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Typen Nistkästen reinigen, Krötenzäune aufstellen: „Es gibt immer etwas zum ’rumpusseln“
Mehr Typen Nistkästen reinigen, Krötenzäune aufstellen: „Es gibt immer etwas zum ’rumpusseln“
14:56 13.06.2010
Klaus Zirke mit Sperber-Exponat im Oldendorfer NaBu-Heim. Quelle: Gert Neumann
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Hermannsburg

Angefangen hat alles 1990. Klaus Zirke wohnte seinerzeit in der Nähe von Wolfsburg und war zu Besuch bei seiner Mutter in Oldendorf. Bei einem Sommerfest am dortigen Erich-Eickenroth-Haus, in dem der NABU sein Domizil hatte, wurde er auf eine Mitgliedschaft und Mitarbeit angesprochen. „Ich bin naturverbunden“, meint Zirke, und darum sei er eingetreten. Das ist aber nicht die ganze Begründung, denn zu diesem Haus, das eigentlich eine ausgebaute Baracke ist, hatte Klaus Zirke ein besonderes Verhältnis. Das wurzelt im engsten Sinne in der Heimat von Klaus Zirke. Er wurde 1937 in Neukirchen, im westpommerschen Kreis Altburgund, geboren. Mit Ende des Krieges mussten die deutschen Bewohner fliehen. Der Führer des Trecks, mit dem Erich mit Mutter und Schwestern nach Westen kamen, hieß Theo Reek und stammte aus dem Nachbardorf in der alten Heimat. Der baute bald nach der Ankunft in Oldendorf besagte Baracke, die dann später vom NABU übernommen wurde.

Klaus Zirke hat in Oldendorf die Schule besucht und schließlich in Bergen eine Malerlehre absolviert. Er arbeitete bei VW in der Lackiererei, bis er 1993 in den vorgezogenen Ruhestand trat. Nun hatte er Zeit und konnte sich ganz in seinen Aufgaben im Eickenroth-Haus, das heute „Haus der Natur“ heißt, aufgehen. Als Handwerker hat er dort in erster Linie eine Art Hausmeisterdienst verrichtet. Streichen, Rasen mähen, kleinere Reparaturen und Gartenarbeiten und was sonst noch so anfiel erledigte er gern und umsichtig. Natürlich war damit seine Tätigkeit im NABU nicht erledigt, sondern er beteiligte sich an deren Aktivitäten. Nistkästen reinigen, Krötenzäune aufstellen oder die Heide entkusseln – Zirke zählt eine Reihe von Arbeiten auf, die er wie alle anderen NABU-Mitglieder engagiert und natürlich unentgeltlich erledigten. „Gerade eben habe ich fünf Nistkästen fertig gestellt“, sagt er – schließlich ist er Handwerker und hat als Maler seinerzeit mehr als nur das Anstreichen gelernt. „Beim NABU gefällt es mir sehr gut“, sagt Klaus Zirke. Als eine Erklärung gibt er die Zusammenarbeit an. „Da sind Menschen mit vielen Berufen wie etwa Lehrer, Pfarrer, Handwerker dabei“.

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Ganz ähnlich ist es im örtlichen Sportverein MTV Oldendorf, dem Zirke 1993 beitrat. Das Sportliche stand dabei gar nicht mal im Vordergrund, „es war wegen der Gesellschaft“, erinnert sich Klaus Zirke. Er wurde gleich zum Platzwart gewählt. Von dessen Aufgabenbereich hatte er eine Vorstellung, dass er mit diesem Posten jedoch automatisch zum Vorstand gehört, hat ihn überrascht. Bis vor zwei Jahren war Zirke aktiv als Platzwart tätig, dann trat er in die zweite Reihe zurück.

Langweilig wird es dem nunmehr 73-Jährigen nicht. Er wohnt im Elternhaus in Oldendorf, das von einem großen Garten umgeben ist. Dort wie im Haushalt gibt es immer „etwas zum ’rumpusseln“, wie Klaus Zirke sich ausdrückt. Letztlich ist er weiterhin der gute Geist des „Haus der Natur“ in Oldendorf.

Foto: Neumann

Von Udo Genth