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Reportage Reinemachen nach der Party
Mehr Reportage Reinemachen nach der Party
20:37 03.01.2019
Celle

Nach dem Silvester-Feuerwerk ist Aufräumen angesagt: Für die Mitarbeiter der Celler Straßenreinigung hat das neue Jahr mit Großreinemachen begonnen. 16 Männer waren in den letzten Tagen und noch bis heute vor allem damit beschäftigt, ausgebrannte Knaller und Raketen aus dem Straßenbild zu entfernen, damit sich die Stadt ihren Bewohnern und Gästen sauber präsentieren kann.

„Grundsätzlich müssten die Bürger die Rückstände ihrer Böllerei eigentlich selbst entsorgen“, sagt Hartmut Albrecht, Einsatzleiter Straßenreinigung und Winterdienst bei der Stadt Celle. „In der Praxis ist das aber eher nicht der Fall.“ Gerade in den dicht besiedelten Wohngebieten, etwa in der Heese und in Vorwerk, fällt zum Jahreswechsel einiges an Müll an – „mehr als etwa in Boye“.

Optimales Wetter für die Reinigung

Bei Schnee ist der alljährliche Neujahrs-Einsatz schwierig, umso mehr freuten sich Marc Jones und Jens Rutsatz am Tag nach Neujahr über klares, sonniges Wetter. „Bei Frost ist es viel schwieriger, die Rückstände des Silvester-Feuerwerks wegzufegen.“ Was erst einmal festgefroren ist am Straßenrand, das kann auch mit Maschineneinsatz kaum entfernt werden.

Anders als etwa ihr Kollege Michael Pasternak, der mit einer großen Kehrmaschine die Hauptstraßen säuberte, sind Jones und Rutsatz in den Celler Seitenstraßen unterwegs – dort, wo in der Silvesternacht besonders viel Müll entstanden ist. Je nach Verschmutzung hält der Pritschenwagen durchschnittlich alle 50 Meter, um den Rinnstein von Böller- und Raketenresten zu säubern. Die werden nun mit dem Stahlrechen zusammengefegt und per Schaufel auf die Ladefläche ihres Dienstfahrzeugs geladen.

Gut 500 Kilogramm sammeln Jones und Rutsatz – „nasses Papier ist schwer“ –, dann ist die maximal zulässige Last erreicht. Auf drei Fuhren kommen sie täglich, „macht allein heute 1,5 Tonnen Müll, die wir mit unserem Fahrzeug entsorgen“, bilanzieren die Straßenreiniger.

Viel zu tun – und nicht jeder weiß den Einsatz zu würdigen – mancher aggressive Zeitgenosse sieht das städtische Fahrzeug offenbar nur als Verkehrshindernis: „Jeden Tag erleben wir Beleidigungen“, erzählen die Straßenreiniger. Einmal wurde Jones sogar angefahren – nur mit einem Sprung zur Seite konnte er schwerere Verletzungen verhindern.

Viel zu tun – letztlich höhere Gebühren

Silvester – das ist absehbare Maximalbelastung für die Straßenreinigung. „Man weiß, was auf einen zukommt“, sagt Jones mit Blick auf sein Gefühl beim Jahreswechsel. Immerhin, so schätzt er, sei der Müll-Anfall dieses Mal nicht so schlimm wie Anfang 2018. Das ist doch mal ein positiver Jahresbeginn für die Männer in der signalfarbigen Kleidung, für die letztlich jeder Arbeitstag Überraschendes bereithalten kann.

„Die Leute ballern rum und fegen ihr Zeug danach nicht weg“, ärgert sich Albrecht. Und verweist auf den Zusammenhang mit steigenden Gebühren: „Das erhöht dann letztlich ja auch die Straßenreinigungsgebühren.“

Doch der erste Arbeitstag des neuen Jahres hält auch positive Überraschungen bereit: Vor einer großen Diskothek hatten die Straßenreiniger eigentlich Unmengen von Unrat erwartet. Das Müllaufkommen hält sich indes in engen Grenzen – das Unternehmen hat offenbar selbst zusammengekehrt, wie der prall gefüllte Mülleimer nebenan zeigt.

Andernorts sieht‘s weniger erfreulich aus; es gibt allemal genug zu tun für Rutsatz und Jones. „Ich war noch nie ein Freund von Silvesterballerei“, sagt er mit Blick auf verkohlte Reste aus Papier und Plastik am Straßenrand. Das Gröbste soll jetzt schnell verschwinden, für den Rest des Jahres reichen die normalen 14-tägigen Intervalle.

In acht Hauptreinigungsbezirke und insgesamt 32 Unterbezirke hat der seit vier Jahren als Einsatzleiter tätige 40-Jährige das Celler Stadtgebiet für seine insgesamt 26 Mitarbeiter aufgeteilt – generalstabsmäßig sozusagen im Kampf gegen den Müll. Das System funktioniert gut, ist Albrecht zufrieden – auch wenn bei der maschinellen Ausstattung (nach dem Wegfall einer großen Kehrmaschine vor fünf Jahren) durchaus noch Luft nach oben sei.

„Im Vergleich mit anderen Städten ist Celle bei der Grundsauberkeit mehr als konkurrenzfähig“, sagt Albrecht. Das bedeutet viel Arbeit – und zwar nicht nur zum Jahreswechsel: „Die Laubzeit im Herbst ist unsere arbeitsreichste Zeit“, verweist er auf die Entsorgung von Unmengen gefallener bunter Blätter. „Und im Sommer sind wir mit der Beseitigung von Wildkräutern an den Straßenrändern beschäftigt.“ Zwei große Kehrmaschinen kann Albrecht einsetzen, um seinen Auftrag zu erfüllen. Dazu eine kleine und ein Gerät zur Reinigung von Geh- und Radwegen. Gereinigt wird ausschließlich mechanisch. „Mit Rücksicht auf Anwohner, Passanten und Mitarbeiter setzen wir keine Gift- oder sonstigen Gefahrstoffe ein“, berichtet Hartmut Albrecht.

Kritisch bleibt da gerade die Zeit um den Jahreswechsel. Vor allem nicht-explodierte Feuerwerkskörper oder Knaller sind nach der Silvesternacht als „Blindgänger“ eine Gefahr für spielende Kinder, und auch die Scherben zerborstener Glasflaschen können verletzen. Gerade wenn sie (wie in anderen Jahren) unter einer frisch gefallenen Schneedecke versteckt sind.

Um mögliche Unfälle soweit wie möglich auszuschließen, war die Stadtreinigung schon vor der großen Feier am Silvestertag aktiv: Im Celler Innenstadtbereich wurden schnell noch die Mülleimer geleert, um brennende Abfallkörbe zu verhindern. Und der Sondereinsatz nach Ende des Weihnachtsmarktes liegt auch noch nicht lange zurück – da war die Straßenreinigung von morgens 6 bis abends 20 Uhr im Einsatz. Wobei derartige Einsätze – ebenso wie beim Stadtfest oder beim Weinmarkt – auf das Stadtzentrum begrenzt sind. Von Silvester hingegen – und vom darauf folgenden Saubermachen – sind alle Celler Stadtteile betroffen (auch wenn die historische Altstadt dank Feuerwerksverbot nicht mehr so vermüllt ist wie in früheren Zeiten).

„Wir sind das unsichtbare Aushängeschild der Stadt Celle“, sagt Einsatzleiter Albrecht selbstbewusst. Ein sauberes Erscheinungsbild der Stadt ist ein wichtiger Standortfaktor für den Tourismus, von dem das Fachwerkidyll noch stärker profitieren will. Doch auch die heimische Bevölkerung möchte es vor dem eigenen Zuhause sauber haben. Auch die Bewohner der Außenbezirke. Und zwar das ganze Jahr über.

Im Einsatz für eine saubere Kommune

Die Reinigung der öffentlichen Straßen, Wege und Plätze inklusive Papierkörben, Beseitigung von Müllablagerungen sowie den Winterdienst mit Verkehrssicherungspflicht ist die Aufgabe des Betriebsteils Stadtreinigung der Celler Stadtverwaltung. Nicht zu verwechseln ist die Einrichtung mit dem Zweckverband Abfallwirtschaft „CellEntsorgung“, der öffentlichen Einrichtung zur Entsorgung von Hausmüll und hausmüllähnlichen Gewerbeabfällen an jedem Grundstück in Stadt und Landkreis Celle.

Von Klaus M. Frieling

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