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Typen Die Retterin des Schwimmbades von Unterlüß
Mehr Typen Die Retterin des Schwimmbades von Unterlüß
13:41 13.06.2010
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Celle Stadt

Diese kleine Ortschaft lag mitten im Wald zwischen Müden und Unterlüß und existiert heute nicht mehr. Erika Rabe bezeichnet sich gern als ein echtes Waldkind. Sie hat die Wiecheler Dorfschule besucht und später in Hermannsburg Einzelhandelskaufmann gelernt. Bis 1965 arbeitete die junge Frau in Hermannsburg und Unterlüß. In ihrem Beruf, dann hat sie Gerd Rabe geheiratet und zwei Kinder bekommen.

Rund ein Jahrzehnt später hörte Erika Rabe, dass der Unterlüßer Verkehrsverein einen Geschäftsführer sucht. Sie bewarb sich kurzentschlossen und wurde angenommen. Diese Position hat sie dann 25 Jahre lang ausgeübt. Im Jahr 2000 wurde sie Vorsitzende – und ist es bis heute. „Die Tätigkeit bereitet mir Freude, weil ich gern mit Leuten zu tun habe“, erklärt Erika Rabe. Darüber hinaus verfügt sie über ein ausgeprägtes Organisationstalent. Das ist unerlässlich, denn rund zehn Großereignisse sind im Jahr zu planen und durchzuführen. Von der Waldreinigung im Frühjahr, dem Aufstellen des Maibaumes über das Weinfest bis zum Weihnachtsmarkt reicht die Palette der Unterlüßer Veranstaltungen, für die viele Fäden bei Erika Rabe zusammenlaufen.

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Eine Urkunde, Zeitungsausschnitte und Fotos belegen, dass Erika Rabe zudem aktiv am politischen Leben ihres Ortes teilgenommen hat. In den Jahren von 1981 bis 2006 gehörte sie dem Unterlüßer Rat an. Als Vorsitzende leitete sie die Sitzungen des Jugendpflege- und Sportausschuss sowie des Fremdenverkehrs- und Kulturausschuss. In den letzten drei Jahren wurde sie zur stellvertretenden Ratsvorsitzenden gewählt. „Sie war immer ansprechbar, immer hilfsbereit“, sagt der ehemalige Gemeindedirektor Klaus Przyklenk und fasst ihren Einsatz in der Kommunalpolitik mit dem Satz: „Erika Rabe hat viel für den Ort getan“ zusammen. Sie selbst sieht das wesentlich nüchterner. „Ich habe nicht viel bewegt“, setzt dann jedoch hinzu: „…aber wenn ich `was durchsetzen wollte, dann habe ich das auch getan“.

Diese Feststellung belegt sie durch ihren Einsatz zum Erhalt des Unterlüßer Schwimmbades. Ende 1999 stand der Entschluss, das Bad zu schließen, auf der politischen Tagesordnung. Erika Rabe war damit gar nicht einverstanden. Sie trommelte Gleichgesonnene zusammen und gründetete Förderverein „Initiative pro Schwimmbad“. Ihre Arbeit wurde gekrönt durch die Tatsache, dass das Schwimmbad erhalten bleibt.

Erika Rabe will sich nun ein wenig von der Arbeit zurückziehen und zukünftig mehr ihren drei Enkeln Timo, Marie Johanna und Loris widmen. Daneben pflegt sie ihre Hobbys Schwimmen, Spazierengehen und Tiere. Seit einiger Zeit engagiert sie sich auch aktiv beim Unterlüßer Albert König Museum. So bewahrheitet sich ihre Selbsteinschätzung: Erika Rabe muss immer Bewegung haben.

Von Udo Genth