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Typen Mit Allerwasser getauft und heute noch aktiv
Mehr Typen Mit Allerwasser getauft und heute noch aktiv
16:40 15.01.2019
Sein ganzer Stolz: Rudolf Peterson  mit einem seiner großen Schiffsmodelle im Keller seines Hauses in Klein Hehlen. Zwei Jahre lang benötigt er für den Bau eines solchen Modellschiffs. Quelle: Oliver Knoblich
Celle

Rudolf Peterson nimmt die Entwicklung seiner Stadt mit Interesse wahr. Er schreibt Leserbriefe und gibt Auskunft, wenn Zeitzeugen gesucht werden. In seinem Besitz befinden sich viele historische Unterlagen. Heute fragt sich der Celler, ob jemand Interesse an den archivierten Dokumenten haben könnte.

An der Aller aufgewachsen

1931 wurde Rudolf Peterson im Haus Breite Straße 21 geboren. Später ist er zusammen mit seiner älteren Schwester in dem Haus seiner Familie an der Biermannstraße in der Nähe zur Aller aufgewachsen. Seine Großmutter war Wirtin des Kleinbahnhofs an der Biermannstraße und er hat dort gerne geholfen. Er war fast 14 Jahre alt, als der Zweite Weltkrieg vorbei war, und kann sich an die Sprengung der Eisenbahnbrücke durch die Wehrmachtsoldaten erinnern. Sein Vater hatte die Fenster ausgehängt und die Türen geöffnet. Die Familie habe im Keller Schutz gesucht, erzählt der Zeitzeuge. „Als die Brücke hochging, zog die Druckwelle durch die Räume, aber es ging nichts kaputt“, berichtet er. Nachdem die Wehrmachtsoldaten Celle verlassen haben, seien die Engländer eine Stunde später in das Haus gekommen. Sie hätten die fehlenden Fenster für Schießscharten gehalten und deutsche Soldaten vermutet. Ein einschneidendes Erlebnis, an das sich Rudolf Peterson mit Schrecken erinnert: „Mein Vater wurde bis an die Aller geführt, der Granatwerfer war in Stellung gebracht und unser Haus wurde durchsucht.“

Er wollte Dampflokomotivführer werden

Nach der Mittelschule hat Rudolf Peterson eine Ausbildung zum Betriebsschlosser absolviert und im Anschluss bei der Bahn eine Fortbildung zum Dampflokomotivführer begonnen. In dieser Zeit hat er seine spätere Frau Irmgard kennengelernt. Das junge Paar ist in Kontakt geblieben, als der damals 26-Jährige aufgrund der Werksverlegung die Fortbildung abgebrochen und sich für eine Verpflichtung bei der Bundeswehr entschieden hat.

Er hätte nach Jugoslawien versetzt werden können

Nach bestandener Aufnahmeprüfung ist Peterson zur Luftwaffe gekommen und war zunächst in Kaufbeuren stationiert. Weil Mechaniker fehlten, hat er einen Lehrgang zum Flugzeugmechaniker für den Flugzeugtyp F84 gemacht. Die Ausbildung lief unter amerikanischer Hoheit, aber die Lehrer waren oft ehemalige Wehrmachtsoldaten. Danach sollte der gelernte Betriebsschlosser für einen weiteren Flugzeugtyp ausgebildet werden, aber in Faßberg fehlten Mitarbeiter im Personalwesen und so fing er dort an. Mitte der 60er Jahre hat Rudolf Peterson eine Sprachenschule besucht. Er erinnert sich, dass sein Englischlehrer ein Kanadier war, der gegen Rommel gekämpft hat. „Ich habe sogar mal auf Englisch geträumt“, schmunzelt Peterson. Mit seinen Sprachkenntnissen hatte er das Angebot, zu einem Militärattaché nach Jugoslawien versetzt zu werden, aber die Familie sei lieber nach Rendsburg gegangen, führt er aus.

Als ob man in Dachrinne Boot fahren will

In den folgenden Jahren machte Peterson eine bemerkenswerte Karriere bei der Bundeswehr. Nach einigen Beförderungen hat er als Hauptpersonalverwalter gedient und zuletzt den Dienstgrad eines Stabsfeldwebels bekleidet. Er war im inneren Dienst tätig und trug die Verantwortung für die Dienstpläne, organisierte Sport- und Schießübungen und war für die Sauberkeit der Unterkunft zuständig. „Das Führen von Menschen hat mir Spaß gemacht,“ blickt Rudolf Peterson zurück. Aber auch das körperliche Training gehörte zum Alltag, und so hat er während seiner Dienstjahre viel Sport getrieben. Insbesondere das Schwimmen und Tauchen mochte er.

Nach Bundeswehrzeit Rückkehr nach Celle

Nach 28 Dienstjahren schied Rudolf Peterson aus der Bundeswehr aus und kehrte 1986 zusammen mit seiner Frau und drei Kindern nach Celle zurück. Die älteste Tochter hat im Norden eine Ausbildung gemacht. Der Abschied war schwierig, die Familie habe viele Bekannte gehabt, resümiert der Pensionär: „Wenn wir in Rendsburg geblieben wären, hätte ich mir ein Boot gekauft. Ich habe während unserer Urlaube im Senegal einen Segel- und auch einen Katamaran-Schein gemacht.“ Den Motorbootführerschein für Fluss und See hat Peterson aber in Niedersachsen erworben. Ein eigenes Boot im Celler Hafen war für den Pensionär keine Option: „Wenn man die Weite erlebt hat und vom Rendsburger Hafen durch den Kanal raus auf die Ostsee gefahren ist, dann hat man auf die Aller wenig Lust. Das ist, als ob man in der Dachrinne Boot fahren will.“

17 Jahre wieder im Familienhaus an der Aller gewohnt

Weil er es seiner Mutter versprochen hatte, ist Rudolf Peterson nach der Rückkehr mit seiner Familie wieder an die Biermannstraße gezogen. Nach dem Tod des Vaters wollte er der Mutter helfen und hat die Verwaltung des Mehrfamilienhauses und die Pflege des Gartens übernommen. 2003 sind Irmgard und Rudolf Peterson nach Klein Hehlen in ein Haus mit Garten und Pool gezogen. Seit seine Frau krank ist, wird sie von ihrem Mann liebevoll unterstützt. Er kümmert sich um den Haushalt und wird durch eine Zugehfrau entlastet.

Noch heute an den Waffen aktiv

Obwohl er zu Hause stark eingebunden ist, ist der 87-Jährige in der Kameradschaft ehemaliger Soldaten im Deutschen Bundeswehrverband aktiv. Nach 16-jähriger Vorstandsarbeit leistet er nun als Beisitzer seinen Beitrag. Auch die Treffen mit der Schießsportgruppe Immelmann gehören zu seinen Hobbys. Regelmäßig wird mit Kurz- und Langwaffen unterschiedlichen Kalibers trainiert, wobei der Pensionär in seiner Altersgruppe sehr gute Ergebnisse erzielt.

Guter Kontakt zu Kindern und Enkelkindern

Viele Jahre war das Ehepaar im Celler Lindenclub aktiv. Heute nehmen sie nur selten an den Treffen teil. Rudolf Peterson bedauert es sehr, dass von seinen alten Freunden schon die meisten gestorben sind. Umso mehr freut sich das Paar über den guten Kontakt zu den Kindern und Enkelkindern.

Modellschiffe sind seine Leidenschaft

In Rendsburg hat Rudolf Peterson mit dem Modellbau angefangen und noch heute bastelt er in seiner Werkstatt. Mittlerweile hat er mehr als 20 Schiffe gebaut. Er braucht zwei Jahre, um ein Modell fertigzustellen. Dabei geht es um Holz-, Kunststoff- und Metallverarbeitung und um Elektrik. Der 87-Jährige lötet, fräst und bohrt mit ruhiger Hand. Seinen großen Zweimastschoner möchte er verkaufen. Der Bauherr ist begeistert von diesem Modell: „Der hat ein ordentliches Tempo. Durch sein Gewicht schiebt er sich gut durchs Wasser, aber für mich ist das Schiff inzwischen leider zu schwer.“

Lebenslauf

1931 

Geburt in Celle

1949 bis 1952

Ausbildung zum Betriebsschlosser

1954 bis 1956

Fortbildung zum Lokführer

1957 bis 1962

Bundeswehr, Faßberg

1962

Hochzeit mit Irmgard Peterson

1962 bis 1967

Bundeswehr, Celle

Seit 1967

Mitglied in der Kameradschaft
ehemaliger Soldaten, Reservisten und Hinterbliebener im Deutschen Bundeswehrverband

1967 bis 1985

Bundeswehr, Rendsburg

1986

Wieder zurück in Celle

Seit 1986

Mitglied im Lindenclub, Celle

Seit 1995

Mitglied in der Schießsportgruppe Immelmann

Von Marion Peterson

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