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Mittendrin Musikalität als Gottesgabe erkannt
Mehr Mittendrin Musikalität als Gottesgabe erkannt
14:25 13.06.2010
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Bergen Stadt

1943 bekam Werner von seinem Onkel Albert eine Ziehharmonika. „Der Junge ist musikalisch“ hatte der Onkel erkannt. Mit dieser Beurteilung lag er völlig richtig, denn Musik begleitete Werner Sander bis in die heutige Zeit. Zunächst allerdings kam er 1950 in den elterlichen Betrieb, einen Milchhandel. 13 Jahre später starb der Vater und Werner Sander übernahm das Geschäft. Der Vater hatte ihm jedoch nicht nur das Unternehmen hinterlassen, sondern wohl die Liebe zur Musik und Feuerwehr gleichermaßen, schließlich spielte er Tenorhorn in der Feuerwehrkapelle. So war es fast selbstverständlich, dass Sohn Werner bereits 1953 in diese Kapelle aufgenommen wurde. Vierzig Jahre später wurde Werner Sander Leiter der musikalischen Vereinigung. „Ich spiele Akkordeon und Schlagzeug, gelegentlich sogar beides zusammen“, sagt Sander und setzt hinzu: „…zur Not singe ich noch dabei!“. Demnach kann man ihn durchaus als Multitalent ansehen, aber da winkt der Mehrfachmusiker ab. „Meine Musikalität ist ein Gottesgeschenk“, sagt er. Wahrscheinlich liegt die Begabung in der Familie, wie ein vergilbtes Foto von 1976 zeigt: auf ihm ist Vater Werner Sander mit seinen vier Kindern beim Musizieren zu sehen.

Natürlich ist ein Angehöriger der Feuerwehrkapelle in erster Linie Feuerwehrmann. In dieser Gemeinschaft übernahm Werner Sander ebenfalls eine leitende Aufgabe. 14 Jahre lang, nämlich von 1979 bis 1992, war er Ortsbrandmeister, dann löste ihn sein Sohn Michael in dieser Funktion ab (und ist heute sogar Stadtbrandmeister).

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Werner Sander gab Mitte März freiwillig den Taktstock aus der Hand. Sein bisheriger Stellvertreter Dieter „Charly“ Schomburg übernahm die Leitung. Der Stabwechsel vollzog sich harmonisch, denn Werner Sander hat erkannt: „Es war an der Zeit“.

Gern blickt er zurück auf Einsätze mit der Feuerwehrkapelle oder - wie die Bezeichnung seit 1992 lautet – den Feuerwehrmusikzug. Pro Jahr kam er rund 30 Mal zum Einsatz. „Wir sind bei unser Patenfeuerwehr in Groß Bundenbach aufgetreten, und haben ebenso in der Bergener Patengemeinde Ottendorf-Okrilla musiziert“, erinnert sich Werner Sander. Besonders im Gedächtnis ist ihm jedoch das erste eigenständige Konzert im Berger Stadthaus geblieben. Das war 1999 und des großen Erfolges wegen gab es ein gleichartiges drei Jahre später.

Zum Abschied aus der musikalischen Leitung bekam Werner Sander von der Bundesvereinigung Deutscher Musikverbände die Dirigentennadel in Silber verliehen, darüber hinaus erhielt er die Ehrennadel in Gold und Diamanten mit einem Ehrenbrief. „Mehr geht nicht“, sagt Werner Sander und ist sichtlich zufrieden.

Von Udo Genth