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Mittendrin Auf der Suche nach Gas: Mit Tempo 30 ins Erdreich
Mehr Mittendrin Auf der Suche nach Gas: Mit Tempo 30 ins Erdreich
14:51 13.06.2010
Rohstoff zwischen Spargelfeldern: Marketingtreff zu Gast auf einem ITAG Gasbohrturm. Quelle: Janine Jakubik
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Celle Stadt

Sicherheit wird bei der ITAG ganz groß geschrieben: Das erfuhren auch die Mitglieder des Celler Marketingtreffs, die gemeinsam mit ihren Familien eine Einladung zu einer ITAG-Bohrturmbesichtigung annahmen. Keine Sandalen, dafür aber Helm, Schutzbrille und ein kleines rotes Atemschutznotset waren nötig, um das Gelände des Gasbohrturm in Sage bei Oldenburg betreten zu dürfen.

„Wir sind sehr stolz darauf, dass wir schon seit langer Zeit keinen Betriebsunfall mehr auf unserem Gelände zu verzeichnen hatten. Trotzdem ist gerade bei Bohrungen nach Gas die Beachtung von Sicherheitsmaßnahmen sehr wichtig. Denn bei diesen Bohrungen kann Sauergas aus der Bohrstelle austreten, ein für Menschen hochgiftiges Gas“, erklärt Herbert Toll, Ingenieur bei ITAG, die nötigen Sicherheitsvorkehrungen.

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Dann geht’s auf das Gelände, wo die interessierten Marketingexperten noch einiges dazulernen können. So erfahren die Besucher, dass bevor es überhaupt zu einer Bohrung kommt, auf dem in Frage kommenden Gelände sensible Mikrofone in der Erde versenkt werden. Dann werden Schallwellen in den Untergrund geschickt. Mit Hilfe der Resonanz der Schallwellen, die die Mikros messen, kann dann auf die Struktur der unterirdischen Gesteinsschichten und damit auf vorhandene Gasreserven geschlossen werden.

„Ist der Kunde der Ansicht, dass auf einem Gelände Gas zu fördern ist, bekommen wir den Auftrag, einen Bohrturm zu errichten und die erforderlichen Bohrungen vorzunehmen“, beschreibt Toll den nächsten Schritt auf der Suche nach dem Rohstoff.

Dabei ist es bei modernen Bohranlagen nicht nur eine senkrechte Bohrung in die Erde möglich. Vielmehr ist man durch den heutigen Stand der Technik dazu in der Lage, auch kilometerweite Bohrungen mit einer bestimmten Neigung vorzunehmen. Bei guten Bodenbedingungen ist es möglich, sogar dreißig Meter pro Stunde ins Erdreich vorzudringen. Eine Vorgehensweise, die es ermöglicht, zu vorher nur schwer erreichbaren Gasreserven vorzudringen.

Dabei sieht der Bohrexperte Toll den Energieträger Gas als zukunftsfähig an: „Gas-Ressourcen sind weltweit noch mehr als genug vorhanden. Erst, wenn andere Energieträger günstiger zu generieren sind, wird es zu einer Reduktion der Bohrungen kommen. Davon sind wir aber noch weit entfernt“, so Toll.

Von Janine Jakubik