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Typen Künstler mit der Motorsäge
Mehr Typen Künstler mit der Motorsäge
13:49 13.06.2010
Von Anne Marx - HAMBÜHREN. Schon vor dem Haus spürt man die Kreativität des Hobbykünstlers: Durch seine aus dem Holz von Baumstämmen geschnitzten Tiere hat Andreas Meyerhof eine besonders individuelle Atmosphäre geschaffen: Auf einem Baumstumpf links vor der Treppe des Hauseingangs trohnt eine Eule. Auf der rechten Seite bestimmen ein 2,30 Meter großer Bär, ein Frosch und ein fliegender Greifvogel die Szenerie. Mit viel Liebe und Hingabe hat der 47-jährige Hobbykünstler die Skulpturen gestaltet. Seit dem Jahr 2000 ist Meyerhof „Motorsägenkünstler“. Eine einfache Sache sei die Handhabung des Werkzeugs bei manchen Schnitten nicht, stellt Meyerhof klar. „Man muss üben, üben, üben“, sagt er. Wenn er von dem Umgang mit der Kettensäge spricht, macht er ein ernstes Gesicht. Es könne schon einmal gefährlich werden, wenn man den Umgang mit dem Werkzeug nicht richtig beherrscht, erzählt er. - Er stammt aus Familie mit künstlerischer Ader - Die künstlerische Ader liege in der Familie, fügt der Künstler hinzu. Ehefrau Angela entdeckte bereits vor Jahren, dass ihr Mann sehr musikalisch ist und motivierte ihn, in einem Chor mitzumachen. Er schloss sich dem „Extra-Chor“ der Staatsoper Hannover an. Es handelte sich um einen Chor, der bei bestimmten Anlässen den „Hauschor“ der Oper verstärkt. Gern spricht Meyerhof darüber, dass seine drei Söhne auch musizieren, Klavier und Schlagzeug spielen. Ehefrau Angela spielt Gitarre. - Im „Extra-Chor“ konnte er sein musikalisches Talent so richtig ausleben. „Ich hatte aber unheimlich mit Lampenfieber zu tun gehabt und war verspannt“, erläutert Meyerhof. Während seines Engagements im Opernhaus tat er sich mit einer Kollegin und einm Bekannten zusammen zum „Trio Intonale“. Sie traten bei bestimmten Anlässen auf. Gern machte er anderen Menschen durch den Gesang eine Freude. Als ihn das Lampenfieber zu sehr übermannte, sah er von öffentlichen Auftritten ab. „Alles hat seine Zeit“, Quelle: Torsten Volkmer
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HAMBÜHREN. Schon vor dem Haus spürt man die Kreativität des Hobbykünstlers: Durch seine aus dem Holz von Baumstämmen geschnitzten Tiere hat Andreas Meyerhof eine besonders individuelle Atmosphäre geschaffen: Auf einem Baumstumpf links vor der Treppe des Hauseingangs trohnt eine Eule. Auf der rechten Seite bestimmen ein 2,30 Meter großer Bär, ein Frosch und ein fliegender Greifvogel die Szenerie. Mit viel Liebe und Hingabe hat der 47-jährige Hobbykünstler die Skulpturen gestaltet. Seit dem Jahr 2000 ist Meyerhof „Motorsägenkünstler“. Eine einfache Sache sei die Handhabung des Werkzeugs bei manchen Schnitten nicht, stellt Meyerhof klar. „Man muss üben, üben, üben“, sagt er. Wenn er von dem Umgang mit der Kettensäge spricht, macht er ein ernstes Gesicht. Es könne schon einmal gefährlich werden, wenn man den Umgang mit dem Werkzeug nicht richtig beherrscht, erzählt er.

Er stammt aus Familie mit künstlerischer Ader

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Die künstlerische Ader liege in der Familie, fügt der Künstler hinzu. Ehefrau Angela entdeckte bereits vor Jahren, dass ihr Mann sehr musikalisch ist und motivierte ihn, in einem Chor mitzumachen. Er schloss sich dem „Extra-Chor“ der Staatsoper Hannover an. Es handelte sich um einen Chor, der bei bestimmten Anlässen den „Hauschor“ der Oper verstärkt. Gern spricht Meyerhof darüber, dass seine drei Söhne auch musizieren, Klavier und Schlagzeug spielen. Ehefrau Angela spielt Gitarre.

Im „Extra-Chor“ konnte er sein musikalisches Talent so richtig ausleben. „Ich hatte aber unheimlich mit Lampenfieber zu tun gehabt und war verspannt“, erläutert Meyerhof. Während seines Engagements im Opernhaus tat er sich mit einer Kollegin und einm Bekannten zusammen zum „Trio Intonale“. Sie traten bei bestimmten Anlässen auf. Gern machte er anderen Menschen durch den Gesang eine Freude. Als ihn das Lampenfieber zu sehr übermannte, sah er von öffentlichen Auftritten ab. „Alles hat seine Zeit“, lautet Meyerhofs Kommentar.

Vorbilder bei Forstmesse

in der Gemeinde gesehen

Im Jahre 2000 gab es für ihn ein Schlüsselerlebnis. Er besuchte eine große internationale Forstausstellung in Ovelgönne. „Hier traten Leute aus Österreich, Deutschland und Holland auf, die mit einer Kettensäge Skulpturen aus Holz schnitzten. Da habe ich gedacht, das wär’ was für dich.“ Es habe ihn beeindruckt, dass man mit so einem Werkzeug so etwas machen kann, feine Details herausarbeiten kann, erklärt Meyerhof.

Sein großes Grundstück ist für ihn als Hobbykünstler zum Übungsfeld geworden. Hier sieht man geschnitzte Tiere, Eulen und ein Schwein aus der anfänglichen Entwicklungsphase. „Es ist nicht so, dass man eine Säge in die Hand nimmt und eine Figur schnitzen kann.“ Man darf sich nicht entmutigen lassen, weil die Kettensäge auch brutal sein kann.“ Auf alle Fälle trage er immer Schutzzeug und einen Helm. Sein Geschick sei ihm bei der künstlerischen Arbeit zugute gekommen. „Ich hatte keine zwei linken Hände.“

Meyerhof gibt sich selbstkritisch: „Ich bin eher ein ungeduldiger Mensch. Ich kann nicht ruhig dasitzen. Ich habe einen starken Bewegungsdrang, den ich ausleben muss.“ Während er beim Singen aufgrund des Lampenfiebers angespannt gewesen sei, könne er sich nun entspannt entfalten, auch wenn die Arbeit hart sei. Dazu kommt seine Vorliebe, sich gern in freier Natur zu bewegen. Schon sein Opa hat gern im Wald gearbeitet, hat mit Pferd und Wagen Bäume aus dem Wald geholt.

In früheren Jahren bewegte er sich mit seinen Söhnen gern in der Natur.

Gewöhnungsprozess, mit der Kettensäge zu arbeiten

Er habe eine gute Verbindung zu einem Landwirt. Auf dessen Waldgrundstück könne er sich gegen ein Entgelt einen Baum fällen. „Der wird dann zurechtgeschnitten. Ich übernehme dann den Rest des Baumes bis auf drei Meter Höhe.“

„Vom Aussuchen eines Baumes, über das Fällen bis zum Fertigen einer Figur mache ich alles selbst“, erklärt Meyerhof.

Die lauten Geräusche der Kettensäge hätten ihn nicht abgeschreckt, sagt der Hobbykünstler. Sein Leben sei immer mit Geräuschen verbunden gewesen. „Ich bin bei der Panzertruppe gewesen, meine Kinder spielen Schlagzeug, und auch bei der Treibjagd wurde geschossen.“ Allerdings sei es ein Gewöhnungsprozess gewesen, mit der Kettensäge zu arbeiten. „Es hat ein paar Jahre gedauert, eine für meinen Geschmack ansprechende Skulptur zu fertigen.“ Gefährlich könne es werden, wenn man die Säge falsch ansetzt, weil es dann einen Rückschlag gibt. Er sei bestrebt, die Tiere möglichst naturgetreu darzustellen, betont der Hobbykünstler. „Ich benutze nicht nur die Kettensäge, sondern auch den Bunsenbrenner, um beim Vogel das Gefieder einzubrennen oder die Augen schwarz zu machen, das hat einen besonderen Touch.“ Manchmal bilden Tierfotos auch die Vorlagen für seine künstlerischen Arbeiten. „Ich säge aber auch Porträts und Büsten von Menschen.“ Bei der Auswahl seiner Motive sind seine Kinder ihm auch oft Ratgeber. „Du kannst mal einen Seehund oder einen Delphin machen“, hört er dann schon einmal.

Am Anfang seiner Schaffensphase habe er fast aufgeben wollen, weil es so schwer war, erzählt Meyerhof. Aber es entspreche seinem Naturell, bei Enttäuschungen nicht die Flinte ins Korn zu werfen. „Wenn ich etwas erreichen möchte, dann möchte ich es mit allen Mitteln erreichen“, lautet Meyerhofs Devise. Stolz sei er nicht auf die geschaffenen Skulpturen. „Ein gutes Gefühl ist mir wichtig“, meint der Hobbykünstler.

„Ich rauche und trinke nicht aus Überzeugung“

Er lege sehr viel wert auf Harmonie mit Menschen in seiner näheren Umgebung. In Vereinen tummele er sich nicht gern. Nach seiner Einschätzung arbeiten Vereinsmitglieder oft gegeneinander und, es herrscht Gruppenbildung. Geselligkeit schätzt der große Mann mit der kräftigen Statur sehr. „Ich rauche und trinke nicht aus Überzeugung. Aber ich esse gern und gut.“

Ehefrau Angela mag besonders seine umgängliche Art. Sie respektiert das Hobby ihres Mannes. Offen gesteht sie und lacht dabei: „Ich könnte nicht einmal einen einzigen Schnitt hinbekommen.“

„Die Arbeit mit der Kettensäge ist für mich ein Gegenpart zum Job. Ich kann sehr viel abarbeiten, was mich alltäglich belastet“, sagt Meyerhof, der als Verwaltungsangestellter beim Landkreis Celle arbeitet.

Wenn er einmal keine Entspannung bei der Arbeit mit der Kettensäge sucht, restauriert er gern ein altes Auto, erzählt der Hobbykünstler.

Von Anne Marx