baustellen, die noch keine sind, gibt es viele. Ich nenne nur Rathsmühle, Ratsherrenparkplatz, Prinzenpalais, Goldene Sonne, Allerinsel, Wohnbebauung an der Wehlstraße und Nordwall. Das sind alles große Projekte, die eine Verwaltung vor echte Herausforderungen stellen. Mein Ziel ist es, diese Dinge in diesem Jahr so vorzubereiten, dass es Projektpläne gibt, die man dann auch abarbeiten kann. So werden wir zum Beispiel im März das Konzept für den Nordwall-Ausbau vorlegen.

Nordwall-Ausbau, ohne sämtliche erforderlichen Grundstücke in der Tasche zu haben?

Wir müssen mit dem arbeiten, was wir haben. Und das werden wir tun.

Was ist für Sie persönlich das Wichtigste in diesem Jahr?

Ganz klar, dass meine Familie aus Hamburg hierher zu mir zieht. Endlich zusammen im eigenen Heim in Celle – darauf freuen wir uns alle.

Ihre Kinder werden Sie dann an ein Wahlkampfversprechen erinnern: Kaufen Sie ihnen das versprochene Pony?

(lacht) Darum werde ich nicht herumkommen. Versprochen ist versprochen. Das Pony muss her.

Gibt es eine Altlast aus 2017, die Sie mit sich herumschleppen?

Ja. Ich hatte mir vorgenommen, die politische Kultur hier positiv zu verändern. Damit bin ich grandios gescheitert. Noch immer geht es im Rat oft eher um Befindlichkeiten als um die Sache. Ich will weiter versuchen, hier mit allen anderen zu einem neuen, konstruktivem Stil in der politischen Debatte zu finden.

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