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Fußball regional Torfeuerwerk vor Topspiel
Sport Fußball regional Torfeuerwerk vor Topspiel
21:56 12.05.2019
Von Oliver Schreiber
Adrian Zöfelt (links) und Henry Struwe hatten bereits am 9:0-Kantersieg desMTV Eintracht Celle gegen die SV Drochtersen-Assel II entscheidenden Anteil (Foto). Auch beim nächsten Neunerpack in Gellersen war das Offensivduo erneut überragend. Quelle: Oliver Knoblich
Südgellersen

Chefcoach Hilger Wirtz und Co-Trainer Frank Steinkuhl schauten sich mehrfach ungläubig an. „Wir sind auf der Bank teilweise aus dem Staunen nicht mehr herausgekommen. Unglaublich, was die Jungs hier abgeliefert haben“, erklärte Steinkuhl nach dem Torfeuerwerk beim TSV Gellersen. Mit 9:1 schoss der MTV Eintracht Celle den eigentlich heimstarken Aufsteiger ab – bereits zur Halbzeit stand es 7:1 für den Spitzenreiter der Fußball-Landesliga. Damit toppten die Blau-Weißen den Kantersieg des Verfolgers TuS Harsefeld gegen SV Eintracht Lüneburg, der zeitgleich mit 6:0 gewann. Im direkten Duell am nächsten Samstag vor eigenem Publikum reicht den Cellern nun drei Spieltage vor Schluss ein Remis zum Oberliga-Aufstieg. „Wir freuen uns wahnsinnig auf dieses Topspiel und wollen alles klarmachen, am besten natürlich mit einem Sieg“, blickte Steinkuhl bereits voraus.

Stolze sieben Punkte und satte 38 Tore beträgt der Vorsprung auf Harsefeld – doch danach sah es zu Beginn der Partie nicht aus. Denn erstmals sahen sich Wirtz und Steinkuhl bereits nach 15 Sekunden ungläubig an – allerdings nicht wegen des Ballzaubers ihrer Schützlinge, sondern weil diese gedanklich noch in der Kabine waren. Mit dem ersten Angriff ging Gellersen durch Torjäger Andreas Demir mit 1:0 in Führung. Keine zehn Minuten waren gespielt, da landete ein direkter Freistoß der Hausherren an der Unterkante der Latte. „Da kann es 0:2 stehen, dann wird das hier ein ganz anderes Spiel“, meinte Steinkuhl.

Doch dieser Lattentreffer war zugleich auch der Weckruf. Was die Celler ab diesem Zeitpunkt bis zur Pause auf den Rasen zauberten, war vom Allerfeinsten. „Da passte einfach alles. Laufwege, Passschärfe, Kombinationsspiel, Zweikampfverhalten und Torabschluss. Die Gellerser wussten nicht, wie ihnen geschah“, berichtet Steinkuhl.

Die Tore fielen wie reife Früchte. Innerhalb von nur etwas mehr als einer Viertelstunde erzielten die Gäste ein halbes Dutzend Treffer. Moussa Doumbouya (15.), Stephane Sylla (17.), Adrian Zöfelt (22./25.), Henry Struwe (27.) und Björn Lohmann (33.) netzten ein, dass Gellersen Torhüter Lars-Ole Johst von den vorbeizischenden Bällen Ohrensausen bekam. Doumbouya erhöhte kurz vor der Pause sogar noch auf 7:1 – sein 30. Saisontor.

Als die Gellerser Auswechselspieler zum Warmmachen an der Eintracht-Bank vorbeiliefen, baten sie um Gnade nach dem Motto: „Macht mal bitte halblang.“ Der MTVE tat ihnen den Gefallen, schaltete ein paar Gänge zurück und traf „nur“ noch zweimal durch Tim Struwe (64.) und Zöfelt (87.). Lars Borchert schoss einen Elfmeter erneut nur an den Pfosten (72.) und bewahrte Gellersen so vor einer zweistelligen Niederlage. „Dass wir hier so ein Feuerwerk abbrennen, war nicht zu erwarten. Wir sind hier nur mit 13 Feldspielern angereist, einige waren angeschlagen. Überragend, was die Jungs hier dann abgezogen haben“, lobte Steinkuhl, der den dreifachen Torschützen Zöfelt sowie Henry Struwe hervorhob, der mit seinen genialen Vorlagen ein ums andere Mal für ungläubiges Staunen beim Gegner sorgte – und auch auf der Celler Trainerbank.

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