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Interview Plan B für abrissbedrohte Celler Haesler-Siedlung?
Mehr Interview Plan B für abrissbedrohte Celler Haesler-Siedlung?
19:47 21.03.2018
Von Michael Ende
Quelle: Wolfgang Becker
Celle Stadt

Die Siedlung besteht schon seit den 30er Jahren. Stahlträger als wunde Punkte sind bei diesen Gebäuden hinreichend bekannt. Wieso wurde erst so spät der Zustand überprüft? Gab es zwischenzeitig Untersuchungen, wenn ja mit welchem Ergebnis?

Dem Vorwurf, die WBG hätte die Schäden am Stahl früher erkennen müssen, muss ich deutlich widersprechen. Vielmehr hat die Technische Universität Braunschweig eine gutachterliche Bewertung erstellt, die der WBG im Frühjahr 2015 vorgestellt wurde. Im Ergebnis haben die Wissenschaftler ausreichende Tragsicherheit testiert, natürlich nicht ohne den Hinweis zu geben, bei konkreten Baumaßnahmen mögen weitere Untersuchungen durchgeführt werden. Erst während der Detailplanung für den Galgenberg 20, ab Sommer 2017, mussten die beauftragten Ingenieure und Architekten Erkenntnisse sammeln, die zur bedauerlichen Notabstützung im Dezember 2017 führten. Im Übrigen war der Stahl bei der Baumaßnahme im Blumläger Feld Süd 2003 wohl in einem deutlich besseren Zustand, weshalb womöglich damals kein Anlass zu vorsorglichen Untersuchungen im Nordteil der Siedlung gesehen wurde.

Wann wurden die Gebäude zuletzt saniert?

Die WBG hat im erkennbar erforderlichen Maß die Gebäude fortlaufend instandgehalten. Zuletzt wurden größere Sanierungsmaßnahmen an Fassade und Fenstern vor etwa 25 Jahren durchgeführt, sodass sich in den letzten Jahren wieder planmäßig mit größeren Maßnahmen beschäftigt werden konnte.

Wer hat zusammen mit der WBG über die Zukunft der Siedlung zu entscheiden?

Das Haesler-Thema elektrisiert auch heute noch viele Architekturexperten. Hier wurde verständlicherweise immer wieder diskutiert und debattiert. Rein formal ist die Untere Denkmalbehörde die entscheidende Instanz.

Gibt es bei einer Sanierung eine Chance auf Fördergelder?

Die WBG hat sich sehr intensiv mit Fördermöglichkeiten beschäftigt und dazu eigens die Technische Universität Braunschweig beauftragt, die viel Erfahrung bei der Drittmittelakquise hat. Die seinerzeitige Projektleiterin der TU, die heute übrigens Präsidentin des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege (NLD) ist, hat die Fördertöpfe für uns durchforstet. Leider ist außer einem überschaubaren Betrag aus dem städtischen Klimaschutzfonds nichts Zählbares herausgekommen.

Wird die WBG bis zum Auszug der Mieter Kontroll-Besichtigungen durchführen, ob die Holzkonstruktionen noch intakt sind und ausreichen?

Ja

Wie ist der Fahrplan für die weiteren Monate? Wann soll eine Entscheidung über Abriss oder Sanierung fallen?

Die WBG beschäftigt sich seit vielen Jahren mit ihren Gründungsbeständen. Immer wieder war die Siedlung Gegenstand von Workshops, Expertisen und Fachdiskussionen. Der Tragwerksplaner hat der WBG Ende November 2017 verbindlich mitgeteilt, dass eine Notabstützung keinen Aufschub erlaubt. Diese Nachricht erforderte nicht nur unverzügliches Handeln, sondern hat uns auch den sprichwörtlichen Boden unter den Füßen weggezogen. Seitdem arbeiten alle Beteiligten an einem Plan B, zumal das Bauhausjahr 2019 vor der Tür steht.

Die SPD hat erwähnt, dass sich am vergangen Donnerstag ein „Krisenstab“ mit der Zukunft des Blumläger Feldes befasst haben soll. Hat ein solches Gremium getagt – und gibt es Ergebnisse?

Am 14. März hat turnusmäßig der Aufsichtsrat getagt. Ende November habe ich tatsächlich einen Krisenstab einberufen, als es um die Einbringung der Notabstützung ging. Hier musste unverzüglich gehandelt werden.

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