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Typen Ehrenvorsitzender der Schießgruppe Boye: „Es waren herrliche Zeiten“
Mehr Typen Ehrenvorsitzender der Schießgruppe Boye: „Es waren herrliche Zeiten“
16:39 15.06.2010
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Celle Stadt

„Ich habe damals, nachdem meine Frau bei der Geburt des fünften Kindes starb, die Geselligkeit gesucht.“ Im damaligen „Gasthaus zur Eiche“ traf man sich. Gern hat er mit dem Luftgewehr geschossen. „Da wir für das Schießen mit dem Kleinkalibergewehr mit entsprechenden Vorrichtungen und Sicherheiten ausgestattet sein mussten, brauchten wir einen neuen Schießstand.“ Am Ortsausgang von Boye entstand für die Schützen das neue Domizil. Auf Kunzes Initiative hin wurde eine Damengruppe gebildet. „Ich hatte ein Vergleichsschießen organisiert zwischen weiblichen Schützen aus Boye und männlichen Schützen aus der Altenceller Vorstadt von 1428.

Fünf Jahre war Kunze Jugendwart. 14 Jahre fungierte der Schütze als Vorsitzender der Schießsportgruppe. Ich habe das Amt übernommen, um etwas in die Gänge zu bringen“, sagt Kunze. 1992 wurde er das zweite Mal erster Vorsitzender. „Ich habe Spaß daran, nähere Kontakte zu anderen Schützen zu haben, auch zu den Schützenbrüdern anderer Vereine“, meint Kunze. Eine Freundschaft zwischen der Schießsportgruppe und einem Schützenverein in Goslar habe er mit initiiert.

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Intensiv hat sich Kunze für das Schnur- und Nadelschießen eingesetzt. Es ist eine besondere Form des Schießsports, die unter bestimmten Bedingungen durchgeführt wird. Als Auszeichnung bekommt man eine Nadel oder Schnur aus Stoff. Da er als Schießsportleiter keine Ausbildung hatte, musste er vor drei Jahren seine Aufgabe aufgeben. Er selbst hat noch viel Freude daran, jede Woche freitags zum Treffen der Schützen zu gehen und mit ihnen zu schießen. Außerdem hat er gemeinsam mit anderen Schützen eine Patenschaft mit der Bundeswehr initiiert. „Es waren herrliche Zeiten“, schwärmt Kunze. „Wir haben gemeinsam Reisen unternommen zum Beispiel an die Mosel, oder wir haben eine Angelfahrt gemacht“, erzählt der Pensionär. Seit Ende 1949 lebt der gebürtige Schlesier in Celle. Seit 1989 ist er pensioniert.

Nachdem seine Ehefrau gestorben war, führte meine Schwester Erna zehn Jahre den Haushalt. Durch seine Verwandschaft lernte er seine neue Ehefrau Gerda kennen, die er 1974 heiratete. Nach ihrem Schlaganfall im Jahre 1988 saß sie 13 Jahre im Rollstuhl. Werner Kunze pflegte sie. Im Jahre 2001 starb sie. „Dann waren wir drei Witwer im Verein. Dann habe ich mir eine Schützenschwester ausgesucht.“

Er habe ein großes Grundstück und macht gern Gartenarbeit. „Ich probiere mit Pflanzen gern etwas aus.“ In seinem Garten gibt es schöne Rhododendren mit weißen, dunkelroten und lilafarbenen Blüten. Nicht nur die Gartenarbeit ist sein Hobby. Ich lese gern Zeitung und auch gern Geschichtsbücher.

Von Anne Marx