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Typen Meistertitel für Jürgen Lemke
Mehr Typen Meistertitel für Jürgen Lemke
13:41 13.06.2010
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Celle Stadt

„Ich bin ein Wettkampfmensch“, sagt Jürgen Lemke. „Wenn ich segele, dann segele ich Regatten“ - und das ziemlich erfolgreich. Der für die Segelsparte des Hermann Billung Celle an den Start gegangene Lemke holte sich auf dem Dümmersee in einem stark besetzten Feld den Deutschen Meistertitel mit seiner Laser-Jolle. Der 67-Jährige fährt in der Master-Klasse - also einem Starterfeld, in dem die jüngsten Teilnehmer 35 Jahre alt sein dürfen - mit einem so genannten Radial-Rigg. In dieser Klasse ist das Segel im Gegensatz zur Standard-Klasse (7,06 Quadratmeter ) nur 5,7 Quadratmeter groß.

„Das macht aber nichts, gerade bei stärkeren Winden sind wir mit dem kleineren Segel sogar schneller als die Standardklasse“, erklärt Lemke. Hohe Windstärken waren es auch, die ihm am Dümmersee den Sieg einbrachten. „Mein Körpergewicht liegt etwas über dem Idealgewicht für die Segelgröße, daher haben die leichteren Segler mir gegenüber Vorteile, wenn der Wind mal nicht so pustet. Dafür kann ich noch segeln, wenn 70 Prozent der anderen schon im Bach liegen“, schmunzelt Lemke.

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Auf dem Dümmersee traf der Faßberger auf ideale Bedingungen. Zwar lief es in der ersten Wettfahrt nicht so rund und Lemke kam nur als 14. durchs Ziel, dann ließ er aber einen zweiten und drei erste Plätze folgen. „Das Feld ist schon stark, da hätten am Ende vier oder fünf Leute Deutscher Meister werden können“, beschreibt Lemke die Situation vor der letzten Wettfahrt. Der Faßberger machte es unfreiwillig noch einmal richtig spannend und kam nur als zehnter Segler ins Ziel. Damit lag er punktgleich mit Frans van den Eeckhout aus den Niederlanden. „Meine drei ersten Plätze haben dann aber den Ausschlag gegeben“, so der neue Deutsche Meister Lemke.

Seine Leidenschaft für das Lasersegeln hat er vor genau 30 Jahren entdeckt. Damals kaufte er sich eine Jolle und segelte direkt bei einer Regatta auf dem Starnberger See ins Mittelfeld. Lemke: „Da dachte ich mir: ,So schlecht kannst du ja eigentlich nicht sein' und habe richtig angefangen zu trainieren.“ Er brachte sich das Segeln komplett selbst bei und verbesserte seine Platzierungen immer weiter in Richtung Spitze. „Irgendwann wurde ich mal nach meiner Segelberechtigung gefragt, dann musste ich notgedrungen doch einen Segelschein machen“, lacht der ehemalige Soldat.

Die Deutsche Meisterschaft der Masters ist übrigens nicht sein erster Titel. Schon im Standardlaser war Lemke überaus erfolgreich und wurde 1990 Vize-Europameister, im Jahr 2000 holte er sich sogar den europäischen Meistertitel in seiner Altersklasse. Mittlerweile lässt Lemke es etwas ruhiger angehen. „Ich fahre etwa zehn Regatten im Jahr, jetzt aber in erster Linie in norddeutschen Gewässern, damit ich nicht mehr so weit reisen muss.“

Seinen Laser würde der Faßberger nicht wieder hergeben, allerdings gibt es noch eine Leidenschaft, die ihn stärker in den Bann gezogen hat. „Im März geht es, wie schon seit einigen Jahren, wieder nach Schweden zum Eissegeln, das ist so das einzige, was sogar den Laser noch schlagen kann. Da fährt man mit bis zu vierfacher Windgeschwindigkeit und kommt schon mal auf Geschwindigkeiten von 80 oder hundert Kilometer in der Stunde“, berichtet Lemke mit leuchtenden Augen.

Von Björn Schlüter