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Mittendrin EU-Regeln für Verbraucher: Nährwerte deutlich sichtbar
Mehr Mittendrin EU-Regeln für Verbraucher: Nährwerte deutlich sichtbar
14:13 13.06.2010
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Celle Stadt

Bereits vor den Neuen Richtlinien zur Kennzeichnung von Lebensmittel haben in Deutschland die Discounter reagiert, die ersten waren dabei die Märkte der Real-Kette: Die Eigenmarken des METRO-Unternehmens sind schon seit längerem mit Nährwertangaben nach den neuen Standards versehen.

„Wir haben 2007 begonnen, unser Markensortiment grundsätzlich zu überarbeiten und haben dabei die wichtigen Nährwertangaben auf der Verpackung gleich mit aufgenommen“, sagt Pressesprecher Markus Jablonsky. Auch andere Unternehmen haben bereits mit der neuen Kennzeichnung des Eigenmarken-Sortiments begonnen, ab 2013 wird die kundenfreundliche Zusammenfassung der wichtigsten Nährwert-Informationen dann zwingend notwendig.

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Viele Celler Kunden befürworten die neue Regel. „Ich bin Diabetiker und muss deswegen generell immer auf die Nährwerte achten“, erzählt Robert Zetlau. Eine deutliche Kennzeichnung begrüßt er deswegen sehr.

Wie Zetlau interessieren sich viele Kunden neben dem Preis auch für den Nährwert der im Supermarkt erstandenen Produkte. Da kommen die neuen EU-Richtlinien genau richtig: Laut diesen sollen alle Lebensmittel (abgesehen von alkoholischen Getränken) auf der Verpackung über Energiegehalt und unterschiedliche Nährwerte wie Fette, Kohlehydrate und Zucker klar ersichtlich auf der Vorderseite informieren.

Die viel diskutierte „Ampel-Kennzeichnung“ aller Lebensmittel dagegen wurde von Seiten der EU abgelehnt. Real-Sprecher Jablonsky befürwortet diese Entscheidung: „Die Lebensmittelampel würde viele Lebensmittel stigmatisieren. Natürlich enthält beispielsweise Margarine viel Fett und müsste rot gekennzeichnet sein, trotzdem ist die ja nicht grundsätzlich ungesund.“

Viele Celler halten dagegen eine Kennzeichnung von Lebensmitteln aufgrund ihres Fett- und Zuckergehaltes für wünschenswert.

„Es ist leichter verständlich als bloße Nährwertangaben, bei denen man erstmal umrechnen muss. Die Ampel dagegen fällt sofort ins Auge und jeder weiß, was gemeint ist“, äußert sich Gudrun Dörries.

Neben deutlichen Nährwertangaben fordert die EU außerdem eine verpflichtende Kennzeichnung des Herkunftslandes für Fleisch, Milchprodukte, Obst und Gemüse sowie Fleisch und Fisch als Zutat in verarbeiteten Lebensmitteln. Ferner dürften Lebensmittel nicht den Eindruck entstehen lassen, sie würden ein anderes Lebensmittel erhalten. Ersetzte Zutaten sollen klar auf der Kennzeichnung angegeben sein.

Von Wiebke Quader