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Typen Losgelöst vom eigenen Kind
Mehr Typen Losgelöst vom eigenen Kind
14:20 13.06.2010
Quelle: Torsten Volkmer
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Wietzenbruch

HAMBÜHREN. „Es hat mir Spaß gemacht, ich habe gern etwas aufgebaut. Wenn man etwas erreicht hat, sieht man es als eigenes Kind an.“ Die gute Harmonie mit den Spartenleitern werde er vermissen.

Seit 1993 war Trettin im Vorstand des Sport-Clubs Wietzenbruch, zunächst zweiter Vorsitzender, seit 1999 erster Vorsitzender, im März dieses Jahres nahm er seinen Hut. Verantwortlich war Trettin für acht Sparten, Fußball, Bogenschießen, Gesundheitssport, Gymnastik, Tanzsport, Tennis, Tischtennis und Volleyball. Es war eine Aufgabe, der er sich mit großem Engagement gestellt hat. „Man muss Abwechslung haben als Ausgleich zum Dienst“, lautete seine Devise.

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Nachdem ihn im Jahre 1984 ein furchtbares Schicksal ereilte und er als Vollzugsbediensteter in einer Celler JVA von einem Gefangenen als Geisel genommen wurde, brauchte er eine lange Zeit, um das Erlebte zu verarbeiten. Durch einen neuen beruflichen Weg konnte er Abstand gewinnen von den Ereignissen. Er ließ sich zum Verwaltungsbeamten ausbilden. Beruflich wurde er dann in der Verwaltung einer Justizvollzugsanstalt in Hannover tätig.

Als der damalige erste Vorsitzende des Sport-Clubs Wietzenbruch einen zweiten Vorsitzenden suchte, wurde Trettin angesprochen. „Durch mein kommunalpolitisches Engagement im Ortsrat Neustadt-Heese war ich bekannt.“

Seine Kenntnisse aus dem Verwaltungsbereich konnte er bei seiner neuen ehrenamtlichen Aufgabe anwenden. „Ich habe die Verwaltung neu strukturiert und modernisiert.“ Die Zusammenarbeit mit den Spartenleitern war für Trettin von Anfang an „eine schöne Sache“. Er sei ein ruhiger Mensch, liebe Harmonie und vernünftige Diskussionen.

Es sei ein befriedigendes Gefühl, dass man etwas getan habe, sich engagiert hat.

Ein bißchen Wehmut bleibe, da es sein Wunsch war , dass alle Sparten öfters ein großes Fest feiern. Das sei nicht gelungen, da es schwer zu organisieren gewesen wäre. „Der Sport-Club Wietzenbruch ist anders organisiert als andere Vereine. Jede Sparte ist quasi ein Verein“, stellt Trettin klar. Es sei immer sein Anliegen gewesen, den Zusammenhalt der Sparten zu stärken. „Ich habe immer ein gutes Verhältnis zu den Spartenleitern gepflegt.“ Beim 50-jährigen Jubiläum des Sportclubs im Jahre 1998 habe man ein wunderbares Sportfest organisiert.

Mit Ehefrau Hildegard fühlt sich Trettin in dem schmucken Einfamilienhaus in Hambühren wohl. Abwechselnd leitet er mit seiner Ehefrau eine Walking-Gruppe. In der Tanzsparte des SV Altencelle hat der Vater von zwei Töchtern gemeinsam mit seiner Ehefrau Freude am Nostalgie-Tanz. In bezug auf ein ehrenamtliches Engagement gilt für ihn jetzt die Devise: „Irgendwann muss etwas Neues kommen. Beim Weißen Ring oder in Hambühren wolle er sich eventuell engagieren, aber mit weniger Verantwortung.“ Es gehe ihm darum, mehr Freizeit zu genießen, da er über 60 sei.

Von Anne Marx