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Typen Politiker nach Feierabend
Mehr Typen Politiker nach Feierabend
14:34 13.06.2010
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Westercelle

Auf den Wahlzetteln am 27. Januar ist Schoeps unter den „Freien Wählern“ zu finden, so nennt sich seine Organisation auf Landesebene. Das Wort „Partei“ ist Schoeps allerdings ein Dorn im Auge, denn eigentlich seien die Freien Wähler keine Partei, sondern eine Gemeinschaft, stellt der Westerceller klar. „Außerdem ärgert es mich ein wenig, wenn mich jemand als Politiker bezeichnet. Das trifft jedoch nur auf Leute zu, die ihr Geld hauptberuflich mit Politik verdienen. Ich bin erst nach Feierabend Politiker und das ehrenamtlich“, sagt Schoeps.

Der 48-Jährige will das Motto der Freien Wähler „...damit Politik auf Wirklichkeit trifft“ vorleben. Schoeps ist Finanzwirt und arbeitet im Finanzministerium. Durch seinen Beruf halte er den Kontakt zu den Menschen, sagt der Westerceller. Er setzt sich für die Bildung eines Teilzeitparlamentes ein, in dem die Mitglieder halbtags ihren Beruf ausüben und sich in der übrigen Zeit mit politischen Sachverhalten auseinandersetzen. „Politiker müssen den Bürgern dienen und Politik von unten nach oben praktizieren und nicht andersherum“, sagt der Finanzwirt. In seiner Funktion als Mitglied des Ortsrates Westercelle aber auch als Vorsitzender der Wählergemeinschaft Celle mischt sich

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Schoeps gern unter das Volk. „Ich höre mir die Sorgen der Bürger an und versuche dann etwas zu bewegen. Wie zum Beispiel die Aufstellung einer Laterne an einer dunklen Straßenecke“, sagt der Kandidat. Kleine Erfolge, so Schoeps, hätten ihn bestärkt, mit seiner Politik weiter zu machen.

Als Vater von vier Kindern ist Schoeps größtes Anliegen die Bildung. „Jedes Kind hat spezielle Begabungen, die gefördert werden müssen. Dann kommen Jugendliche auch nicht auf dumme Gedanken“, sagt der Landtagskandidat. Eigentlich plädiert Schoeps für ein Neuverschuldungsverbot in Niedersachsen. „Aber für Bildung sollte uns nichts zu teuer sein“, so der Westerceller. Ganztagsgrundschulen sind für den Freien Wähler ein Schritt in die richtige Richtung. Kostenlose Bildung und Betreuung von Kindern und Jugendlichen von der Kinderkrippe bis zur Berufsausbildung müssen laut Schoeps geschaffen werden. „Der Bildungsetat sollte pro Kopf festgelegt und entsprechend der Schülerzahl direkt den Schulen zugewiesen werden“, sagt der Kandidat.

Um junge Leute in die Herzogstadt zu locken, setzt sich Schoeps außerdem für die Gründung einer Universität in Celle ein. Das Oberzentrum Celle möchte der Kandidat auch stärken. „Meiner Meinung nach wird der Bau der Altstadtgalerie und der konsequente Weiterbau der Ostumgehung Celle als Wirtschaftsstandort fördern. Arbeitsplätze und Wohnraumbedarf werden dadurch geschaffen“, so der Finanzwirt.

Die Forderung der SPD nach einem Mindestlohn kann Schoeps „voll unterstützen“. „Es kann icht sein, dass ein Hartz- IV-Empfänger mehr bekommt, als jemand, der mit seinen eigenen Händen arbeitet“, macht der Kandidat deutlich. Der Landtagskandidat ist ein „reinrassiger Wählergemeinschaftler“, wie er selbst von sich behauptet. Er gehörte vor seinem Beitritt in die Organisation der Freien Wähler keiner anderen Partei an

„Filz und Klüngel waren mir schon immer zu wider. Deshalb will ich selbst mitanpacken“, sagt Schoeps.

Von cz