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Reportage Celler basteln Müll-Spielzeug
Mehr Reportage Celler basteln Müll-Spielzeug
13:46 24.01.2018
In einem Workshop zur WeltSpielZeug-Ausstellung im Celler Bomann Museum bastelten Tim (Mitte) und Max ihre persönlichen „Müll“-Juwelen. Quelle: Oliver Knoblich (5)
Celle Stadt

Fußball spielen, einen Film auf DVD ansehen, an der Playstation oder am Computer zocken – in einer Industrienation wie Deutschland haben Kinder in der Regel eine große Auswahl, was sie in ihrer Freizeit unternehmen können. Ganz anders die Kinder in den armen Ländern Asiens, Afrikas und Südamerikas. Dort haben Eltern nämlich kein Geld für teures Spielzeug oder die Mitgliedschaft in einem Sportverein. „Also wird selbst gebastelt“, erklärt Panne, „ob leere Schuhcremedosen, Plastikflaschen, alte Kronkorken – alles wird verwertet.“ In Entwicklungsländern habe man oft eine andere Einstellung zum Müll. „In Afrika zum Beispiel wird er nicht recycelt, sondern komplett zu neuen Sachen umgebaut.“

Sichtlich fasziniert von dem Einfallsreichtum, mit dem hier aus der Not eine Tugend gemacht wird, folgen die rund 20 Besucher, die sich an diesem Vormittag zur Führung durch die Sonderausstellung im Bomann-Museum eingefunden haben, der Kuratorin zur nächsten Vitrine. Die ist voll von Puppen der unterschiedlichsten Art – aus Stoffresten, Plastikstreifen oder Bananenblättern gefertigt. „Manchmal müssen auch alte Strümpfe herhalten“, sagt Panne, und deutet auf ein etwas aus der Form geratenes Kuscheltier. Nachdenkliche Mienen bei den Zuhörern. „Also, wir schmeißen unsere Socken nicht mehr so einfach weg“, flüstert eine Besucherin ihrem Begleiter zu.

Aus unterschiedlichen Blickwinkeln nähert sich „WeltSpielZeug – von Erfindern, Müll und Kunst“ im Bomann-Museum dem Thema Müll. Die 250 Exponate aus fast 30 Ländern entstammen einer Wanderausstellung des Kinderhilfswerks Plan International, das weltweit Kinder fördert und Selbsthilfeprojekte durchführt. Ergänzt wird die Ausstellung durch Stationen, an denen Besucher aktiv etwas über Müll erfahren: So können sie zum Beispiel austesten, wie lange Kunststoff im Meer braucht, bis er verrottet, lernen, was Einweg bedeutet oder selbst Abfälle sortieren.

Ausstellungsbesucher Erhard Bachmann ist an einen viereckigen Tisch getreten, auf dem verschiedene Abfälle befestigt sind – eine Einweg-Getränkeflasche, eine Aluminiumdose, eine Angelschnur. Durch das Drücken eines Knopfes, der grün aufleuchtet, wenn man die richtige von drei möglichen Antworten gewählt hat, kann man so herausfinden, dass eine Plastikflasche erst nach 450 Jahren vollständig von der Umwelt abgebaut wird. „Unglaublich, wenn man bedenkt, wie viele von diesen Flaschen man so verbraucht“, findet er. Er selbst benutze weitestgehend Mehrwegflaschen aus Glas. „Viele Sachen kriegt man aber gar nicht anders als in Einwegverpackungen, und wenn, dann nur relativ teuer“, kritisiert er.

Das Ziel von Tim (7) und Max (8) dagegen ist heute der große Kreativbereich im hinteren Teil der Ausstellung, in dem Museumsmitarbeiterin Frauke Pezold zeitgleich zur Führung an diesem Sonntag den Workshop „Müll“-Juwelen veranstaltet. Die beiden langen Tische sind übersät mit Körben voller Stoff- und Garnreste, Knöpfe, Perlen, Schnüre und Schleifen – große und kleine Besucher können sich daraus unter Anleitung der Textilrestauratorin ein kreatives Schmuckstück aus Abfallmaterial basteln. Die sechsjährige Nele ist schon fast fertig mit ihrer Kette, die sie aus einem leeren Teelicht, Filz und bunten Schmuckperlen zusammengestellt hat. „Was möchtet Ihr denn machen?“, fragt Pezold, und die Brüder entscheiden sich spontan für das Modell einer Brosche, das – wichtig für die beiden Jungs – gut und gerne auch als Medaille durchgehen kann.

„Habt Ihr überhaupt schon mal genäht?“, will Pezold wissen, während sie einen Behälter aus einem der großen Regale zieht, der randvoll mit ausgebrannten Teelichtern gefüllt ist. Sie reicht Tim und Max je eines davon. „Wenn Ihr da vorsichtig mit der Schere einen Kreis herausschneidet, dann habt ihr schon die Grundlage.“ Gesagt, getan: Bald liegt der erste Teil ihrer Brosche vor den beiden. Mit einem Schraubenzieher bohrt Max vorsichtig Löcher in den Kreis. „Und was jetzt?“, fragt er. „Jetzt kannst Du Dir einen Filzkreis aussuchen und darauf festnähen“, sagt Pezold, und drückt dem Achtjährigen Nadel und Faden in die Hand.

Der lässt sich nicht lange bitten: Geschickt erledigt er die Näharbeit, um sein Schmuckstück anschließend noch mit einer dicken Perle zu verzieren. „Dafür, dass Du noch nie genäht hast, hast Du Dich super angestellt“, lobt Pezold. Jetzt noch schnell ein passendes Band an der Brosche befestigt – fertig. „Guck mal Mama, jetzt hab ich ’ne Medaille“, sagt Max stolz.

Um das Bastelmaterial für den Workshop zusammenzubekommen, habe sie ihre Kollegen gebeten, Müll für sie zu sammeln, erzählt Pezold schmunzelnd, Recycling im besten Sinne also. „Wir wollten zeigen, was man alles Kreatives aus Abfall machen kann – aber auch, wieviel Mühe hinter dem Schmuck, den man im Dritte-Welt-Laden bekommt, eigentlich steckt.“

Von Christina Matthies

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hört. Aber das ist noch nicht alles an
Superlativen, mit denen er aufwarten kann. In Walsrode leben zum Beispiel Kolibris, die kleinsten Vögel, und Hals-
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