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Typen Manfred Rubisch aus Celle: „Einmal Malteser – immer Malteser“
Mehr Typen Manfred Rubisch aus Celle: „Einmal Malteser – immer Malteser“
16:51 30.01.2018
Manfred Rubisch hat in seinem Wohnzimmer in der Celler Lüder-Wose-Straßediverse Erinnerungsstücke aus seinen 50 Jahren bei den Maltesern. - 1972 absolviert Rubisch die Gruppenführerausbildung in Osnabrück(kleines Foto links). 1973 bekommt er die bronzene Ehrennadel verliehen. Quelle: Oliver Knoblich
Celle Stadt

Das, was man bei den Maltesern an Auszeichnungen bekommen könne, habe er gekriegt, erzählt Rubisch. Von seinem fast lebenslangen Engagement im Dienst der katholischen Hilfsorganisation will der 67-Jährige aber am liebsten gar kein großes Aufheben machen. „Einmal Malteser, immer Malteser“, sagt er knapp. Und dann: „Ich bin kein Mensch, der zu Schnellschüssen neigt. Wenn ich einmal Ja zu etwas sage, dann bleibe ich auch dabei.“

Als 17-Jähriger ist der gebürtige Celler dem Malteser Hilfsdienst beigetreten. „Ich hatte dort den Erste-Hilfe-Kurs für meinen Führerschein gemacht“, erinnert er sich. „Das hat mir gut gefallen, außerdem kannte ich ein paar Leute – also bin ich da hängengeblieben.“ Zu der Zeit steckten die Malteser in Deutschland quasi noch in den Kinderschuhen: Erst 1953 durch den Malteserorden und den Deutschen Caritasverband gegründet, war damals zunächst die Ausbildung von Schwesternhelferinnen Hauptaufgabe des christlich geprägten Hilfsdienstes.

Auch Manfred Rubisch fühlt sich vom christlichen Gedanken getragen: „Ich bin nicht nur ein Taufschein-Katholik“, erklärt er, „ich gehe regelmäßig zur Kirche.“ Er habe auch seine Kinder so erzogen, fügt er hinzu – und muss dann doch schmunzeln. „Was sie jetzt machen, wo sie erwachsen sind, bleibt natürlich ihnen selbst überlassen.“

Der 67-Jährige hat den Ortsverband der Malteser in Celle mit aufgebaut, war lange Jahre selbst Ortsbeauftragter und damit sein Leiter. 1970 habe man gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz und der Johanniter-Unfall-Hilfe eine Arbeitsgemeinschaft gegründet, um die Soforthilfe am Unfallort im Landkreis Celle zu verbessern. „Ich selbst bin 1972 nach Bad Godesberg zum Ausbilderlehrgang geschickt worden“, berichtet Rubisch und zückt sogleich seinen Ausbilderausweis, der in Griffweite auf dem Wohnzimmertisch gelegen hat. „Ich hab fast 42 Jahre als Ausbilder gearbeitet – nicht nur in Celle, sondern zum Beispiel auch in Walsrode oder Wolfenbüttel.“

Ausbilder in Sachen Erste Hilfe, Leiter des Bevölkerungsschutzes – in seinen Jahren bei den Maltesern hat der Celler viel erlebt. „Eines meiner persönlichen Highlights ist 1979 passiert“, verrät Rubisch. In dem Jahr nämlich drehte das ZDF auf dem Trüller-Gelände den Fernseh-Dreiteiler „Ein Kapitel für sich“ – das Gebäude der ehemaligen Keksfabrik sollte als Kulisse für das Bautzener Zuchthaus dienen – und dem Celler Ortsverein des katholischen Hilfsdienstes war die Aufgabe zugefallen, den Sanitätsdienst für die rund 300 Komparsen zu übernehmen.

„Das war vielleicht was“, erinnert sich Rubisch. „Ursprünglich hatte es seitens des ZDFs geheißen, die Dreharbeiten sollten nur vier Wochen dauern. Daraus wurden dann vier Monate – eine richtige Mammutaufgabe, wir mussten alle Urlaub dafür nehmen.“ Komplett „durchgeknallt“ seien viele der Statisten gewesen, meint er kopfschüttelnd. „Einer ist sogar betrunken vom Dach gesprungen.“ Am Ende sei aber ein gebrauchter Krankenwagen dabei herausgesprungen, sagt Rubisch und lacht. „Wenigstens etwas.“

Zwei Papstbesuche – den Besuch von Johannes Paul II. in Osnabrück (1980) und Paderborn (1996) – durfte Rubisch als Begleiter eines Malteser-Behindertentransports miterleben. „Wir haben zwei ältere Damen betreuen können, die unbedingt den Papst sehen wollten“, freut er sich noch heute, „eine ganz, ganz tolle Sache.“

Neben seinem Engagement bei den Maltesern hat Rubisch die Arbeit mit Jugendlichen schon immer besonders am Herzen gelegen. „Die Jugendarbeit war jahrzehntelang mein Steckenpferd“, erzählt der 67-Jährige, der Ende der Siebziger eine Zeit lang Vorsitzender des Stadtjugendringes gewesen ist. Rubisch hat auch die Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg in Celle wieder aufleben lassen. „Aus den Kreisen der Pfadfinder haben wir früher viel Nachwuchs für die Malteser rekrutiert“, erinnert er sich. Heute sei es vor allem der Schulsanitätsdienst, der für Zuwachs in den Reihen des katholischen Hilfsdienstes sorge. „Es ist wahnsinnig toll zu sehen, mit viel Begeisterung die jungen Leute dabei sind“, sagt er.

Dass es in der heutigen Zeit dennoch immer schwieriger wird, Menschen zu motivieren, sich regelrecht in ein Ehrenamt hineinzuknien, beobachtet auch Rubisch schon länger. „Viele sagen immer ‚Ja, Ja, mach ich‘ – aber letztendlich macht keiner was“, bedauert er.

Der gebürtige Celler geht bei den Maltesern inzwischen zwar nicht mehr so viele Dienste aktiv an wie früher, lässt es sich aber dennoch nicht nehmen, vor allem bei der Flüchtlingshilfe im caritasPoint Vorwerk tatkräftig mit anzupacken. Gemeinsam mit anderen Ehrenamtlichen sammelt der gelernte Zweiradmechaniker dort gebrauchte Fahrräder, macht sie verkehrssicher und gibt diese dann kostenlos an Geflüchtete weiter. „Wir bringen den Leuten auch bei, wie sie ihr Rad selbst reparieren können“, erklärt er. „Hilfe zur Selbsthilfe, sozusagen.“

Die Geflüchteten waren es auch, die eigens für Manfred Rubischs 50-jähriges Jubiläum ein selbstleuchtendes rotes Wappen gebaut hatten, das jetzt, neben vielen anderen Erinnerungsstücken aus seiner Zeit bei den Maltesern, einen Ehrenplatz in seinem Wohnzimmer einnimmt. Doch wer jetzt denkt, im Leben des 67-Jährigen sei es immer und ausschließlich nur um die Malteser gegangen, der irrt: „In meiner Garage verbirgt sich das einzige Hobby, das ich mir nebenher gegönnt habe“, verrät Rubisch. Er lacht. „Da steht mein Motorrad, mit dem ich früher viel durch die Gegend gefahren bin. Heute bin ich zwar nicht mehr so viel damit unterwegs, aber zwei-, dreimal Jahr gehe ich mit Freunden auf Tour – dann geht’s richtig los.“

Von Christina Matthies

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