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Fußball regional Länderspiel gegen Holland? – „Mein absoluter Traum“
Sport Fußball regional Länderspiel gegen Holland? – „Mein absoluter Traum“
15:02 13.06.2010
Von Christoph Zimmer
Torwart-Talent Merle Frohms mit Ball und Katze. - Torwart-Talent Merle Frohms mit liebstem Spielgerät. Quelle: Gert Neumann
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Celle Stadt

Wenn Merle Frohms in sieben Tagen ihren 15. Geburtstag feiert, hat sie nur einen ganz großen Wunsch. Die begabte Nachwuchstorhüterin vom ESV Fortuna Celle möchte im April, beim Freundschaftsspiel der deutschen U-15-Auswahl gegen die Niederlande, zum ersten Mal im Tor der Nationalmannschaft stehen. „Es wäre einfach klasse, wenn das klappt“, sagt Merle zurückhaltend, „das ist mein absoluter Traum.“ Es sind wohl nur wenige Wochen, die sie davon trennen.

Daran glaubt auch Bettina Wiegmann, die Nationaltrainerin. Sie sagt: „Bis dahin kann natürlich noch viel passieren. Aber die Chancen stehen gut, dass sie dann im Kader sein wird.“ Die ehemalige deutsche Rekordnationalspielerin betreut die U-15 seit September 2007, und sie weiß, wie schwierig Karriere-Vorhersagen in diesem Alter sind. „Das Wachstum ist noch nicht abgeschlossen und auch die Muskulatur muss langsam aufgebaut werden“, erklärt Wiegmann.

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Von dem, was Merle bei den bisherigen Lehrgängen der Nationalmannschaft gezeigt hat, war sie von Anfang an überzeugt. „Sie verfügt über ein ganz natürliches Talent für diese Position, hat gute Bewegungsabläufe und ein großes Potenzial, das wir in den nächsten Jahren gemeinsam mit ihr weiterentwickeln wollen.“ Wenn die Plätze nicht gerade mit Schnee bedeckt sind, trainiert sie bis zu viermal in der Woche. Dazu kommen die Spiele und ein Stabilisierungsprogramm – als Hausaufgabe der Nationalmannschaft.

Wenn sich die U-15-Auswahl in zwei Wochen in der Sportschule Kaiserau zum ersten Mal im neuen Jahr trifft, ist auch Silke Rottenberg dabei. Die ehemalige Nationaltorhüterin bildet heute die Nationaltorhüterinnen von morgen aus. Auch Merle geht bei ihr in die Lehre. „Das erste Training mit ihr war schon etwas aufregend. Aber daran habe ich mich schnell gewöhnt“, erzählt Merle. Neben den Einheiten zwischen den Pfosten sind ihr die vielen Gespräche – auf und neben dem Platz – besonders wichtig. „Es ist toll, von ihrer Erfahrung profitieren zu können.“

Doch bis in den Kader der Nationalmannschaft hat sie es ganz alleine geschafft. Es war im Mai vergangenen Jahres, als die Niedersachsen-Auswahl beim Länderpokal in Duisburg einen der letzten Plätze, Merle im Tor sich aber in das Rampenlicht spielte. „Damit hatte ich nicht gerechnet“, sagt Merle, „als ich nach dem Turnier angesprochen wurde, konnte ich es nicht glauben.“

Ungläubig muss auch der erste Blick gewesen sein, als die offizielle Einladung der Nationalmannschaft wenig später in ihrem Briefkasten lag – sie hat sie bis heute aufgehoben. „Eine ganz besondere Erinnerung“, sagt Merle. Eine neue soll bald hinzukommen. Wenn die Nationaltrainerin zum Länderspiel gegen Holland einlädt, will auch Merle Post bekommen. Und sich ihren ganz großen Traum erfüllen.