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Fußball regional MTV Eintracht Celle mit Biss gegen "kernige" Wolfsburger
Sport Fußball regional MTV Eintracht Celle mit Biss gegen "kernige" Wolfsburger
19:59 19.10.2017
Von Heiko Hartung
Björn Lohmann (links) Quelle: Oliver Knoblich
Celle Stadt

Celle. „Guter Kern“, so kann man den Nachnamen von Giampiero Buonocore aus dem Italienischen übersetzen. Und tatsächlich hat der Interimstrainer des Fußball-Oberligisten USI Lupo Martini (kurz: U.L.M.) Wolfsburg nach der Entlassung von Chefcoach Detlev Dammeier Anfang Oktober jede Menge „Kernenergie“ freigesetzt: Der Regionalliga-Absteiger, unter Ex-Profi Dammeier (Hannover 96, Hamburger SV, VfL Wolfsburg und Arminia Bielefeld) ziemlich verstrahlt in die Saison gestartet, siegte mit dem bisherigen Co-Trainer Buonocore an der Seitenlinie gegen Arminia Hannover und Atlas Delmenhorst und arbeitete sich heraus aus der Abstiegszone.

Dort will sich auch der MTV Eintracht Celle nicht „endlagern“ lassen – und bewies das eindrucksvoll am vergangenen Wochenende, als gegen Gifhorn der dritte Saisonsieg gelang. „Nach den beiden hohen Niederlagen gegen Northeim und Oldenburg war das eine erfreuliche, aber auch notwendige Reaktion meiner Mannschaft“, zeigte sich MTVE-Trainer Hilger Wirtz erleichtert. Am Samstag (Anpfiff: 15 Uhr, live bei sporttotal.tv) beim Klub aus der Volkswagenstadt, der in den 1960er Jahren von italienischen Gastarbeitern gegründet wurde, gleich den nächsten Dreier einzufahren, hält Wirtz aber für keine leichte Aufgabe: „Die waren vor der Saison mein Meisterschaftsfavorit und werden am Ende unter den ersten drei Teams landen“, legt er sich fest. Den Fehlstart der Wolfsburger kann er sich nur durch mangelnde Einstellung erklären, denn: „Der U.L.M.- Kader hat eine sehr hohe Qualität. Da spielen viele, die es beim VfL Wolfsburg nicht in den Profibereich geschafft haben, aber natürlich sehr gut ausgebildet worden sind. Da kommt ganz schön was auf uns zu.“

Dagegenhalten wollen die Celler mit der Bissigkeit, die sie zuletzt gegen Gifhorn ausgezeichnet hat und die der Coach immer wieder einfordert. „Wir müssen wieder gierig auf den Ball sein und diszipliniert zu Werke gehen“, so Wirtz.

Außer den Langzeitverletzten stehen ihm fast alle Spieler zur Verfügung. Nur Björn Lohmann wird den Cellern in nächster Zeit fehlen. Der Kapitän besucht bis März die Meisterschule für Straßenbau in Hamburg. „Mir ist bewusst, dass an einen Stammplatz in dieser Zeit nicht zu denken ist. Ich stehe aber bereit, um dem Team bei Bedarf zu helfen“, sagt der 28-Jährige. Dafür gibt es gute Nachrichten von Christopher Nachtwey (30). Der Spielmacher ist nach seinem auskurierten Innenbandanriss im Knie in dieser Woche ins Mannschaftstraining eingestiegen. „Er hat viel aufzuholen, aber in zwei Wochen steht er wieder im Kader“, glaubt Wirtz. Vielleicht reicht es für Nachtwey ja auch schon zum „Tanzbeinschwingen“ am Samstagabend beim MTVE-Vereinsball, der „Blau-Weißen Nacht“. Am besten mit einem Auswärtserfolg aus Wolfsburg im Gepäck – das wäre im Kern eine gute Sache. Außer vielleicht für Signor Buonocore und seine italienischen Wölfe.