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Mittendrin Mit Leib und Seele den Bienen verschrieben
Mehr Mittendrin Mit Leib und Seele den Bienen verschrieben
13:20 13.06.2010
Walter Völker - Sangesfreudiger Imker aus Hermannsburg Quelle: Torsten Volkmer
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Hermannsburg

Walter Völker ist nämlich Imker. „Ich bin 1953 in die Imkerlehre gegangen und habe meine Gehilfenprüfung – bei den Imkern hieß es damals nicht ‚Geselle’ sondern eben ‚Gehilfe’ – drei Jahre später am Bieneinstitut in Celle abgelegt“, erinnert sich Völker. Sein weiterer beruflicher Weg führte ihn zur Imkerei von Otto Hiestermann in Hermannsburg, die er 1960 übernahm. Damals umfasste dieser Betrieb rund 400 Körbe. Die Korbimkerei behielt Völker bis 1971 bei, dann wechselte er in ein ganz anderes Berufsfeld, denn er ging zur Bundeswehr und blieb dort als Verwaltungsbeamter bis 1994. Natürlich führte er die Arbeit mit den Bienen weiter, aber er stellte seine Imkerei nach und nach auf Kästen um. Augenblicklich hat er noch rund 30 Kästen, die etwas weniger arbeitsintensiv sind. „Ich bin mit Leib und Seele Imker“, charakterisiert sich Walter Völker selbst und zitiert einen einschlägigen Spruch: „Wer Bienen hegt und pflegt, bleibt sorgenfrei und froh dabei“. Den Wahrheitsgehalt des Sprichwortes habe er selbst erfahren, meint er, wenngleich früher die Umwelt für die Imker und ihre Bienenvölker besser war. Da wuchsen noch Blumen auf den Kornfeldern und die Heideflächen waren größer, mithin fanden die Bienen mehr und besser ihre „Tracht“, wie ihre Nahrung fachlich genannt wird. Routine hat Walter Völker bei der Antwort auf die vielfach gestellte Frage, wie oft er denn gestochen wird. An die 30- bis 40- mal am Tag werde er gestochen, lautet seine Aussage, früher zählte er an manchen Tagen bis zu 100 und mehr Stiche. „Jetzt sind die Bienen sanftmütiger als damals“, nennt er als Begründung. Heute noch merkt er jeden Stich, jedoch schwillt die Einstichstelle nicht mehr an, hat er festgestellt.

Walter Völker ist nicht nur passionierter Imker, sondern hat noch ein zweites Hobby. Er liebt Chorgesang, und aus diesem Grunde singt er im Hermannsburger Männergesangverein „Eintracht“. Dort hat er vor einem halben Jahrhundert als Erster Tenor angefangen. An seiner Stimmlage hat sich in all der Zeit nichts verändert, oder wie er feststellt: „Es geht immer noch.“

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Walter Völker ist verheiratet. Seine Frau Helga hat er kennen gelernt auf der Hochzeit eines Freundes. Da war sie seine Tischdame. Bald darauf haben die beiden den Bund fürs Leben geschlossen. Der fällt ein wenig aus der Rolle. Nicht was die Ehe an sich betrifft, denn die hat bis heute gehalten und ihr entstammen drei Kinder. Nein, es ist die Dauer, die etwas von seiner Norm abweicht. Walter Völker ist seit genau 50 Jahren selbständiger Imker und ebenfalls seit 50 Jahren Sangesbruder. Verheiratet ist er jedoch erst 49 Jahre lang.

Von Udo Genth