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Fußball regional Boerewors und Milie Pap
Sport Fußball regional Boerewors und Milie Pap
13:53 30.06.2010
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Celle Stadt

Nun sind Fußballstadien nicht gerade für ihre kulinarische Raffinesse bekannt, und so hatte es mich auch nicht weiter überrascht, an den Imbißnischen in Soccer City außer Schokoriegeln, Eis und Biltong (Dörrfleisch) nur ausgekühlte geschmacksarme Hot Dogs vorzufinden. Das Getränkeangebot erschöpfte sich vor allem in brauner Brause und amerikanischem Bier, das allerdings mit seinem berühmten tschechischen Namensvetter etwa so viel gemeinsam hat wie Satchmo mit dem ersten Mann auf dem Mond.

Etwas anders sieht es da schon in den zahlreichen Fanparks aus, ganz zu schweigen von den Grillpartys zuhause. Dort trifft man häufig auf zwei - ich zögere etwas den Begriff „Gerichte“ zu verwenden - nennen wir sie „Speisen“, die sich nicht nur bei Fußballfreunden großer Beliebtheit erfreuen und zu Südafrika gehören wie der Baobab und die „Big Five“. Die Rede ist von Milie Pap und Boerewors. Milie Pap bezeichnet den, vor allem bei Schwarzen beliebten Maisbrei, dessen Konsistenz sich zwischen Tapetenkleister und Fensterkitt bewegt und dessen Geschmack dem von gekochter Zeitung wohl nicht unähnlich ist, weshalb er gern mit einer Art Tunke aus Tomaten und Zwiebeln gereicht wird. Ein überaus billiges und vor allem sättigendes Grundnahrungsmittel!

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Boerewors (Burenwurst) dagegen sieht aus wie eine daumendicke fleischfarbene Feuerwerksspirale. Sie besteht aus Rinder- und Lammhack, gewürzt mit Koriander, Nelken, Muskatnuß und Pfeffer und schmeckt gegrillt und serviert mit Chutney würziger als eine deutsche Bratwurst.

Im Allgemeinen ist die südafrikanische Küche abwechslungsreicher als die deutsche, was nicht verwunderlich ist, hat sie doch über die Jahrhunderte Einflüsse aus den verschiedensten Nationalküchen, vor allem des mediterranen Europas, aber auch aus Indien und Indonesien absorbiert. (Der kulinarische Einfluß der englischen Kolonialzeit hat sich Gott sei Dank auf warmes Frühstück und High Tea beschränkt.) Besonders schmackhaft sind neben zahlreichen Fisch- und Wildfleischgerichten (Kudu, Oryx und Springbok) vor allem zarter Ochsenschwanz (keine Suppe!) und das leicht süßliche Cape Malay Curry. Wer Südafrika bereist, wird nicht nur geographisch, sondern auch kulinarisch „a world in one country“ finden.

Von Fremdfotos / Texte Eingesandt