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19:25 11.02.2020
Knapp 40 Gymnasiasten des Beruflichen Gymnasiums Wirtschaft aus Celle erkundeten in Brüssel die europäischen Strukturen.
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Celle

Im Rahmen einer viertägigen politischen Studienfahrt in die europäische Hauptstadt Brüssel hatten die Elftklässler Gelegenheit, unter Begleitung der verantwortlichen Politiklehrer Martin Michaelis und Gerd Roggenbrodt die wichtigsten Institutionen der Europäischen Union kennenzulernen und den Geist Europas hautnah zu spüren.

Ein Gespräch mit Bernd Lange, Mitglied des Europäischen Parlaments und Vorsitzender des wichtigen Handelsausschusses, offenbarte die bevorstehende schwierige Phase, mit den Briten nach dem Brexit bis Ende dieses Jahres einen Handelsvertrag abzuschließen. Für die EU ginge es dabei in erster Linie darum, keine Abstriche von den etablierten EU-Standards und Normen etwa im Umwelt-, Arbeits- und Sozialbereich zuzulassen.

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Auseinandersetzung mit Geschichte

Beim Besuch des Parlamentariums – einem großen Besucherzentrum in der Nähe des imposanten Gebäudes des Europäischen Parlaments – konnte sich die Lerngruppe interaktiv an verschiedenen Stationen mit der Geschichte und den wichtigsten Etappen der EU auseinandersetzen. Es ist nicht immer einfach, das komplexe Geflecht der europäischen Institutionen in seinem Zusammenspiel sauber zu entwirren. Die Informationen und Vorträge bei der EU-Kommission und im europäischen Ratsgebäude trugen aber dazu bei, für die Schüler Licht in das Dunkel zu bringen. „Ich habe jetzt das erste Mal richtig den Unterschied zwischen dem Europäischen Rat als Gipfeltreffen der EU-Staats- und Regierungschefs und dem Rat als Entscheidungsgremium der jeweils zuständigen Fachminister verstanden“, bilanzierte eine politisch interessierte Schülerin.

Die Bedeutung der Europäischen Union für den Alltag der EU-Bürger wurde beim Besuch der Brüsseler Dependance des Bundesverbandes der Verbraucherzentrale deutlich. In einem Kurzvortrag mit anschließender Diskussion veranschaulichte deren Leiterin, dass die EU gerade nicht das immer wieder kritisierte bürokratische Monster ist. Wichtige Regelungen, von denen insbesondere die Verbraucher profitieren, gingen auf Rechtsakte der EU zurück, etwa die Abschaffung der Roaming-Gebühren, einheitliche Gewährleistungsansprüche beim Verbrauchsgüterkauf und strenge Datenschutzregeln.

Kröckel-Turnier zum Abschied

Natürlich wurden auch die kulinarischen Spezialitäten der belgischen Küche, von Pommes bis zu den diversen Leckereien (Waffel, Schokolade), nicht verschmäht. Der letzte Abend war traditionell einem gemeinsamen Abendessen vorbehalten. Er klang wie immer mit einem Kröckel-Turnier in der Unterkunft aus, bei dem wieder einmal die Schülerteams den begleitenden Lehrern ihre begrenzten technischen und reaktiven Möglichkeiten am Kickertisch aufzeigten.

„Als Europaschule haben wir einen besonderen Auftrag, unseren Schülerinnen und Schülern die herausragende Bedeutung der EU und insgesamt Europas für uns alle und sie persönlich näher zu bringen. Diese Fahrt ist dabei ein wichtiger Baustein gewesen, der jungen Generation in Zeiten, in denen der europäische Gedanke zunehmend von Rechtspopulisten infrage gestellt wird, das Bewusstsein für Offenheit, Toleranz, Zusammenarbeit und Frieden zwischen den europäischen Völkern wach zu halten und zu stärken“, bilanzierten die Lehrkräfte Roggenbrodt und Michaelis abschließend.

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