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Fußball regional Fußball-Profi aus dem Landkreis Celle wechselt nach Ungarn
Sport Fußball regional Fußball-Profi aus dem Landkreis Celle wechselt nach Ungarn
16:36 22.07.2016
Felix Burmeister
Hambühren

„Die Umgewöhnung fängt gerade erst an und bisher kann ich alles nur auf Englisch regeln“, berichtet er vom noch verwirrenden Leben in der Großstadt mit über 1,7 Millionen Einwohnern. Gerade erst hat er sich ein Auto gekauft und in den kommenden Tagen soll ein Haus oder eine Wohnung angemietet werden.

Hinter all dem steht die Frage nach dem Warum. Warum geht ein deutscher Fußball-Profi in die erste ungarische Liga? „Ich wollte nicht zu einem normalen Verein. Ich finde es so interessanter“, sagt Burmeister. Von zahlreichen Drittligisten in Deutschland hatte er Angebote vorliegen und auch von drei Zweitligisten. „Bei einem Zweitligisten waren die Verhandlungen schon sehr weit fortgeschritten und es sollte am nächsten Tag alles klar gemacht werden“, berichtet Burmeister. Deswegen sagte er den anderen Klubs aus dem Unterhaus ab. Doch dann die Wendung: Einen Tag vor der geplanten Unterschrift wurde ihm mitgeteilt, dass man doch kein Interesse mehr habe. Da habe er sich entschlossen, noch mal das Abenteuer zu suchen“, so der 26-Jährige.

Es hilft ihm nach eigenen Angaben sehr, dass mit Michael Oenning, der schon den HSV und Nürnberg trainierte, ein deutscher Coach an seiner Seite ist. „Sonst hätte ich den Schritt wahrscheinlich nicht gewagt“, so Burmeister. Das Training sei daher auch recht ähnlich wie in Deutschland. Allerdings sei die Kommunikation mit den Mitspielern auch nur auf Englisch möglich. „Ich wurde trotzdem sehr gut aufgenommen“, berichtet der in Hambühren aufgewachsene Burmeister.

In der vergangenen Saison wurde sein neuer Klub Vasas Budapest Zehnter in der Tabelle und stieg damit knapp nicht ab. Am ersten Spieltag der neuen Saison lief es hingegen besser. Gegen MTK Budapest, den vierten des Vorjahres, gewann Burmeisters neues Team mit 1:0. Er schaute dabei noch von der Tribüne zu. In den nächsten Wochen will er aber voll angreifen, auch wenn ihm noch nicht alle Sitten und Gepflogenheiten des neuen Landes gepflogen sind. Vor dem Anpfiff eines Testspiels brüllten seine Teamkameraden laut den Fangesang seines Budapester Vereins. In Deutschland völlig unüblich, in Ungarn ist das ein festes Ritual.

Doch die Fremde hat auch Vorteile für Burmeister. Hier wird er nur von wenigen erkannt. „In Bielefeld habe ich ja lange Zeit gespielt und da konnte das schon ganz schön nerven“, sagt er über seine Popularität in Deutschland. Bei den Magyaren kann er sich nun in Ruhe einleben.

Von Alexander Hänjes