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Fußball regional Felix Krüger schießt MTV Eintracht ins Glück
Sport Fußball regional

MTV Eintracht Celle gewinnt Landespokal: Im DFB-Pokal gegen FC Augsburg

19:36 22.08.2020
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Hannover

MTV Eintracht Celle hatte sich für das niedersächsische Landespokalfinale gegen MTV Gifhorn richtig hübsch gemacht. Mit neuen Trikots extra für das große Spiel inklusive der Namen der Spieler auf der Rückseite erwischten die Celler im Duell der Oberligisten am Samstagabend im Eilenriedestadion in Hannover einen fantastischen Start.

Gerbi Kaplan bringt Celle nach 201 Sekunden in Führung

Rodi Hezo hatte sich bei der ersten gefährlichen Situation der Celler im Strafraum durchgesetzt und den Ball quer durch den Fünfmeterraum auf Gerbi Kaplan gespielt, dessen Schuss von Nireas Igkmpinompa nicht mehr entscheidend geklärt werden konnte. Nach 201 Sekunden führte Celle bereits mit 1:0. In der Folge spielte die junge Celler Mannschaft (mit einem Durchschnittsalter von 22,8 Jahren) abgeklärter und souveräner als Gifhorn.

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Gerbi Kaplan (rechts) brachte MTV Eintracht Celle früh in Führung. Kurz vor der Pause musste der Torschütze wegen einer Muskelverletzung ausgewechselt werden. Quelle: David Borghoff

Torchancen gab es auf beiden Seiten bis kurz vor der Pause: keine mehr. Den beiden Mannschaften (Celle musste auf den verletzten Hilger von Elmendorff und den rotgesperrten Daniel Ruchatz verzichten) war die Nervosität in diesem so wichtigen Spiel teilweise deutlich anzumerken, einen fußballerischen Leckerbissen sahen die 500 Zuschauer in Hannover, darunter 140 Celler Fans, nicht.

Der wegen einer Knieverletzung lange ausfallende Mittelfeldakteur Hilger von Elmendorff (vorne, Zweiter von rechts) verfolgte das Finale gemeinsam mit den Fans von MTV Eintracht Celle von der Tribüne aus.  Quelle: Heiko Hartung

Lasse Denker trifft mit Traumtor für Gifhorn zum Ausgleich

Gifhorn kam erst in der 38. Minute zu seinem ersten Torschuss - und wie. Lasse Denker fasste sich aus 25 Metern ein Herz und traf mit seinem Distanzschuss in den linken Torwinkel. Ein wunderschönes Tor, unhaltbar für Celles Torhüter Tjark Klindworth. Kurz vor der Pause hatte Gifhorn die Chance zur Führung. Aber der Schuss von Charlie Kolmer nach einer Ecke ging knapp am rechten Pfosten vorbei.

Nach der Pause brauchte Gifhorn wieder nur eine Chance für ein Tor. Malte Leese fiel der Ball nach einem Freistoß von der linken Seite und einem missglückten Abwehrversuch so genau vor die Füße, dass er nichts mehr falsch machen konnte und Klindworth auf der Linie aus kurzer Distanz keine Chance ließ (57.).

Felix Krüger erzielt umjubelten Ausgleich für Celle

In der 68. Minute wechselte Hilger Wirtz, Trainer des MTV Eintracht Celle, mit Felix Krüger die personifizierte Pokalhoffnung ein. Im Halbfinale hatte der große Angreifer mit seiner zweiten Ballberührung den Siegtreffer beim 3:2 gegen den FC Hagen/Uthlede erzielt. Und auch gegen Gifhorn brauchte der Stürmer nicht viele Kontakte, um den viel umjubelten Ausgleich zu erzielen. Nur drei Minuten nach seiner Einwechslung setzte er sich geschickt im Gifhorner Strafraum gegen mehrere Gegenspieler durch und den Ball mit einem schönen Flachschuss aus linker Position mit seinem starken linken Fuß direkt neben den rechten Pfosten.

Pokalheld Krüger schießt Celle mit Doppelpack ins Glück

Knapp zehn Minuten später kannte der Jubel dann keine Grenzen mehr. Nach einem langen Ball in die Spitze von Lars Borchert nahm Krüger den Ball direkt und traf mit seinem Volleyschuss ins Glück (82.). Was für eine Geschichte. Immerhin war Krüger wegen mehrerer schwerer Verletzungen insgesamt drei Jahre ausgefallen und erst in diesem Jahr wieder fit geworden. Was für ein fantastisches Ende nach der Leidenszeit - für Krüger und MTV Eintracht Celle.

Nicht nur bei den 500 Zuschauern, sondern auch bei den Journalisten wie Reporter wie CZ-Redakteur Heiko Hartung wurde wegen der Coronapandemie vor dem Betreten des Stadions die Körpertemperatur gemessen.  Quelle: Heiko Hartung

Celle trifft in der ersten Runde des DFB-Pokals auf FC Augsburg

Der Oberligist hat damit Geschichte geschrieben und erstmals in der Vereinshistorie den Landespokal gewonnen. In Celle war das bisher nur dem TuS FC vorbehalten – und das liegt schon fast 40 Jahre zurück. Und es ging nicht nur ums Prestige, sondern auch um viel Geld. Der Sieger trifft in der 1. Hauptrunde des DFB-Pokals (11. bis 14. September) auf Bundesligist FC Augsburg, wird so bundesweit bekannt und streicht eine Prämie in Höhe von rund 120.000 Euro ein.

In Reihen des FC Augsburg steht im Übrigen ein alter Bekannter. Noah Sarenren Bazee kommt aus Walle und schnürte seine Fußballschuhe in der Jugend für den JFC Allertal. Über Hannover 96 landete er bei dem Erstligisten aus der Puppenkisten-Stadt.

Von Heiko Hartung und Christoph Zimmer

Statistik

MTV Eintracht Celle: Klindworth - Marquardt, Yazgan, van Eupen (69. Krüger), Zöfelt, Kaplan (43. Laube), Hezo (82. Schaper), Borchert, Trautmann, Ehlers, Struwe.

MTV Gifhorn: Krull - Kolmer (63. Weinhauer), Schröder, Hashagen, Jaeger, Petry, Denker, Leese, Igkmpinompa, Morena Silva (68. Schröder), Upmann.

Tore: 1:0 Kaplan (4.), 1:1 Denker (38.), 1:2 Leese (57.), 2:2 Krüger (72.), 3:2 Krüger (82.).

Oliver Schreiber 20.08.2020
Heiko Hartung 19.08.2020