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Fußball regional Spitzenspiel mit brasilianischem Flair
Sport Fußball regional Spitzenspiel mit brasilianischem Flair
12:38 14.05.2019
Von Oliver Schreiber
Adrian Zöfelt (Mitte) erzielte in dieser Saison bereits 19 Tore. Der offensive Mittelfeldspieler kickt auch in der nächsten Saison für Eintracht. Quelle: Oliver Knoblich
Celle

So ganz schlimm fand es Stefan Cohrs, Abteilungsleiter des Fußball-Landesligisten MTV Eintracht Celle, nicht, als er während des 9:1-Spektakels seines Teams beim TSV Gellersen immer wieder Nachrichten über Torerfolge des einzigen noch verbliebenen Verfolgers TuS Harsefeld bekam. Der erledigte seine Hausaufgaben ähnlich souverän wie die Celler und schoss SV Eintracht Lüneburg 6:0 ab. Dadurch wurde die Meisterschaftsentscheidung nämlich vertagt. Am besten natürlich auf den kommenden Samstag, wenn es um 17.30 Uhr zum Showdown zwischen beiden Mannschaften in der Wilharm-Arena kommt. „Natürlich hätte ich mich auch gefreut, wenn wir in Gellersen Meister geworden wären. Aber das hätte uns sicherlich auch einige Zuschauer gekostet. Und wir können schließlich jeden Cent gut gebrauchen“, sagt Cohrs schmunzelnd.

Eintracht "verkauft" Spiel an Sponsor

Für dieses besondere Duell hat sich der MTVE einiges einfallen lassen. Die Verantwortlichen haben die Partie an einen Sponsor verkauft, der für einen Rabatt bei den Eintrittspreisen sorgt. „Wir freuen uns sehr darüber, dass wir die Firma Glasofix als Partner gewinnen konnten, Inhaber Thomas Helmecke ist selbst Fußballfan. So können die Zuschauer am Samstag ein Landesliga-Spitzenspiel zu Kreisliga-Preisen sehen“, erläutert Cohrs.

Statt sechs Euro kostet der Eintritt nur vier Euro, den fehlenden Differenzbetrag in der Eintracht-Kasse übernimmt der Sponsor. „Die Voraussetzungen für eine schöne Kulisse sind gut. Parallel sind in Celle keine anderen relevanten Spiele, wärmer werden soll‘s auch. Es spielen die beiden besten Teams der Landesliga gegeneinander – und wir können aufsteigen. Mehr geht eigentlich nicht“, findet Cohrs.

Auch die Bundesliga-Begegnungen sind zum Zeitpunkt des Anpfiffs beendet und die Meisterfrage entschieden. Allerdings hätten die Celler den Beginn der Partie gerne um eine halbe Stunde nach hinten verlegt, da zwischen dem Abpfiff des letzten Bundesligaspiels und dem Anstoß des Landesliga-Topduells nur wenige Minuten liegen. So müssen sich Fans mit weiterer Anreise entscheiden, ob sie lieber die letzten Bundesliga-Minuten oder die Anfangsphase des Eintracht-Spiels verpassen wollen. „Wir haben Harsefeld rechtzeitig darum gebeten, eine halbe Stunde später zu spielen. Leider haben sie dies abgelehnt“, erklärt Cohrs, der auf rund 500 Fans hofft. Dies wären mehr als doppelt so viele wie im bisherigen Saison-Durchschnitt.

Samba-Trommler machen Stimmung

Den Zuschauern soll vor dem Spiel und während der Halbzeit mit heißen Samba-Rhythmen eingeheizt werden. Die norddeutsche Gruppe „Samba Beija Flor“ sorgt für brasilianisches Flair abseits des grünen Rasens, das die 22 Kicker hoffentlich auch auf selbigem darbieten. „Da machen mit ihren Samba-Trommeln richtig gute Stimmung. Dies wäre natürlich die perfekte Einstimmung für eine Aufstiegsparty, wenn es denn klappen sollte“, so Cohrs.

Adrian Zöfelt bleibt bei Eintracht

Ein Punkt würde Eintracht gegen Harsefeld reichen, um die Meisterschaft perfekt zu machen und zum zweiten Mal das „Abenteuer Oberliga“ zu erleben. Mit dabei wäre dann auch Adrian Zöfelt. Der Offensiv-Allrounder, der beim 9:1 in Gellersen dreimal traf und sein Torkonto auf 19 erhöhte, hat seine Zusage gegeben, trotz anderer Angebote auch in der nächsten Saison das blau-weiße Trikot zu tragen. „Wichtig war für mich die Aussicht, Oberliga spielen zu können. Am liebsten natürlich in Celle, da ich hier ja auch wohne. Mit den Neuverpflichtungen hat der Verein ein deutliches Zeichen gesetzt. Zudem macht es mit dieser Truppe einfach Riesenspaß“, erklärt der 25-Jährige, der 2016 vom TuS Eschede zum MTVE gewechselt war. Zöfelt bliebe den Cellern auch erhalten, wenn es mit dem Aufstieg nicht klappen würde. „Aber davon gehe ich nicht aus. Wir wollen am Samstag alles klarmachen und dann feiern“, bekräftigt Zöfelt.

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