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Interview Trübe Aussichten für Ford-Autohaus – bessere Perspektiven für Renault
Mehr Interview Trübe Aussichten für Ford-Autohaus – bessere Perspektiven für Renault
13:53 13.06.2010
Von Gunther Meinrenken
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Celle Stadt

Das Ford-Autohaus der Firma Frye wird zumindest am jetzigen Standort im Gewerbegebiet der Wietzenbrucher Kolkwiesen keine Zukunft haben. Das teilte gestern Hans-Peter Valentiner mit, der als Insolvenzverwalter für die beiden Unternehmen Autohaus Frye GmbH (Renault und Dacia) und Frye Automobile GmbH (Ford und Citroën) eingesetzt ist. „Der Ford-Konzern wird für diesen Standort keinen Händlervertrag mehr schließen“, sagte Valentiner. Damit stehen die 23 Mitarbeiter des dortigen Autohauses vor einer ungewissen Zukunft. Valentiner: „In beiden Fällen ist eine Auffanglösung möglich.“

Das Frye-Unternehmen, das in die oben genannten beiden Gesellschaften unterteilt ist, war vor allem im Krisengeschäftsjahr 2008/2009 in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Vom 1. Juli 2008 bis 30. Juni 2009 hatte das Renault-Haus mit einem Minus von 1,2 Millionen Euro abgeschlossen, der Ford-Standort mit etwa einer Million Euro Minus. Anfang 2010 spielten die Banken nicht mehr mit. Frye stellte für beide Gesellschaften Insolvenzantrag.

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Seitdem ist Valentiner als Insolverwalter bemüht, die Fortführung des Geschäftsbetriebes zu sichern. Mit unterschiedlichem Erfolg. Für den Ford-Standort ist eine Auffanglösung nicht so einfach. Zuerst habe man versucht, mit dem jetzigen Vertriebsleiter eine Lösung zu gestalten. Dieses Thema sei nun vom Tisch so Valentiner, der derzeit mit einem anderen Ford-Händler in Verhandlungen steht. „Das wird sich im April entscheiden. Wenn das nicht klappt, müssen wir den Betrieb schließen“, meinte der Insolvenzverwalter.

Problematisch ist vor allem, dass der Ford-Konzern auf keinen Fall mehr den Standort im Gewerbegebiet Wietzenbruch weiter führen will. „Nach Expertenmeinung steht das Autohaus an der falschen Stelle. Es ist zu abgelegen, um neue Kundenkreise zu erschließen“, sagte Valentiner. Konsequenz: Soll in Celle ein Ford-Autohaus weiter geführt werden, müsste dieses erst an einem anderen, zentraleren Standort gebaut werden. Der Ford-Konzern habe schon signalisiert, diese Zwangspause von 12 bis 18 Monaten notfalls einlegen zu wollen.

„Bei Renault sieht es besser aus. Das Grundstück ist geeigneter für einen Autohaus-Standort“, sagte Valentiner. Es gebe konkrete Gespräche mit einem Renault-Händler aus Niedersachsen, der auch der Favorit des Herstellers sei. Knackpunkt der Verhandlungen seien die Besitzverhältnisse an dem Grundstück, das der ebenfalls in Insolvenz gegangenen Frye Verwaltungs- und Vermögens GmbH gehöre. „Ich hoffe, dass hier im Mai eine Entscheidung fallen wird“, so Valentiner.