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Fußball regional „Ich wollte einfach wieder nach Hause“
Sport Fußball regional „Ich wollte einfach wieder nach Hause“
17:29 23.04.2019
Von Oliver Schreiber
Felix Krüger (blaues Trikot) schoss den MTV Eintracht Celle vor zwei Jahren mit 34 Toren zum Oberliga-Aufstieg. Dadurch und durch seine umgängliche Art avancierte er zum Publikumsliebling. Quelle: Alex Sorokin
Celle

Er hat Wort gehalten. Bei seinem Wechsel vom Fußball-Landesligisten MTV Eintracht Celle zum TSV Havelse hatte Felix Krüger bereits angekündigt, nach seinem Abenteuer beim Regionalligisten auf jeden Fall an die Nienburger Straße zurückzukehren. Zwei Jahre später ist es nun soweit. Im Sommer wird sich der 25-Jährige wieder das blau-weiße Trikot überstreifen – dann hoffentlich in der Oberliga. „Ich habe mich bei Eintracht einfach sauwohl gefühlt. Ich hatte in dem einen Jahr so viele schöne Momente mit den Jungs, den Fans und dem gesamten Umfeld. Das hört sich jetzt vielleicht etwas komisch an, aber ich wollte einfach wieder nach Hause“, erläutert Krüger seine Beweggründe.

Felix Krüger (links) und Tim Struwe hatten oft Grund zum Jubeln. Quelle: Alex Sorokin

Hinter dem Torjäger liegt eine lange Leidenszeit. Seine Ambitionen, sich in der vierthöchsten Spielklasse durchzusetzen, erlitten sofort einen herben Dämpfer. Gleich in der Vorbereitung zur Saison 2017/18 riss das Syndesmoseband, Krüger konnte sich als Neuling so nicht nachhaltig empfehlen. Er kämpfte sich aber wieder heran, bestritt im November sein erstes Regionalliga-Spiel – und bei seinem zweiten Einsatz riss das Kreuzband, die Saison war gelaufen. „Das war natürlich schon jede Menge Pech. Mein erstes Jahr in Havelse war echt ein Jahr zum Vergessen“, blickt der Linksfuß nur ungern zurück.

Zwei schwere Verletzungen

Wieder begann die Schufterei im Rehazentrum, um wieder fit zu werden. In der aktuellen Spielzeit war der Industriekaufmann dann zunächst fester Bestandteil des Kaders und kam bis zur Winterpause auf elf Einsätze (dreimal Startelf) und ein Tor. Allerdings lief es beim TSV alles andere als rund, der Klub geriet tief in den Abstiegsstrudel und wechselte den Trainer. Auf Christian Benbennek folgte Jan Zimmermann. „Ich bin mit beiden sehr gut klargekommen und hoffe, dass ich in dieser Saison noch einmal zum Zug komme. In der Wintervorbereitung hatte ich wieder Knieprobleme, dann eine Zerrung. Jetzt bin ich aber wieder voll im Training und möchte dem Verein helfen, in der Liga zu bleiben“, erklärt Krüger.

Felix Krüger mutierte beim MTV Eintracht Celle zum Schrecken aller Abwehrspieler. Quelle: Oliver Knoblich

Nichtsdestotrotz herrscht bei dem Hannoveraner, der einst bei den Junioren von Hannover 96 zusammen mit Niclas Füllkrug kickte, schon große Vorfreude auf die neue Saison. „Ich bin fest davon überzeugt, dass die Jungs den Aufstieg in die Oberliga schaffen. Damit würden sie auch mir einen großen Gefallen tun, dann kann ich endlich auch einmal in dieser Liga kicken“, sagt der fast Zwei-Meter-Riese lächelnd.

Und wieder drin: Felix Krüger bejubelt einen Treffer. Quelle: Alex Sorokin

Denn ein Kapitel Oberliga fehlt noch in seiner Karriere. 2015/16 schoss Krüger den Hannoverschen SC am letzten Spieltag in die Oberliga – und wechselte dann zum MTVE in die Landesliga. Seine 34 Saisontreffer bescherten den Cellern den Aufstieg – und Krüger ging in die Regionalliga nach Havelse. „Das ist schon kurios. Wenn man so will, würde sich der Kreis nach zwei Jahren nun schließen, wenn Eintracht in die Oberliga aufsteigt“, meint Krüger, der sich immer wieder auch Spiele seiner Ex-Truppe angeschaut hat, wenn die Zeit dafür da war. „Da steckt wirklich jede Menge Qualität in der Truppe. Die Jungs haben noch einmal einen enormen Sprung gemacht und sind reifer geworden“, beobachtete Krüger, der aber auch gleich die Erwartungen dämpft. „Eine Klasse höher ist das schon eine ganz andere Hausnummer. Da wird dann einiges auf uns zukommen. Da ist wird es logischerweise auch für uns Stürmer schwieriger. Ich hoffe, dass ich mit meinen gewonnenen Erfahrungen den Jungs helfen kann. Und natürlich will ich auch das ein oder andere Tor schießen, letztlich wirst du als Stürmer ja daran auch gemessen“, meint Krüger.

Traumsturm mit Doumbouya

Auch sein sportlicher „Ziehvater“ Hilger Wirtz erwartet von Krüger, dass er Führungsaufgaben übernimmt. „Felix hat trotz seines Verletzungspechs in Havelse viel dazu gelernt. Seine Erfahrungen muss er jetzt auch ins Team einbringen“, fordert Wirtz, der mit Krüger und Moussa Doumbouya (25 Saisontore) über ein Sturmduo der Extraklasse verfügen wird und möglicherweise dafür von seinem bevorzugten System 4-2-3-1 auf 4-4-2 umstellen wird. „Das wird man dann sehen. Auch im 4-2-3-1-System ist Platz für beide“, erklärt Wirtz.

Schwer zu stoppen: Zweikämpfe mit Felix Krüger sind eine Herausforderung für jeden Abwehrspieler. Quelle: Alex Sorokin

Der „Top-Transfer“, den Teammanager Andreas Leihbacher zu seinem Abschied angekündigt hatte, ist somit eingetütet. Und das unabhängig vom Aufstieg. „Meine Zusage gilt auch für die Landesliga. Aber dazu wird es nicht kommen. Die Jungs werden das packen. Ich will ja schließlich auch mal Oberliga spielen“, sagt Krüger schmunzelnd. Und das eben am liebsten zu Hause, in seiner sportlichen Wohlfühloase.

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