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Mittendrin Pferdenarr mit Herzblut
Mehr Mittendrin Pferdenarr mit Herzblut
13:53 13.06.2010
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Altenhagen

„Es war eine hundertprozentige Überraschung“, sagt Meyer über seine Auszeichnung. Ende des Jahres wird er aus dem Turniersport ausscheiden. Auch um die Reiterei in Niedersachsen hat sich Meyer Verdienste erworben.

Fast nur Mädels im Alter von vier bis 18 Jahren hat der begeisterte Reiter das Voltigieren beigebracht. „Es war für mich die größte Freude, den Vierjährigen den Spaß am Umgang mit dem lebenden Pferd beizubringen. Zu den Übungen zählten der Grundsitz, die Fahne, das Stehen auf dem galoppiernden Pferd, Schere, Mühle und Flanke“, erzählt der Sportler. Beständig liegt ein Lächeln auf seinem Gesicht. Er sei durchaus ein Optimist, gesteht er.

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Viele Erfolge haben „seine“ Mädels bei Turnieren und Meisterschaften errungen. Davon zeugen die Pokale, die im Wohnzimmer der Familie Meyer stehen. Und die vielen Medaillen zeigt der engagierte Sportler stolz. Sein Erfolgsrezept kennt er ganz genau: „Ich habe nie mit Druck dahintergestanden, es sollte den Jugendlichen Spaß machen.“

Sehr wichtig war für Meyer immer die gute Harmonie zwischen Ausbilder und den jungen Leuten. Bis 2004 war er selbst begeisterter Dressurreiter. „Ich habe aktiv Turniere geritten“, erklärt der Ruheständler, der Vater von drei erwachsenen Kindern ist.

„Zum Voltigiersport kam ich dadurch, dass der Verein ein schwieriges Voltigierpferd gekauft hatte.“ Meyer sollte für die Voltigierwartin als Ratgeber fungieren. „Ich sollte das Pferd leistungsstark machen“, sagt der Sportler, der sich seit 1953 dem Pferdesport verschrieben hat.

Mit Herzblut engagierte er sich für den Verein. Das tat er auch nach Feierabend, wenn er seinen Dienst als Gärtner im Institut für Kleintierforschung beendet hatte. „Ich fuhr oft, bei Wind und Wetter, mit dem Fahrrad sieben, acht Kilometer von Altenhagen zur Reitanlage nach Scheuen.“

Meyer hat feste Prinzipien. Den Kindern machte er deutlich: „Schule und Familie gehen immer vor.“ Oft hätten die jungen Leute ihm ihre schulischen Probleme anvertraut. „Ich bin dann Seelentröster gewesen.“ Am Wochenende habe er mit den Jugendlichen grundsätzlich kein Training durchgeführt.

Das, was er mache, mache er mit Herzblut, sagt Meyer von sich selbst. Für die Sparte Voltigieren engagierte er sich auch im Vorstand des Kreisreiterverbandes. Und auch auf höheren Ebenen förderte er durch seinen Einsatz den Pferdesport. „Ich weiß, was ich will, und da stehe ich auch zu. ich bin Löwe“, sagt Meyer.

Oft sei er „Manager“ für alles gewesen, habe vor Meisterschaften die Reithalle dekoriert oder auch auf dem Grundstück der Reitanlage Rosen gepflanzt. „Meine Frau hat immer hinter mir gestanden.“

Von Anne Marx