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Spot(t) Von der eigenen Zeitung zum Volontariat
Mehr Spot(t) Von der eigenen Zeitung zum Volontariat
16:25 14.01.2019
Von Marie Nehrenberg
Zeitungen über Zeitungen. Quelle: Archivbild
Celle

Seit fast drei Monaten bin nun Volontärin bei der CZ. Eine verhältnismäßig kurze Zeit, wenn man meine bisherige Journalistenlaufbahn anschaut. Genau genommen könnte man sogar sagen, dass ich gerade Rückschritte mache. Denn was heute kaum noch jemand weiß: Ich hatte mal eine eigene Zeitung. Im zarten Alter von zwölf Jahren gründete ich mit meinem Bruder und meiner besten Freundin die "Wiesenweg-News".

Professionelle Recherche vor Ort

In unseren erfolgreichsten Zeiten hatten wir eine Auflage von bis zu fünf Exemplaren. Und während heute alle nur noch über das Internet recherchieren, haben wir noch echte Vor-Ort-Recherchen gemacht, immer kombiniert mit einem Hauch professionellem Detektiv-Spürsinn. Alles auf den Spuren von Karla Kolumna. Ich erinnere mich an unsere größte Story, als wäre es gestern gewesen. Stundenlang saßen wir, mit Süßigkeiten bewaffnet, vor unserem Haus und zählten die Autos, die unserer Meinung nach zu schnell fuhren. Als ein Fahrzeug, ich zitiere aus der Erstausgabe, "so schnell unterwegs war, dass Jonas aufgrund des Fahrtwindes eine Pirouette drehte", nahmen wir die Verfolgung auf. Mit Erfolg. Wir konnten unseren handgeschriebenen Strafzettel zustellen. Und wir hatten jede Menge Material für eine packende Enthüllungsgeschichte.

Ära endete relativ bald

Leider ging es im Anschluss mit den "Wiesenweg-News" bergab. Unser Team verkleinerte sich, als unsere Freundin beschloss, ihr eigenes Magazin, die "Humboldtstraßen-News", zu gründen. Und so endete die einst vielversprechende Ära ziemlich schnell und ich muss Jahre später wieder ganz unten anfangen auf der Karriereleiter.

Habe mich da kürzlich vielleicht verhört? Wohl nicht: Da plant man doch tatsächlich, in einem Zirkus ein Zentrum für Verhaltensforschung aufzubauen.

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